15-Jährige sorgt für Paukenschlag

Nachwuchsschwimmerin Magdalena Heimrath hat ihre Bestzeit über 200 Meter Brust förmlich pulverisiert. Damit ist die Auerbacherin ihrem großen Ziel in diesem Jahr ein gutes Stück nähergekommen.

Auerbach.

Von dem, was Magdalena Heimrath im Training so wegschrubbt, können Hobbyschwimmer nur träumen. 70 bis 80 Kilometer legt die 15-Jährige jede Woche zurück, verteilt auf zehn Einheiten. Kachelnzählen, so nennt der Volksmund die monotone Prozedur, die jedem Schwimmer ein gerüttelt Maß an Motivation abverlangt. Die sich aber lohnt. Heimrath ist das beste Beispiel dafür.

Beim internationalen Frühjahrsschwimmfest in Wetzlar hat die Auerbacherin jüngst für einen Paukenschlag gesorgt. Nicht so sehr, dass sie sich dort Gold in ihrem Jahrgang in ihrer Paradedisziplin über 200 Meter Brust sicherte. Vielmehr war es die Zeit, die für großen Jubel sorgte. 2:30,86 Minuten - so schnell war die Teenagerin noch nie geschwommen, ihre bisherige Bestzeit lag rund elf Sekunden darüber. Mit ihrem persönlichen Rekord knackte sie zudem die Norm für die Junioren-Europameisterschaften, die Anfang Juli im russischen Kasan über die Bühne gehen. Mehr noch: Sie setzte sich sogar an die Spitze derer, die die Normzeit von 2:32,00 Minuten in diesem Jahr unterboten haben. Obgleich sie die Nominierung noch nicht in der Tasche hat, sieht es damit also gut aus. "Wenn es klappt, wäre es das absolute Highlight für mich in diesem Jahr und natürlich auch eine Premiere", sagt sie. Die Landesmeistertitel über 100 und 200 Meter Brust sowie die Vizemeisterschaft über die 50-Meter-Distanz sackte sie kürzlich in Leipzig quasi so nebenbei ein.

Brustschwimmen ist die Schokoladendisziplin der Erzgebirgerin, die seit fünf Jahren das Sportgymnasium in Chemnitz besucht und sich dort in der "Schuldehnung" befindet - das heißt, sie legt ihr Abitur erst nach 13 Jahren ab. Der Schulalltag ist straff organisiert. Direkt nach der letzten Klingel geht es in die Schwimmhalle, neben dem eingangs erwähnten Pensum im Becken steht auch mehrfach pro Woche Krafttraining im Fitnessstudio auf dem Programm. Und in den Ferien stehen oft Wettkämpfe an - oder es geht ins Trainingslager. Auf Unterstützung durch ihre Familie kann sich die 15-Jährige dabei immer verlassen. Dazu gehöre auch, sie wieder aufzubauen, wenn es sportlich einmal nicht so laufe, sagt ihre Mutter Denise Heimrath.

Die Auerbacherin hat das Talent ihrer Tochter im Übrigen eher zufällig registriert. Magdalena sei als Kind gegen eine zwei Jahre ältere Bekannte geschwommen und klar überlegen - und vor allem nach 600 Metern noch immer nicht erschöpft gewesen. Denise Heimrath meldete ihr Kind beim SV Tanne Thalheim an, wo sich Magdalena bei Trainer Wolfgang Seidel die Grundlagen ihrer Sportart aneignete. Noch heute pflegt sie enge Kontakte nach Thalheim, auch wenn sie schon lange für den Schwimmclub Chemnitz aktiv ist. "Wenn es die Zeit zulässt, dann schaue ich dort immer noch gern vorbei".

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