Abstiegskandidaten senden Lebenszeichen

Fußball, Erzgebirgsliga: Tirol trotzt Spitzenreiter ein Remis ab - Pockau, Annaberg II und Neustädtel siegen

Annaberg-Buchholz.

Ein Lebenszeichen haben die Abstiegskandidaten der Erzgebirgsliga am 19. Spieltag gesendet. Bis auf das abgeschlagene Schlusslicht Königswalde konnten alle Teams aus dem Tabellenkeller punkten. Davon profitierte auch Spitzenreiter Stollberg. Der blieb zwar selbst ohne Sieg, wahrte aber durch die Niederlagen der Verfolger seinen Vorsprung von zwölf Punkten, Zweiter ist nun Auerhammer.

SV Dittmannsdorf - FC Stollberg 2:2 (1:2): Was wäre das für ein Tollhaus geworden? Eine letzte scharfe Flanke bringen die Dittmannsdorfer, die ein 0:2 gegen den Liga-Primus aufgeholt haben, noch in den Strafraum. Allerdings ist die Hereingabe einen Tick zu schnell für die Stürmer. "Das wäre es gewesen", sagt Steffen Richter, Trainer der Dittmannsdorfer. "Aber auch das 2:2 ist toll, gerade nach dem Rückstand." Er ziehe den Hut vor seiner Mannschaft: "Das war eine grandiose Leistung." Zwar hatten die Gastgeber anfangs noch etwas Respekt vor den Stollbergern, aber nach dem 0:2 sei dieser verflogen. "Ab da hat eigentlich nur eine Mannschaft gespielt." Der Punkt sei wichtig für die Moral, wie Richter betont: "Wir wollen weitermachen, bis zum Schluss."

SV Auerhammer - FV Königswalde 4:0 (2:0): Das Schlusslicht aus Königswalde hat die nächste Pleite kassiert. Gegen den SV Auerhammer, der mit dem Dreier auf Rang 2 klettert, erhöhten die Blau-Weißen mit dem 0:4 ihre Chancen auf den Titel "schlechtester Erzgebirgsligist aller Zeiten". Dabei konnte die Elf von Nico Barthold mithalten, wie auch Mike Martin, der Trainer der Hausherren, bestätigt. "Königswalde war ein ebenbürtiger Gegner und hat stark angefangen." Das Tor zum 2:0 sei aber der Genickbruch gewesen, so der Übungsleiter. "Ab da haben die Gäste kaum noch Gegenwehr gezeigt, und wir konnten den Sieg über die Zeit schaukeln." Besonders freute sich Martin darüber, dass seine Elf ohne Gegentor blieb: "Das hatten wir lange nicht mehr."

FSV Pockau-Lengefeld - Eintracht Bermsgrün 4:1 (1:0): Einen eminent wichtigen Erfolg hat der FSV Pockau-Lengefeld gefeiert, der den ersten Dreier im Jahr 2019 bejubeln durfte. Der Abstand zum rettenden Ufer konnte zwar nicht verringert werden, trotzdem war die Erleichterung deutlich zu spüren. "Wir müssen unsere Spiele gewinnen. Was auf anderen Plätzen passiert, können wir nicht beeinflussen", sagt Timo Uhlig, Vorsitzender des FSV. "Wichtig ist, dass die Mannschaft endlich mal wieder das Gefühl erlebt hat, zu gewinnen." In der ersten Halbzeit musste sich das Team bei Sandro Breitfelder im Tor bedanken. "Im zweiten Abschnitt haben wir dann gezeigt, was wir können", sagt Uhlig, der in der effektiveren Chancenverwertung den Schlüssel zum Sieg sah.

VfB Annaberg II - FSV Schwarzenberg 1:0 (1:0): Auch die Reserve des VfB Annaberg konnte sich erstmals seit vier Partien wieder über einen Dreier freuen. Und das auch verdient, wie Lars Walther findet. "Wir waren 75 Minuten lang die bestimmende Mannschaft", so der Trainer der Kreisstädter. Ihn ärgere allerdings, dass seine Elf nicht konsequenter mit den eigenen Chancen umgegangen sei. "Da hätten wir uns noch viel Zittern ersparen können." Denn die Schlussviertelstunde sei ein reiner Kampf gewesen, so Walther. Über die gesamte Spielzeit gesehen, habe sich aber die bessere Mannschaft durchgesetzt, so der Annaberger Trainer. "Endlich haben wir uns für den betriebenen Aufwand auch mal belohnt."

Neustädtler SV - FV Drebach/Falkenbach 4:1 (2:1): Der Neustädtler SV komplettierte den erfolgreichen Spieltag für die Abstiegskandidaten, indem er den FV Krokusblüte überraschend deutlich besiegte. Zwei Helden des Aufsteigers, der damit weiterhin sieben Punkte Vorsprung vor der Abstiegszone hat, waren dabei Kevin Gräßler und Maximilian Schürer. Beide schnürten in dieser Partie einen Doppelpack und brachten den Gästen aus Drebach damit die zweite Niederlage unter Trainer Steffen Ziffert bei.

SV Großrückerswalde - Oelsnitzer FC 3:0 (0:0): André Förster, der Trainer des Oelsnitzer FC, ließ keine Zweifel daran, dass die Niederlage seiner Elf in Großrückerswalde verdient war. Sein Team war ständig defensiv gefordert. "Wir haben 75 Minuten gut verteidigt", so Förster. "Aber der Mannschaft mache ich keinen Vorwurf. Mit unserer Personallage haben wir uns achtbar geschlagen." Der Trainer der Gastgeber, Steven Finzelberg, zeigte sich beeindruckt von seiner Elf. "Wir waren über 90 Minuten das dominante Team", sagt er. "Hinten haben wir wenig zugelassen und vorne konnten wir uns einige Möglichkeiten erarbeiten." Die Mannschaft habe die Vorgaben sehr gut umgesetzt, so Finzelberg. "Auch wenn wir den Dosenöffner mit dem 1:0 gebraucht haben, bin ich stolz auf die Leistung."


Stenogramme zur Erzgebirgsliga

VfB Annaberg II - FSV Blau-Weiß Schwarzenberg 1:0 (1:0)

SR: Raimund Pechstein - Z: 45

T: 1:0 Voigt (40.)

Neustädtler SV - FV Krokusblüte Drebach/Falkenbach 4:1 (2:1)

SR: Daniel Dommer - Z: 101

T: 1:0 Gräßler (14.), 2:0 M. Schürer (30.), 2:1 Neubert (36.), 3:1 M.Schürer (47.), 4:1 Gräßler (79./FE)

SV Großrückerswalde - Oelsnitzer FC 3:0 (0:0)

SR: Nico Mauersberger - Z: 68

T: 1:0 Fischer (76./ET), 2:0 Zucker (80.), 3:0 Reuter (86.)

SV Dittmannsdorf - FC Stollberg 2:2 (1:2)

SR: Torsten Golde - Z: 80

T: 0:1/0:2 Schönherr (5./31.), 1:2 Burda (35.), 2:2 Weise (86.)

SV Auerhammer - FV Königswalde 4:0 (2:0)

SR: Martin Hilbig - Z: 63

T: 1:0 Ehmig (15.), 2:0 Ficker (36.), 3:0 Bochmann (52.), 4:0 Polusik (62.)

FSV Pockau-Lengefeld - SV Eintracht Bermsgrün 4:1 (1:0)

SR: Eric Schuhmann - Z: 70

T: 1:0 Schubert (36.), 2:0 Bauer (61.), 2:1 Engl (67.), 3:1 Matthes (71.), 4:1 Schubert (74.)

1.Stollberg (A)1957:1946

2.Auerhammer1942:2334

3.Großrückerswalde (A)1943:29 33

4.Schwarzenberg1944:2532

5.Crottendorf1950:4431

6.Drebach/F. (A)1932:2930

7.Oelsnitz1932:3330

8.Bermsgrün1931:3328

9.Neustädtel (N)1947:4727

10.Burkhardtsdorf1929:3226

11.Pockau-Lengefeld1923:3920

12.VfB Annaberg II1923:3916

13.Dittmannsdorf/W.1927:4816

14.Königswalde1921:264

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