Auer lassen Favoriten alt aussehen

Handball-Zweitligist EHV hat trotz zweier Parkettverweise Favorit Coburg klar bezwungen. Beim 33:25-Heimsieg traten die Gastgeber als willensstarke Einheit auf.

Lößnitz.

Zuletzt im Februar 2016 ist dem EHV Aue in der 2. Handball-Bundesliga ein Sieg gegen den HSC Coburg gelungen. Die folgenden vier Partien in der Saison 2017/18 und in der Serie 2018/19 - egal ob daheim oder auswärts - gingen jeweils verloren. Die Negativserie haben die Auer am Sonntag im ersten Heimspiel der aktuellen Saison gestoppt: In der Lößnitzer Erzgebirgshalle bezwangen sie den Favoriten aus Coburg 33:25 (15:14) - in einem Duell, das spannender kaum hätte sein können.

Beide Teams starteten beherzt in die zunächst ausgeglichene Partie, in der es nach zehn Minuten 5:5 hieß. In der 21. Minute gab's beim Stand von 9:9 die erste Schlüsselszene, als EHV-Keeper Erik Töpfer zur Abwehr den Torraum verließ. Dabei stieß er mit Coburgs Florian Billek zusammen und kassierte die Rote Karte. Bitter für die Gastgeber um Trainer Stephan Swat, der ohnehin nur zwei Schlussmänner im Kader hatte, weil Radek Musil krankheitsbedingt fehlte. So zählten allein die Dienste von Vilius Rasimas, was im gesamten Auer Team eine Initialzündung auslöste. Bis zur Pause und dem 15:14 verlief die Begegnung auf Augenhöhe. Der frisch gebackene Papa Rasimas machte das Spiel seines Lebens. "Er hat maßgeblich zum Erfolg beigetragen", so Swat. Dabei kam es auch in Hälfte zwei in den Reihen des EHV immer wieder zu Unterzahlsituationen. Teils standen die Gastgeber sogar nur mit fünf Akteuren auf dem Parkett. Zu allem Übel musste Franz Schauer in der 49. Minute nach seiner dritten Zeitstrafe vorzeitig unter die Dusche. Doch der HSC Coburg - in der vorigen Saison Tabellendritter - konnte daraus keinen Profit schlagen. "Wir wollten diesmal wirklich aggressiv agieren. Dadurch kommen halt Zeitstrafen zustande. Das sieht erst mal bedenklich aus. Aber es schüchtert den Gegner ein", so Neuzugang Adrian Kammlodt, der mit elf Toren bester Auer Werfer war. Auch er sah den Parkettverweis für Töpfer als Weichensteller. "Für uns war das ein Hauruckmoment, in dem sich jeder gesagt hat: Jetzt erst recht - für Erik." Denn Letzterer habe sich mit seinem Einsatz fürs Team geopfert.

Mit der Ausgeglichenheit in der Partie (21:21/44.) war es in den letzten zehn Minuten vorbei. Die Gastgeber zogen eindrucksvoll davon - über das 25:23 (50.), 26:23 (51.) und 30:23 (56.) bis zum finalen 33:25. Trainer Stephan Swat zeigte sich entsprechend zufrieden. "Die Woche war intensiv. Wir haben die Niederlage vom Saisonauftakt gründlich aufgearbeitet", sagte er und lobte seine Mannschaft, die nach seinen Worten bereits im Training unter der Woche viel Moral und Einsatz an den Tag gelegt hatte. Ein Dankeschön richtete er zudem an die Fans und die geniale Stimmung in der Halle. Gut 1100 Zuschauer verfolgten die denkwürdige Partie.

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