200 Fans stärken Auern in Hamburg den Rücken

Das hat Seltenheitswert: Drei Busse, besetzt mit treuen Anhängern von Handball-Zweitligist EHV, rollen gen Norden. Die Unterstützung kann das Team gut gebrauchen.

Aue/Hamburg.

Als die Idee erstmals die Runde gemacht hat, glaubt so wirklich keiner daran, dass sie Realität werden würde. Und doch ist es gelungen: Am Sonnabend starten in Lößnitz gleich drei Reisebusse mit Fans von Handball-Zweitligist EHV Aue gen Hamburg. Denn in der Hafenmetropole gastieren die Spieler um Trainer Stephan Swat am Sonntag ab 15 Uhr beim HSV.

"Es wird verdammt schwer, ein harter Kampf und mit Sicherheit kein Selbstläufer. Wir müssen konsequent an unserer Chancenverwertung arbeiten", sagt Swat mit Blick auf die schwere Auswärtsaufgabe nach zuletzt vier Niederlagen in Folge. "Wenn wir nicht anfangen zu punkten, wird es richtig eng." Daher wissen der Coach und das Team die Unterstützung der Fans zu schätzen. "Sie sind eine Macht und wichtig für die Mannschaft."

Für die Mitreisenden ist es eine Kombination aus Erlebnis und Sport. Zum dreitägigen Hamburgtrip gehören Kulturprogramm, Hafenrundfahrt, Musicalbesuch und am Sonntagabend nach dem Spiel sogar eine Feier mit der Mannschaft in einer Disco auf der Reeperbahn. Der EHV-Fanbeauftragte Jörg Meinhardt fiebert dem außergewöhnlichen Ausflug seit Wochen entgegen. "Mit der Sponsorenauswahl gab es schon öfter Ausfahrten. Zum Saisonabschluss kam dann die Idee mit Hamburg auf." Anfangs herrschte Skepsis. "Wir wollten zunächst versuchen, einen Bus voll zu bekommen." Dass es ein Selbstläufer wurde, habe alle Erwartungen übertroffen. "Innerhalb kürzester Zeit war der erste Bus voll. Es folgten ein zweiter und ein dritter." So gehen am Sonnabend rund 200 Fans mit auf große Fahrt in den hohen Norden, einige davon auch im privaten Auto. Für die Bus-Fraktion gewann man laut Jörg Meinhardt ein Reisebüro, das alles organisierte. "Es sollte ein kultureller Teil dabei sein, aber auch Party und gemeinsame Zeit. Wir haben sogar einen DJ organisiert, der extra für die Auer auflegt."

Im EHV-Fanclub Victoria 96 stieß die Idee sofort auf Gegenliebe. "Als die Idee geboren wurde, war Hamburg in der dritten Liga. Wir haben gesagt, wenn der HSV aufsteigt, begleiten wir unser Team zum Spiel in die Hansestadt", so Jens Krüger. Dass die Mannschaft sogar nach der Partie noch mit vor Ort bleibt, sei keine Selbstverständlichkeit. Das freue alle sehr. Jörg Meinhardt ist stolz auf die Resonanz. "Der HC Elbflorenz in Dresden hatte eine ähnliche Aktion angeschoben, aber nur 20 Leute begeistern können." Die 200 Frauen, Männer und Kinder, die den EHV auf so besondere Weise unterstützen, seien da schon eine ganz andere Hausnummer. "Vielleicht bringt es der Mannschaft ja auch die entscheidenden Körner für einen Sieg."

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