Achterbahnfahrt endet remis

Trotz zwischenzeitlicher Sieben-Tore-Führung hat Handball-Zweitligist EHV gegen Großwallstadt nur ein 27:27 (17:12) erreicht. Zeit zum Durchpusten bleibt aber nicht, diesen Mittwoch geht's weiter.

Lößnitz.

Zwei Halbzeiten, zwei Gesichter: Der EHV Aue hat im Heimspiel gegen den TV Großwallstadt furios losgelegt, aber stark nachgelassen. So stand gegen den Aufsteiger im Heimspiel vorigen Freitag letztlich ein 27:27 (17:12) zu Buche. Selbst dieser Punktgewinn gelang erst auf den letzten Drücker.

So jubelte nach der Schlusssirene in der Lößnitzer Erzgebirgshalle erst mal nur einer im Auer Lager: Gabriel De Santis. Der Schwede hatte sich zehn Sekunden vor Ablauf der Uhr ein Herz gefasst und den Ball zum 27:27 versenkt. Damit war der Krimi allerdings nicht vorüber. Bei noch sieben Sekunden spielten die Gäste schnell und erhielten einen finalen Freiwurf, den der Grieche Savvas Savvas aber vergab. Aues Rückraumspieler De Santis war mit fünf Toren zugleich erfolgreichster Werfer auf Seiten des EHV, der prima in die Partie kam. So setzten sich die Gastgeber vom 5:1 (8.) bis auf sieben Tore ab - 8:1 (11.) und 9:2 (13.) -, ehe die Gäste in der 24. und 27. Minute bis auf zwei Treffer verkürzten. Das 17:12 zur Pause wägte die Erzgebirger in trügerischer Sicherheit. Nur Kapitän Kevin Roch schien den Braten zu riechen. Er blieb nachdenklich etwas länger auf der Bank sitzen, ehe er in die Kabine ging.

Zuletzt fiel der EHV zweimal sofort nach Wiederbeginn in ein Loch. Das war diesmal anders. Per 4:0-Lauf inklusive eines sehenswerten Doppelschlags von Roch erhöhte Aue den Abstand wieder auf 21:14 (36.). Danach lief aber fast nichts mehr zusammen. In den folgenden 14 Minuten sollten nur zwei weitere Tore gelingen, während neun Angriffe verpufften. Adrian Kammlodt brach mit dem 24:20 den Bann. Doch der Vorsprung schmolz wieder und wäre ohne einen erneut starken Sveinbjörn Petursson im Tor längst passé gewesen. Das Drama nahm seinen Lauf. So folgte dem ersten Ausgleich (26:26/57.) in der letzten Minute gar die erste Großwallstädter Führung, die De Santis wie erwähnt mutig egalisierte und seinem Team somit wenigstens einen Punkt sicherte.

Enttäuscht zeigte sich Aues Interimscoach Runar Sigtryggsson. "Wir haben zwei gute Anfangsphasen leichtfertig verspielt. Der Rhythmus war total raus." Dabei sei sein Team in der ersten Halbzeit gewarnt gewesen, als der Vorsprung zwischenzeitlich schon gefährlich schmolz. "Das war fast ein bisschen wie Russisch Roulette", sagte er. EHV-Manager Rüdiger Jurke relativierte es ein wenig. "Sieben Tage, drei Spiele, vier Punkte: Das ist okay." Zumal ein straffes Programm folge. Die Zähler, so hofft er, helfen Chefcoach Stephan Swat bei der Genesung. "Er ist stabil. Wir hoffen alle, dass es weiter aufwärts geht." Auf dem Parkett geht es für Aue diesen Mittwoch weiter - ab 18 Uhr beim TuS N-Lübbecke, aktuell Tabellenvierter.

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