Wie ehemalige Fußballgrößen das Stadion nennen würden

Laut Betreiber GGG soll die Spielstätte des Chemnitzer FC in Kürze einen neuen Namen erhalten. Bei prominenten Kickern von einst gehen die Meinungen zur künftigen Bezeichnung der Arena auseinander.

Nach knapp zwei Jahren, in denen die Sportstätte Community4you-Arena hieß, wird nun ein neuer Name für die Spielstätte des Regionalligisten Chemnitzer FC gesucht. Dass die Himmelblauen ihre Heimpartien der kommenden Saison an der Gellertstraße austragen können, ist mittlerweile schwarz auf weiß geregelt.

Wie Erik Escher, Sprecher des neuen Stadionbetreibers GGG auf Anfrage mitteilte, ist eine Nutzungsvereinbarung zwischen dem städtischen Wohnungsunternehmen und dem Verein unterzeichnet worden, "die die Nutzung des Stadions für den CFC an seinen Spieltagen regelt". Offen ist noch, wie die Sportstätte in Zukunft heißen soll. Die Entscheidung darüber will die GGG in Kürze treffen. "Freie Presse" wollte vorab von prominenten Ex-Spielern der Himmelblauen wissen, welchen Namen sie bevorzugen.


"Name unverfänglich"

Jens Schmidt, ehemaliger Torhüter des FC Karl-Marx-Stadt/Chemnitzer FC, kann nach eigener Aussage mit der aktuellen Bezeichnung "Stadion Chemnitz" leben, falls kein neuer Namenssponsor gefunden werden sollte. "Der jetzige Name ist unverfänglich", sagt Schmidt, der im letzten Länderspiel der DDR im September 1990 gegen Belgien (2:0) zwischen den Pfosten stand. Allerdings würde ihm "Fischerwiese" noch besser gefallen. "Das klingt mehr nach Tradition", begründet der 55-Jährige.


"An Dieter Erler denken"

Joachim Müller, einstiger Mittelfeldregisseur des Clubs, würde die Spielstätte nach seinem Vorbild benennen. "Dieter Erler wäre als Namensgeber denkbar", sagt Müller. Der 1998 viel zu früh verstorbene Erler war Kapitän der FCK-Meisterelf von 1967 und Kapitän der DDR-Nationalmannschaft. "Ich hatte das Glück, noch einige Jahre mit ihm zusammenzuspielen", so Müller. Der 65-Jährige fügt hinzu: "Wenn der Stadionname die einzige Sorge im Chemnitzer Fußball wäre, dann wären wir gut bedient."


"Fischerwiese naheliegend"

Peer Kluge, der beim CFC ausgebildet wurde und später in der Bundes- liga unter anderem für Borussia Mönchengladbach und den FC Schalke 04 spielte, plädiert für den Namen Fischerwiese. "Das ist doch das Erste, was einem durch den Kopf geht, wenn man an dieses Stadion denkt", sagt Kluge. Der Begriff Fischerwiese stehe für eine jahr- zehntelange Fußball-Tradition in der Stadt und sei naheliegender als beispielsweise "Stadion an der Gellertstraße", ergänzt der heute 37-Jährige.


"Es soll Fischerwiese heißen"

Jürgen Bähringer, Ehrenspielführer des CFC, kann sich nur eine Bezeichnung für das Stadion vorstellen. "Es soll Fischerwiese heißen. Das hat Tradition", sagt Bähringer. Er sei überzeugt, dass dieser Begriff bei vielen Leuten Erinnerungen an große Spiele wach werden lässt. "Auch ich habe das Stadion immer nur Fischerwiese genannt", betont der 67-Jährige, der für den FCK 350 Oberliga-Spiele bestritt. Die derzeitige Bezeichnung "Stadion Chemnitz" sei zu allgemein.


"Fans abstimmen lassen"

Rico Steinmann, einer der Europapokal-Helden des FCK im Herbst 1989, schickt beim Thema Stadionname eines voraus: "Man sollte dazu die- jenigen befragen, die es in erster Linie angeht, und die Fans abstimmen lassen", betont Steinmann. Er selbst plädiere für die Bezeichnung "Fischerwiese", weil das der Name mit der größten Tradition sei. "Egal, wie das Stadion bisher hieß, der Volksmund hat es immer Fischerwiese genannt", gibt der 50-Jährige zu bedenken.


"Nach Standort benennen"

Peter Müller, der mit dem FCK 1967 die Meisterschaft erkämpfte und nach seiner Laufbahn viele Jahre als Manager und Geschäftsstellenleiter des CFC tätig war, muss nicht lange über- legen. "Ich würde die Spielstätte nach ihrem Standort benennen, also Stadion an der Gellert- straße", unterstreicht Müller. Er sei froh, dass die Bezeichnung "Community4-you-Arena" der Vergangenheit angehört. "Allein schon der Begriff ,Arena' war mir zu hochtrabend", sagt der heute 71-Jährige.

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