Aue fegt Eisenach aus der Halle

Mit 30:25 (14:9) hat Handball-Zweitligist EHV daheim das Derby gegen den ThSV gewonnen. Ein perfekter Einstand für den Interimscoach aus Island.

Lößnitz.

Viel hatte der Rückkehrer nicht zu meckern. "Ich bin stolz auf die Jungs. Sie sind sehr reif", sagte Runar Sigtryggsson. Er vertritt derzeit bei Handball-Zweitligist EHV Aue den schwer an Covid-19 erkrankten Chefcoach Stephan Swat. Mit dem 30:25 (14:9) im Derby gegen den ThSV Eisenach in der Lößnitzer Erzgebirgshalle erlebte der Isländer, der von 2012 bis 2016 Trainer der Erzgebirger war, diesen Dienstagabend einen gelungenen Einstand.

Dabei begann der Abend trotz leerer Ränge sehr emotional. Wie zuletzt beim TV Hüttenberg liefen die Auer in Dressen mit der Nummer 6 beziehungsweise 95 ein - die alten Trikots von Swat, der in der Klinik um seine Gesundheit ringt. Täglich erreichen ihn und seine Frau unzählige Genesungswünsche. "Im Namen der Familie bitte ich deshalb alle, von Nachrichten in jeglicher Form vorerst abzusehen", appellierte EHV-Manager Rüdiger Jurke. "Stephan und seine Familie wissen, dass sehr viele Menschen an ihn denken und ihm die Daumen drücken." Nun benötigen sie laut Jurke aber etwas Privatsphäre, um mit der Situation umzugehen.

Energie in Form des Sieges sendete die Mannschaft ihrem Trainer. "Es ist nicht einfach ohne Swati. Wir versuchen, für ihn zu spielen - bestmöglich", sagte Maximilian Lux. Der Rechtsaußen steuerte gegen Eisenach vier Tore bei. "Runar hat uns gut eingestellt. Wir wussten, was kommt." Basis des Erfolgs sei die gute Abwehr um einen bärenstarken Sveinbjörn Petursson im Kasten gewesen. Lux: "In der ersten Halbzeit spielten wir auch prima nach vorn."

So zog der EHV vom 3:1 (7.) über das 7:4 (13.) und 13:7 (25.) sogar bis auf sieben Tore (14:7/29.) davon. Doch zu Beginn der zweiten Hälfte fiel Aue in ein Loch. "Das ist uns in Hüttenberg auch passiert", haderte Lux. Die Gäste witterten Morgenluft und verkürzten (13:15/33.), ehe sich der EHV wieder absetzte (22:18/45.). Danach wurde es noch mal eng, weil die Gastgeber Chancen vergaben. Aber nach dem 20:22 der Gäste in der 49. Minute gelangen Bornhorn (23:20/50.), Kapitän Kevin Roch (24:21/51.) und Goncalo Ribeiro (25:22/54.) drei wichtige Tore, um Eisenach auf Distanz zu halten. "Wir haben es zwischendrin unnötig spannend gemacht", fand auch Lux. Kaum noch Stimme hatte Namensvetter Kevin Lux. Der Kreisläufer und einige andere trommelten und brüllten von der Tribüne aus die ganze Zeit lautstark, um Aue derbywürdig zu unterstützen. Mit Erfolg.

Sigtryggsson übte nur an der zweiten Halbzeit Kritik. "Da leisteten wir uns zu viele Fehler", sagte er, bescheinigte der Sieben aber trotz wiederholter Quarantäne-Pause eine insgesamt gute Form. "Auch wenn es mental zurzeit schwer ist, richten wir den Fokus aufs Spiel und versuchen, alles andere in der Kabine zu lassen." Das gilt auch für diesen Freitag, wenn der EHV ab 19 Uhr Aufsteiger Großwallstadt empfängt.

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