Wie die Niners in die Erfolgsspur zurückfanden

Der Basketballzweitligist hat zum Auftakt der englischen Woche die Mannschaft aus Trier geschlagen. Dabei funktionierte vieles besser als in den zurückliegenden Partien - aber noch nicht alles.

Es könnte eine lustige Fahrt werden. Am morgigen Dienstag treten die Chemnitzer Zweitliga-Basketballer zum Nachholspiel in Nürnberg an. Mehrere Dutzend Fans werden die sächsischen Korbjäger nach Franken begleiten - und auf der Zuschauertribüne für einen Anblick sorgen, der zum Schmunzeln einlädt. Die Niners-Anhänger haben die Auswärtsfahrt unter das Motto Zirkus gestellt und bitten Fans, in entsprechenden, lustigen Outfits zu erscheinen. Der Grund dafür: Die eigentliche Heimspielstätte der Nürnberg Falcons ist wegen Sicherheitsbedenken seit Monaten gesperrt; sie tragen ihre Heimpartien deswegen in einer mobilen Halle aus, die am Flughafen errichtet wurde und einem Zelt ähnelt.

Die Chancen dafür, dass Fans und Spieler unabhängig von der Verkleidung der Anhänger etwas zu lachen haben, stehen nicht schlecht. Denn nach einem kleinen Tief in den vergangenen Wochen mit drei Niederlagen aus den vorangegangenen vier Partien sind die Chemnitzer Basketballer in die Erfolgsspur zurückgekehrt. Am Freitagabend gelang ihnen ein 87:81-Erfolg gegen die Gladiators aus Trier.

So knapp wie das Ergebnis ausfiel, so eng verlief auch die Partie gegen das Top-Team aus Rheinland-Pfalz, das wie in den Vorjahren wieder ein heißer Kandidat auf die Playoff-Plätze der besten acht Mannschaften ist. Die Niners starteten stark in die Begegnung, waren in der Defensive wach und erzielten mit schnellen Gegenstößen nach Ballgewinnen Punkte. Angeführt vom starken US-Amerikaner Jermaine Bucknor kamen die Gäste aber immer wieder zurück, wirkten dabei in Drucksituationen etwas abgeklärter als die Sachsen und gingen mit einer knappen aber verdienten 43:42-Führung in die Pause. Nach dem Seitenwechsel sahen die 2132 Zuschauer eine zeitweise hektische und zerfahrene Partie, bei der sich keiner der beiden Kontrahenten absetzen konnte. Trier verteidigte äußerst aggressiv, leistete sich dabei aber deutlich mehr Fouls (30 gegenüber 19 der Niners) und geriet deswegen gegen Ende der Partie in Schwierigkeiten, weil Spielern der Ausschluss von der Partie drohte.

Mit zunehmender Spieldauer fanden die Gastgeber aber zu ihrem Spiel, ließen den Ball so lange von Mann zu Mann laufen, bis einer der Akteure aus guter Position abschließen konnte. Dazu kamen eine starke Verteidigungsarbeit und eine bessere Trefferquote als in den ersten Vierteln. "Wir haben es einfach immer wieder versucht", sagt Niners-Spieler Kavin Gilder-Tilbury, der mit 19 Punkten der besten Werfer auf dem Feld war.

Dennoch war die Partie bis 90 Sekunden vor Schluss völlig offen, ehe sich die Chemnitzer einen kleinen, aber entscheidenden Vorsprung erarbeiteten. Den verteidigten die Mannschaft von Rodrigo Pastore clever, indem sie den Ball in den eigenen Reihen hielt und so die Uhr herunterlaufen ließ.

Pastore freute sich über "eine starke Reaktion" seiner Mannschaft nach den eher enttäuschenden Auftritten der Vorwochen. "Wir hatten zuletzt unsere Mentalität, wonach die Mannschaft an erster Stelle steht, etwas verloren, sind nun aber wieder auf dem richtigen Weg", sagte der Argentinier. Außer einigen unnötigen Dribblings und Ballverlusten hatte der Coach nichts zu kritisieren. Selbst die erneut schlechte Dreier-Quote seiner Mannschaft - nur 4 von 22 Versuchen landeten im Korb - bereitete Pastore keine Sorge. "Die Würfe waren an sich exzellent." Es habe nur am Glück gefehlt. Kapitän Malte Ziegenhagen hatte eine weitere Erklärung für den Erfolg: die Rückkehr in die geliebte Heimspielstätte: "Wir haben die Hartmannhalle genutzt. Wir brauchen die Fans, sie müssen Gas geben für uns."

Das werden sie hoffentlich bei der Partie am morgigen Dienstag in Nürnberg tun. Unabhängig vom Ausgang der Partie gegen den Tabellenzehnten bleiben die Chemnitzer Tabellenführer der Zweiten Liga. Sie haben derzeit vier Punkte Vorsprung auf den ersten Verfolger, das Team aus Hamburg.

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