Zehnter Sieg in Folge: Niners gewinnen knüppelhartes Spiel

Der Spitzenreiter der 2. Basketball-Bundesliga hat sich gegen das fränkische Team aus Baunach mit 88:71 durchgesetzt. Ein Spieler redete nach der Partie Klartext, was das Saisonziel betrifft.

Auch ein Überraschungsgast aus Brandenburg zeigte sich am Samstagabend beeindruckt von dem, was in der Chemnitzer Richard-Hartmann-Halle passierte: Bert Grabsch, Straßenradsport-Weltmeister 2008 im Zeitfahren, ist ein großer Basketballfan. "Ich gehe regelmäßig zu Spielen von Alba Berlin", berichtete Grabsch. Mit dem Besuch bei den Niners, die gegen die Young Pikes Baunach aus Franken beim 88:71 ihren zehnten Sieg in der zehnten Saisonpartie einfuhren, hatte er selbst nicht gerechnet. "Ich wollte nur Freunde in Chemnitz besuchen. Doch überraschenderweise hatten sie Karten für dieses Spiel besorgt", sagte der 43-Jährige - und lobte die Gastgeber über den grünen Klee. "Chemnitz kann stolz auf diese Mannschaft sein. Ich wünsche den Niners den Erstliga- Aufstieg", so Grabsch.

Zusammen mit mehr als 2300 Zuschauern sah er ein Basketballduell, das ohne Rücksicht auf Verluste geführt wurde. Das junge Gästeteam dachte gar nicht daran, beim Tabellenführer vor Ehrfurcht zu erstarren. Als Ausbildungsmannschaft des Erstligaclubs Bamberg erwiesen sich die Franken als unbequemer Kontrahent. "Sie sind alle talentiert und rennen sich die Lunge aus dem Leib", sagte Niners-Kapitän Malte Ziegenhagen nach der Partie. Zudem habe Baunach "extrem hart gespielt, aber das war so zu erwarten".

Der Erfolg wurde von Spielern und Trainern einhellig als Arbeitssieg bezeichnet, verdient und glanzlos zugleich. "Wir hatten diesmal nicht die Konzentration wie in anderen Spielen. Durch die hohe Qualität unseres Kaders konnten wir trotzdem gewinnen", resümierte Ziegenhagen. Dem Publikum war die Art und Weise, wie der Vereins- rekord ausgebaut wurde, sowieso egal. "Oh, wie ist das schön..." und "Spitzenreiter, Spitzenreiter" tönte es in der Hartmannhalle aus gut 2000 Kehlen. Gerade am Samstag zeigte sich die enorme Basketball- begeisterung in Chemnitz: Wer ohne Eintrittskarte gekommen war, musste die Begegnung im Stehen verfolgen, weil sämtliche Sitzplatzkarten vergriffen waren - für ein Spiel gegen den 13. der Tabelle. Beeindruckt davon zeigte sich auch der Kapitän - und redete in dem Zusammenhang Klartext, was das Saisonziel betrifft. "Unser Publikum hat die Erste Liga verdient. Mein Ziel ist es, 2019 aufzusteigen", erklärte der 27-Jährige.

Dagegen hätte sicher auch sein Teamgefährte Lukas Wank nichts. Doch der Neuzugang von den Rheinstars Köln hat erst einmal andere Sorgen. Nach einem Bandscheibenvorfall war Wank erneut zum Zuschauen verurteilt, verfolgte das Geschehen von der Bank aus. Und dennoch spielte er irgendwie mit, sprang immer wieder auf, feuerte seine Gefährten an. "Die Emotionen mussten raus", sagte der 21-Jährige, der Geduld braucht, die er eigentlich nicht hat. "Ich werde zurzeit in Jena behandelt. Der Heilungsprozess verläuft zwar nach Plan, zieht sich aber hin. Vor Weihnachten werde ich nicht mehr spielen können", berichtete der gebürtige Altenburger. Im Januar sei er auf jeden Fall wieder mit dabei, fügte Wank hinzu.

Nach dem knüppelharten Duell mit Baunach könnte bei den Niners ein weiterer längerer Ausfall dazukommen. US-Routinier Ivan Elliott musste noch während der Partie ärztlich behandelt werden. "Er hat sich an der linken Schulter verletzt. Wir hoffen, dass es einigermaßen glimpflich ausgeht. Doch für den Moment sieht es nicht so aus, als könnte Ivan nächste Woche wieder spielen", sagte Vereinssprecher Matthias Pattloch. Am Sonntag unterzog sich Elliott einer MRT-Untersuchung, deren Ergebnisse bis zum Abend noch nicht vorlagen.

Karten für die Heimspiele der Niners gibt es in den Shops der "Freien Presse". Das Chemnitzer Team spielt bis Weihnachten noch zweimal zu Hause: am 14. Dezember gegen die Artland Dragons (Hartmannhalle) und am 22. Dezember gegen die Rostock Seawolves (Chemnitz-Arena).

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