14-Jährige feiert Titel-Premiere

Marbele Pfaff vom Zwönitzer HSV ist deutsche Meisterin im Taekwondo. Mit dem Erfolg schreibt sie Vereinsgeschichte.

Zwönitz/Lößnitz.

Lampenfieber? Ein Fremdwort für Marbele Pfaff vom Zwönitzer HSV. Die 14-Jährige hat bei der deutschen Meisterschaft der Kadetten im Taekwondo alle Kontrahentinnen hinter sich gelassen und erstmals in der Vereinsgeschichte den Titel geholt. Im 41-Kilogramm-Limit erwies sich das zierliche Mädchen im Vollkontakt-Modus als unschlagbar. "Wir wussten, dass eine Medaille möglich ist", sagt Trainerin Claudia Lerch. Aber mit Gold habe keiner gerechnet.

Denn die Klasse von Marbele sei unheimlich stark besetzt gewesen. Die Schülerin ließ das emotional kalt. "Ich ging locker ins Turnier. So wie immer", sagt die Achtklässlerin. "Meine Eltern und die Trainer waren viel aufgeregter", fügt sie schmunzelnd hinzu. Nach dem dritten Duell habe sie gespürt, dass der Titel greifbar ist. "Gewinnen will ich immer. Und es gelang auch diesmal." Alle vier Kämpfe entschied Marbele Pfaff für sich, zwei davon vorzeitig durch technische Überlegenheit. Gegen die Erzgebirgerin blieb sogar die Vize-Europameisterin chancenlos.

Marbele Pfaff erhielt dank des Erfolgs eine Einladung für den Bundeskader. Nach einer Sichtung sind Wettkämpfe im Ausland denkbar - ein Traum. "Das wäre super", sagt die 14-Jährige. Ihre Trainerin Claudia Lerch hält das für wichtig, wenn sich das Talent maßgeblich weiterentwickeln will. "Nur wer international kämpft, bleibt auf hohem Niveau wirklich konkurrenzfähig." Doch das kann teuer werden - mit Blick auf Reisekosten, Startgebühren und dergleichen. "Wir gehen den Weg, soweit es geht", versichert Papa Danny Pfaff, der seine Tochter vom Boxen zum Taekwondo "umlenkte". Ursprünglich galt ihr Interesse der Sportart im Ring.

Dass es vor sechs Jahren doch die koreanische Kampfkunst wurde, bereut Marbele Pfaff aber nicht. "Taekwondo ist vielseitig. Koordination und Technik sind ebenso wichtig wie Ausdauer und Kraft." Das reize sie beim Training dreimal pro Woche, wobei Extraeinheiten im Laufen, Seilspringen und anderen Fitnessdisziplinen dazu kommen. Von nichts kommt eben nichts, das weiß die junge Lößnitzerin und hält sich streng an den Heim-Trainingsplan des Landestrainers. Schulisch lasse sich das vereinbaren. Mit dem deutschen Meistertitel fühle sie sich besser und irgendwie größer. "Das gibt mir schon Selbstbewusstsein", sagt Marbele Pfaff.

Es macht sie außerdem zum Vorbild für die anderen 120 Taekwondo-Sportler der HSV-Abteilung. "Unter ihnen fühlt sie sich pudelwohl", weiß Danny Pfaff. Das mache den Zwönitzer Verein aus. "Der Zusammenhalt ist prima, alles richtig familiär." Trainerin Claudia Lerch habe den Grundstein für den Erfolg seiner Tochter gelegt. "Es ist alles gut organisiert und aufgebaut. So erfahren die Kinder und Jugendlichen eine optimale Unterstützung und Förderung von Beginn an."

Diese Philosophie zahlt sich auch für andere Talente aus. So wurde Gerhard Sulitskiy (13) deutscher Vizemeister. Bronze erkämpften Lenny Richter (12) sowie Josy Riedel in der Jugend A. "Und Marbeles Titel krönt das alles", sagt Claudia Lerche. Die dreifache Mutter betrieb früher selbst aktiv Taekwondo, war zweimal deutsche Vizemeisterin. "Als Trainerin versuche ich, von diesen guten Erfahrungen etwas weiterzugeben." Das bedeute auch, dass sie allein voriges Jahr an 43 Wochenenden auf Achse war. Denn viele Zwönitzer Talente gehören dem Landeskader an und sind entsprechend oft bei Wettkämpfen gefordert.

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