Wölfe beißen sich gegen Hamburger die Zähne aus

Die Chemnitzer Boxstaffel musste sich im Heim- kampf 9:12 geschlagen geben. Doch das war nicht die einzige schlechte Nachricht.

Jubelnd reißt Ali Dohier am Samstagabend im Sportcenter am Stadtpark die Hände nach oben. Gerade hat der Faustkämpfer vom Boxclub Chemnitz (BCC) seinen Kampf im Mittelgewicht gegen Johannes Hickmann von den Giants Hamburg gewonnen. Somit steht es in diesem Zweitliga-Duell nur noch 7:5 für die Gäste. Wenn die Hausherren die letzten drei Kämpfe für sich entscheiden, können sie das Ergebnis noch drehen. Aber daraus wird nichts. Nur Aram Aibyan geht von den Chemnitzer Wölfen als Sieger aus dem Ring. So verliert der BCC vor rund 450 Zuschauern mit 9:12 und kann sich für die Niederlage in Hamburg nicht revanchieren.

Einen rabenschwarzen Tag erwischt der Chemnitzer Kapitän Ronny Beblik. Er verliert klar gegen den deutschen U-21-Meister Ani Haxhillari. "Mein Kontrahent war taktisch besser eingestellt", sagt Beblik. Er bekommt gleich in der ersten Runde enorme Probleme, kann keine Treffer anbringen - im Gegenteil: Beblik wird nach gut einer Minute angezählt. Man merkt ihm auch an, dass er nicht mehr so schnell ist. "Haxhillari ist ein junger Bursche, ich dagegen bin schon ein Auslaufmodell", bemerkt der 32-Jährige nach dem Urteil.

Er werde trotzdem den Kopf nicht in den Sand stecken. Auf die Frage, ob er noch eine Saison ranhängen wird, antwortet der Chemnitzer: "Darüber habe ich noch nicht nachgedacht. Boxen hat mich mein halbes Leben begleitet. Deshalb kann man das nicht so schnell aufgeben." Der ehemalige WM-Dritte betont aber im selben Atemzug, dass er "jetzt in erster Linie Soldat ist". "Ich arbeite im niedersächsischen Munster als Trainer für körperliche Leistungsfähigkeit, mache sozusagen die Soldaten fit", erklärt der Wölfe-Boxer. Deshalb könne er selbst nur individuell trainieren, meist in seiner Freizeit.

Das erste Mal im Ring für das Chemnitzer Bundesliga-Team steht am Samstagabend Yves Kentsch. Obwohl der 19-Jährige seinen Kampf verliert, bekommt er viel Lob. "Seine Leistung muss man doppelt anerkennen, da er nicht in seiner, sondern eine Gewichtsklasse höher angetreten ist", sagt Wölfe-Manager Olaf Leib. Kentsch selbst dagegen zeigt sich nicht zufrieden mit seinem Bundesliga-Debüt: "Ich habe meine Linie nicht durchgehalten. Wie in vielen Kämpfen will ich auf kraftvolles Boxen setzen - das erwies sich als falsch." Dennoch habe er eine Erfahrung gemacht: "In der Bundesliga wird schneller geboxt." Kentsch gibt zu, dass er bei seinem ersten Bundesliga-Einsatz sehr aufgeregt gewesen sei. "Zumal ich erst am Donnerstagabend erfahren habe, dass ich für die Wölfe in den Ring steigen soll", fügt Kentsch hinzu.

Neben der Niederlage gibt es eine weitere schlechte Nachricht für die Chemnitzer Wölfe. Wie Olaf Leib zu Beginn des Bundesliga-Kampfes mitteilt, habe die Zusammenarbeit mit der Sparkasse ein Ende gefunden. "Nahezu 18 Jahre hat uns diese Kooperation gut getan. Wir konnten Deutsche Meisterschaften ausrichten und vor allem die Teilnahme an der Bundesliga absichern", hebt der Wölfe-Manager hervor. Trotzdem werde man alles dafür tun, den Boxsport in Chemnitz am Leben zu erhalten.

Das hofft auch Ulrich Franzen, Präsident des Landessportbundes Sachsen, der am Samstag bei den Wölfen zu Gast ist. "Ich würde es sehr bedauern, wenn es kein Boxen in Chemnitz mehr gäbe. Seit Jahren wird hier gute Arbeit geleistet. Die Atmosphäre bei den Bundes- ligakämpfen ist beeindruckend", unterstreicht Franzen.

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