Am Fichtelberg steigen die Probleme

Das Personalkarussell dreht sich. So auch am Bundesstützpunkt in Oberwiesenthal, wo die Sorgenfalten einiger damit vergrößert werden.

Oberwiesenthal.

Lutz Hänel ist nicht mehr Trainer am Bundesstützpunkt. Die Nachricht hat viele aufgerüttelt, und ganz freiwillig hat der 59-Jährige den Platz auch nicht geräumt. "Mein Herz hängt einfach an Oberwiesenthal. Hier habe ich meine Arbeit 1985 begonnen und hier wollte ich sie als Trainer beenden", sagt der erfahrene Mann. In 35 Jahren hat er nach seinem Diplomstudium an der DHfK in Leipzig eine Menge erlebt am und auf dem Fichtelberg sowie in all den Wintersportgebieten, die er bereist hat. Mehr als ein Drittel dieser Zeit war er leitender Stützpunkttrainer, also verantwortlich für alle Altersbereiche. Deshalb sind viele bedrückt, weil der Deutsche Ski-Verband (DSV) als Arbeitgeber Lutz Hänel in eine andere Aufgabe gedrängt hat. Selbst Schreiben von 24 Sportlern und ein weiteres von Eltern führten nicht zur Umkehr. "Für Oberwiesenthal würde der Weggang eines so guten Trainers ein großes Loch hinterlassen", heißt es in einem, "Herr Hänel ist ... ein sehr erfolgreicher Trainer mit hoher akademischer und fachlicher Qualifikation, der sich immer mit der modernen sportwissenschaftlichen Literatur und den aktuellen Trends im Skilanglauf auseinandergesetzt" im anderen.

Nahezu die gleichen Argumente führt aber der DSV ins Feld, um die neu geschaffene Position "Nachwuchsbeauftragter Skilanglauf" zu begründen. Lutz Hänels Erfahrung reicht vom Spitzen- bis zum Nachwuchsbereich, stellt Karin Orgeldinger als Vorstand Sport fest. Und Andreas Schlütter: "Wir brauchen Trainer, die das System kennen, die die Zusammenhänge hinterfragen und verstehen. Lutz Hänel ... verfügt über all diese Kenntnisse." Deshalb sehen die DSV-Leute Hänels Wahl für den Posten als perfekt an.

An der Entscheidung dürfte sich also nichts ändern. Michael Hoffmann, der ihn "beerben" durfte, ist logischerweise auch nicht glücklich, dass wieder ein Erfahrener weggeht. Ebenso sieht es Holger Hanzlik als Geschäftsführer des Förderkreises: "Ein herber Verlust." Auch, weil vor Hänel in recht kurzer Zeit schon vier Trainer des Stützpunkts mit DSV-Aufgaben bedacht worden waren. Hinzu komme, dass die Landestrainer ständig wechseln - viermal in den letzten fünf Jahren, derzeit ist die Stelle erneut vakant. Die Oberwiesenthaler sehen Gefahr für Verband, Stützpunkt und Vereine.

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