Auch abseits der Piste warten Erfolge

Für Moritz Dehne ist in dieser Woche nicht nur ein Schuljahr zu Ende gegangen, sondern ein Kapitel seines Lebens. Als Mountainbiker steht der Pobershauer vor einer ungewissen Zukunft.

Pobershau.

Lange habe er es gar nicht realisiert, sagt Moritz Dehne. "Aber jetzt begreife ich, dass das schönste Kapitel vorbei ist", so der 19-Jährige. Eigentlich stammt er aus Pobershau. Doch die Wohnung, die er gerade geräumt hat, befindet sich in Altenberg. Dort hatte der Sportschüler drei Jahre lang mit einem Rennrodler und einem Biathleten eine WG gebildet. Nun, da er sein Abitur in der Tasche hat, geht es kurz zurück in die Heimat. Seine Koffer braucht Moritz Dehne aber kaum auszupacken, denn der nächste Lebensabschnitt steht in Form eines Studiums unmittelbar bevor.

Mit dem "schönsten Abschnitt", der jetzt vorbei ist, meint der Erzgebirger einerseits Kindheit und Jugend. Schließlich konnte er bislang fast immer das tun, was er wollte. Gemeint ist aber auch seine Zeit als Leistungssportler, denn im Sattel seines Mountainbikes hat Moritz Dehne große Hoffnungen geweckt. Von 2014 bis 2018 wurde der Starter des RSC 93 Marienberg stets sächsischer Cross-Country-Meister. Nach seinem Wechsel an die Sportschule in Altenberg verfolgte er noch höhere Ziele. "Meine besten internationalen Ergebnisse waren Platz 4 beim Maja-Race in Polen sowie Platz 12 in der Internationalen Bundesliga in Titisee-Neustadt", erzählt er.

Urkunden und Trophäen sind nun in Paketen verstaut. Ein Bild mit Symbolcharakter, denn seine Zeit als Leistungssportler am Stützpunkt ist vorüber. Moritz Dehne ist stolz auf viele Ergebnisse. Er muss sich aber auch eingestehen, dass es für die absolute Spitze nicht gereicht hat. "Der Mountainbikesport wird in Deutschland nicht so gefördert. Das hilft nur fünf Fahrern pro Jahrgang." Zu denen gehört er nicht. Dies zeigte sich bei der Deutschen U-23-Meisterschaft vor zwei Wochen. Das Ziel lautete, durchzukommen und nicht der 80-Prozent-Regel zum Opfer zu fallen. Geschafft: Dehne drohte keine Überrundung, und so kam er als 35. ins Ziel. Es war der Schlussstrich unter seine Altenburger Zeit.

Obwohl der Pobershauer nicht zur Nationalmannschaft gehört, will er weiter auf Leistungssport-Niveau trainieren. "In meiner Trainingsgruppe in Altenberg bin ich immer willkommen", weiß er. Doch vor allem wird er individuell schwitzen müssen, denn Altenberg dürfte bald weit weg sein. In Leipzig will Dehne Sportmanagement studieren. Falls es nicht klappt, hat er ein Sportwissenschaftsstudium in Leipzig oder Halle als Plan B in der Tasche. "Auf jeden Fall will ich dem Sport treu bleiben", sagt der 19-Jährige, der einmal sogar in den Weltcup hinein schnuppern durfte. "Es war ein Riesen-Erlebnis, die Weltspitze mal hautnah zu erleben", erinnert er sich an das Rennen in Albstadt. Ob sich diese Gelegenheit noch einmal bietet, bleibt zu bezweifeln. Schließlich rückt nun der berufliche Werdegang in den Vordergrund.

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