Wie der Germania-Coach die Jugend zu ihrem Glück zwingt

Mike Lahl hat im Sommer die Landesklasse-Männer des TSV übernommen. Dass er dabei auf den Nachwuchs setzen musste, stellt sich mittlerweile als Erfolgsrezept heraus.

Irgendwie war alles ein bisschen aus der Not geboren. Im Sommer 2019 wechselte der damalige Trainer des TSV Germania den Verein, auch vier Stammspieler gingen. Der Tabellenvierte der Saison 2018/19 in der Landesklasse ging daraufhin seinen eigenen Weg. Während manch anderer Verein Geld in die Hand nimmt, um Neuverpflichtungen anzulocken, setzte Germania auf die Jungs, die schon da waren. In erster Linie auf Trainer Mike Lahl, der bis Sommer noch die A-Junioren coachte. Er rückte in den Männerbereich auf und brachte fünf seiner Spieler mit.

"Diese Spieler habe ich schon in der B-Jugend betreut, sie sind mit mir in die nächsthöhere Altersklasse aufgerückt", sagt Lahl. "Ich habe sie sozusagen zu ihrem Glück gezwungen, dass sie sofort im Männerbereich auflaufen dürfen und müssen", fügt der 42-Jährige mit einem Augenzwinkern an. Was der Trainer und auch die Verantwortlichen im Verein wussten: Ein derartiger Umbau birgt Risiken; die Ergebnisse könnten nicht gleich stimmen. Und so gab man als Saisonziel einen einstelligen Tabellenplatz aus. Den belegt Germania aktuell auch, doch mit Platz drei nach der Hinrunde hatte niemand gerechnet.

Germania ist damit hinter Landesligist Handwerk Rabenstein aktuell das zweitbeste Amateurteam der Stadt. Und zu Platz eins in der Landesklasse sind es nur zwei Punkte Rückstand. Durchdrehen wird deshalb aber niemand, versichert der Sportliche Leiter Udo Hellfritzsch. "Wir heben nicht ab und belassen es bei den ausgegebenen Saisonzielen", sagt er.

Die Hinrunde lief dabei sehr gut für Germania. Von 15 Spielen wurde nur ein einziges verloren - 0:3 hieß es gegen Spitzenreiter Marienberg. Neunmal verließ der TSV den Platz als Sieger, unter anderem gab es im Dezember vor 200 Fans einen 3:0-Erfolg im Derby bei Landesliga-Absteiger BSC Rapid. "Was Mannschaft und Trainer nach diesem Umbruch in der Hinrunde geleistet haben, ist überragend", sagt Udo Hellfritzsch. In die Rückrunde will Trainer Mike Lahl nun so starten, wie er es auch im Sommer gemacht hat - locker. "In erster Linie soll es den Jungs Spaß machen. Sonst holst du heutzutage ja keinen mehr hinter dem Ofen hervor", sagt er. "Ehrgeizig sind wir natürlich trotzdem. Wir bauen aber keinen Druck auf."

Neu im Kader sind Sebastian Schmidt, der vom VfB Auerbach kam, und Fred Möckel (TSV Ifa). Beide können am morgigen Sonntag für ihren neuen Verein auflaufen - zunächst aber unter dem Hallendach. Ab 14 Uhr steigt in der Richard-Hartmann-Halle der vom TSV Germania ausgerichtete Harald-Liebers-Cup. Neben den Gastgebern werden dort Landesligist Handwerk Rabenstein, Landesklasse-Konkurrent BSC Rapid, die Kreisoberligisten Tanne Thalheim und VfL Chemnitz sowie eine Studentenauswahl der TU Chemnitz auflaufen.

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