Wo im Stadion während der Sommerpause gebaut wird

Die punktspielfreie Zeit nutzen die Bauarbeiter für länger dauernde Vorhaben. Eine große Herausforderung ist bereits bewältigt - eine andere steht noch an.

Ein Auswärtsspiel zum Saisonbeginn, das wäre schön. Was sich die Fußballer und Fans des Chemnitzer FC wahrscheinlich nicht wünschen, wäre für Kay-Uwe Panzer ein glücklicher Umstand. Am letzten Juli-Wochenende starten die Drittliga-Fußball-Vereine in die neue Spielzeit. Sollte der CFC zuerst ein Auswärtsspiel haben, hätten Panzer und seine Mitstreiter mehr Zeit - mehr Zeit, um im CFC-Stadion nahezu ohne Einschränkungen zu bauen.

Seit fast eineinhalb Jahren wird die Spielstätte an der Gellertstraße in eine moderne Arena mit insgesamt 15.000 überdachten Plätzen umgebaut, die meiste Zeit bei laufendem Spielbetrieb. Für Panzer, Bauleiter beim Generalübernehmer BAM, und die Mitarbeiter stellte das eine besondere Herausforderung dar. "Wir mussten ja immer dran denken, dass bestimmte Wege zeitnah für die Zuschauer nutzbar sein müssen." Konkret sah das während der Saison so aus: Jeden Dienstag vor einem Heimspiel begaben sich Panzer und Sicherheitskräfte auf einen Rundgang über die Baustelle, um festzulegen, wo Zäune oder Tore aufgestellt und Wege präpariert werden. Am Freitag folgte ein zweiter Rundgang, bei dem die Sicherheitsvorkehrungen abgenommen worden. Am Montag konnten diese beseitigt und wieder gebaut werden.

Spielfeldumrandung wird gebaut

Jetzt könne man durcharbeiten, komme schneller voran, weil beispielsweise Kräne nicht ständig hin- und hergefahren werden müssten und große Bauteile auf Flächen stehen können, die sonst als Zuschauerwege genutzt werden, sagt der Bauleiter. "Darüber hinaus können wir Dinge in Angriff nehmen, die länger als 14 Tage dauern", so Panzer. Zum Beispiel die Spielfeld-Umrandung: Auf einer Breite von 3,50 Meter wird um den Rasen herum - gut 360 Meter als0 - ein Streifen aus Pflastersteinen angelegt, damit beispielsweise Hebebühnen dort fahren können. Das dauert einige Tage. Hätten die Bauarbeiter das während der Spielzeit gemacht, hätte es an den noch nicht gepflasterten Stellen, die schon ausgehoben wurden, einen Absatz gegeben, erklärt Panzer: "Das wäre gefährlich für die Spieler gewesen." Viel Arbeit macht den etwa 50 Bauarbeitern, die im Durchschnitt im Stadion unterwegs sind, zudem die Verkabelung für beispielsweise Fluchtlichtmasten. In den spielfreien Wochen werden die alten, provisorischen Kabel durch neue ersetzt und geprüft. Bis Saisonbeginn fertig sein soll auch der TV-Compound, eine Fläche für Übertragungsfahrzeuge mit allen nötigen Anschlüssen. Zudem bekommt die Asphaltfläche vor der Südtribüne eine Deckschicht: "Bisher standen dort Kräne. Die hätten die Deckschicht eingedrückt", sagt Panzer.

Für den 47-Jährigen ist es nach der Dresdner Arena der zweite Stadionbau, den er betreut. Beide Arenen wurden bei laufendem Spielbetrieb umgestaltet - ein schwieriges Unterfangen. "Normalerweise baut man ein Stadion von innen heraus. Die Kräne stehen also in der Mitte. Das ging in Chemnitz nicht, weil die Spielfläche erhalten bleiben sollte", so der Bauleiter. Kopfzerbrechen bereiteten ihm anfänglich die geringeren Ausmaße des CFC-Stadions. Weil die Sportstätte kleiner ist als die Dresdner, sei es schwieriger, immer die geforderten 10.000 Zuschauerplätze bereit zu halten. "Wenn wir eine Tribüne weggerissen haben, haben ja gleich mal sehr viele Plätze gefehlt. Das mussten wir im Bauplan berücksichtigen."

"Mammutaufgabe" Westtribüne

Immerhin, die größte Herausforderung habe man bewältigt, sagt Panzer. Das sei die Osttribüne gewesen. Da hinter dieser nicht ausreichend Platz sei, habe der Kran in der Tribüne gestanden und sich erst rückwärts in die eine und dann in die andere Richtung vorgearbeitet. Die Osttribüne steht, ist aber noch nicht vollständig freigegeben (siehe Kasten). "In Bezug auf die Bauphasen haben wir damit das Schwierigste weg. Die Mammutaufgabe kommt aber noch", sagt der Bauleiter. Die Mammutaufgabe, das ist das Hauptgebäude, ein 80 Meter langer, dreistöckiger Funktionsbau mit aufliegender Tribüne. "Das ist das Herzstück. Von dort aus wird das gesamte Stadion gesteuert", erklärt Panzer. Befinden sich Brandmeldezentrale, Flutlicht- und Lautsprechersteuerung bisher über das ganze Stadion verteilt, werden sie dann im Hauptgebäue gebündelt. Stehen sollen Haus und Tribüne im August, danach beginne der Innen-Ausbau - bei laufendem Spielbetrieb.


Osttribüne weiterhin nur teilweise freigegeben

Die Osttribüne wird auch zum Punktspielstart im Juli nicht komplett freigegeben. Auf Anfrage erklärt die Stadtverwaltung, dass die Tribüne zwar fertig aussehe, aber der Ausbau der Sanitärbereiche noch anstehe.

Hauptgrund für die fehlende Freigabe sei, dass sicherheitstechnische Anlagen wie Lautsprecher-, Alarmierungs- und Brandmeldeanlagen noch nicht fertig gestellt sind, teilt die Verwaltung mit. Das sei erst möglich, sobald im Hauptgebäude, welches sich im Rohbau befindet, die Räume für die Zentralen hergerichtet seien. Für das DFB-Pokalspiel gegen Dortmund suche man nach einer Lösung, über die 10.000 garantierten Plätze hinaus weitere Plätze anzubieten. (lumm)

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