Andrang auf der Schanze hält sich derzeit in Grenzen

Wie das erzgebirgische Sommercamp der Skispringer gezeigt hat, ist die Nachwuchsarbeit ins Stocken geraten. Allerdings brachte die geringe Teilnehmerzahl auch einen positiven Aspekt mit sich.

Beim diesjährigen Sommercamp von Regionaltrainer Achim Schaale war das Teilnehmerfeld überschaubar.

Von Andreas Bauer

Wo sich vor wenigen Jahren noch weit mehr als 20 junge Skispringer tummelten, waren die Teilnehmer diesmal fast an einer Hand abzuzählen. "Aus unserem Verein sowie vom WSV Grüna waren sechs Sportler im Alter von 8 bis 13 Jahren dabei", sagt Übungsleiter Achim Schaale vom SV Nordisch/Alpine Zschopau über sein diesjähriges Sommercamp. Als Regionaltrainer des Erzgebirges hatte er auch viele andere Vereine kontaktiert, doch der Andrang auf der Schanze hielt sich in Grenzen.

Dabei wartete auf die Teilnehmer ein vielfältiges Programm. Natürlich stellte das Training auf der Zschopauer Schanzenanlage die Basis dar. "Wegen der Hitze haben wir die Übungseinheiten gleich am frühen Morgen sowie spät am Abend absolviert", berichtet Schaale. Doch von der Jugendherberge Warmbad, wo die Sportler übernachteten, führte der Weg nicht nur an den Zschopenberg. "Wir haben viel unternommen", so der Organisator. Bei Temperaturen von mehr als 35 Grad Celsius durften Abstecher ins Krumhermersdorfer Freibad nicht fehlen, wo auch Beachvolleyball gespielt wurde. Außerdem gehörten Inliner-Fahrten ebenso zum Programm wie ein Ausflug in den Rabensteiner Kletterwald.

Ironischerweise sind es aber genau solche Trendsportarten wie Klettern oder Bouldern, die den Skispringern die Nachwuchsarbeit erschweren. "Heutzutage widmen sich viele Kinder den modernen Angeboten, von denen es in der Region viele gibt. Dazu gehören auch Skateboard- oder BMX-Radfahren", sagt Schaale. Seine Zschopauer Trainingsgruppe ist inzwischen auf nur noch vier Sportler geschrumpft. Inklusive der Vereinsvertreter an den Stützpunkten und der Breitensportler im Seniorenbereich sind es insgesamt zwar noch zwölf Aktive, doch der Schwund im Nachwuchsbereich ist klar erkennbar. "Es ist ein generelles Problem", sagt Schaale, der ähnliche Situationen auch in anderen Vereinen und sogar in populären Sportarten wie dem Fußball ausgemacht hat: "Auch dort werden Talente dringend gesucht."

Um den aktuellen Trend zu stoppen, hat der Regionaltrainer schon viel versucht. Obwohl das Schnuppertraining in den Grundschulen bislang wenig gebracht hat, will er es weiterhin versuchen. "Kurz nach den Sommerferien geht es wieder los", sagt Schaale, der als Maßnahme seitens des Verbands auch auf das "Mini-Skifliegen" verweist. Um Anfänger von 5 bis 8 Jahren auf die Schanze zu locken, wird diese Tour im Winter wie auch im Sommer organisiert. "Nächste Station ist am 18. August Scheibenberg", sagt Schaale, der in der geringen Teilnehmerzahl des Sommercamps zumindest einen Vorteil sah. Immerhin konnte er sich individuell um jeden Sportler kümmern, was Früchte getragen habe: "Speziell in der Flugsymmetrie waren Fortschritte erkennbar, was sich zwangsläufig auf die Weite auswirkt." Noch wichtiger als solche kleinen Schritte wäre aber eine größere Trainingsbeteiligung.

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