Annaberg geht in Aue baden

Mit einem 4:1-Erfolg beweist Auerhammer seine Form. Für die Kreisstädter dreht sich die Spirale dagegen weiter abwärts.

Aue.

Es wurde öfters laut an diesem sonnigen Herbst-Vormittag in Aue. Während die überall präsente Polizei und einige Schlachtenbummler in Lila-Weiß daran erinnerten, dass das Sachsenderby zwischen dem FCE und Dynamo Dresden noch auf dem Programm steht, wurde im Auer Westen schon gekickt. Dabei bewies der SV Auerhammer eindrucksvoll, dass mit ihm in dieser Spielzeit zu rechnen ist.

Die ersten zehn Minuten gehörten den Auern, die früh Druck machten und die Gäste zu Fehlern zwangen. Ein Kopfball von Emil Polusik nach einer Ecke landete nur knapp neben dem Tor von Rico Offenderlein. Danach zog sich die Elf von Trainer Mike Martin aber wieder etwas zurück, was den Kreisstädtern in die Karten spielte. Die drehten den Spieß nun um und erspielten sich einige Gelegenheiten zur Führung. Valentin Breitfeld zielte bei seinem Heber etwas zu ungenau, Tommy Meyer per Kopf nach einer Ecke zu genau - er traf das Aluminium. Auch Richard Freund prüfte Sven Gundermann im Tor des SVA. Den ersten Treffer erzielten indes trotzdem die Gastgeber: Christian Menzers scharfen Pass nach innen erreichte zuerst Polusik, der aber aus kurzer Distanz noch an Offenderlein scheiterte. Toni Colditz stand jedoch genau richtig und musste den Ball nur noch über die Linie drücken. Die Partie wurde in der Folge noch etwas hitziger und lauter, was Schiedsrichter Chevalier aus Thalheim dazu veranlasste, allein im ersten Abschnitt fünfmal Gelb zu zeigen. Aufregung gab es auch kurz vor der Pause, als die Annaberger nach einem Zweikampf an der Strafraumgrenze Elfmeter forderten, Chevalier dagegen auf Freistoß für den SVA entschied. "Der Schiedsrichter hat heute recht unglücklich agiert", biss sich Annabergs Trainer Daniel Mannsfeld auf die Lippen.

Dabei schien er in der Halbzeit die richtigen Worte gefunden zu haben, denn die Kreisstädter legten sofort los wie die Feuerwehr. Zwar hatten sie erst etwas Glück, als ein Kopfballtreffer von Colditz wegen Abseits nicht anerkannt wurde. Im Gegenzug erzielte Richie Schulze nach feinem Pass in die Schnittstelle der Auer Abwehr aber den Ausgleich. Die Freude hielt jedoch nicht lange, denn nur zwei Minuten später hatte erneut Toni Colditz die Führung für den SVA wieder hergestellt. Die Partie entwickelte sich nun zu einem offenen Schlagabtausch, bei dem beide Seiten ihre Möglichkeiten besaßen. Die Entscheidung fiel dann aber zugunsten der Gastgeber: Nils Günther eroberte sich außen den Ball und nutzte die Annaberger Konfusion in der Abwehr zum 3:1. Im Anschluss musste Annabergs Schlussmann Rico Offenderlein vorzeitig zum Duschen, denn er und die Gäste reklamierten ein deutliches Handspiel von Günther bei der Balleroberung. Da der VfB-Torwart bereits in der ersten Hälfte aufgrund eines verbalen Disputs mit einigen Zuschauern verwarnt wurde, sah er nun die Ampelkarte. Zwar versuchten die Annaberger noch einmal ins Spiel zurückzukommen, aber der erst kurz vor Schluss eingewechselte Oliver Dehne traf in der Nachspielzeit sogar noch zum 4:1.

Während Mannsfeld von einem "gebrauchten Tag" für seine Mannschaft sprach, war Auerhammers Coach Mike Martin natürlich zufrieden. "Ich denke, wir haben dieses hochklassige Spiel verdient gewonnen", so Martin. "Annaberg hat uns viel abverlangt, aber wir haben gut dagegengehalten. Wichtig war natürlich, dass wir direkt nach dem Ausgleich das 2:1 machen." Mannsfeld wollte seiner Elf keinen Vorwurf machen: "Kämpferisch und spielerisch hat heute alles gepasst. Aber manchmal hat man eben Scheiße am Fuß." Nach drei Niederlagen in Folge müsse sein VfB jetzt schnellstens punkten.

Statistik SV Auerhammer: Gundermann; Meinhardt, Deland (79. Richter), Schmutzler, Colditz, Günther, Menzer (69. Lehmann), Polusik, Schlegel, Nguyen Hoang, Ficker (85. Dehne); VfB Annaberg: Offenderlein; Schulze, C. Meyer, Thomas (74. Sander), Thiel, T. Meyer, Gerlach, Reichelt, Breitfeld (81. Unger), Nixdorf, Freund; Tore: 1:0 Colditz (21.), 1:1 Schulze (50.), 2:1 Colditz (52.), 3:1 Günther (75.), 4:1 Dehne (90.+3); Gelb-Rot: Offenderlein (76.); SR: Chevalier (Thalheim); Z: 65

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