Auf Stimmenfang für eine Klobrille

Mediales Nachspiel für ein kurioses Tor: Der Treffer, der Anfang November in Johanngeorgenstadt fiel, steht nun in einer Fußball- Sendung zur Wahl.

Johanngeorgenstadt/Albernau.

In der 68. Minute fasst sich Hannes Rauner ein Herz. Der Spieler des FSV Johanngeorgenstadt kommt kurz hinter der Mittellinie eher zufällig an den Ball - und kloppt ihn einfach Richtung Tor. Sekunden später zappelt das Leder im Netz und die Heimelf bejubelt im Spitzenspiel der 2. Fußball-Kreisklasse West an diesem 1. November einen verrückten Ausgleich zum 1:1. Und dieser erlebt jetzt ein mindestens ebenso kurioses Nachspiel.

So wurde das Team der Fernsehsendung "Zeiglers wunderbare Welt des Fußballs" im WDR auf die Szene aufmerksam und nominierte den Treffer kurzerhand für das "Kacktor des Monats November". Die Wahl läuft via Internet. "Und unsere Jungs stimmen fleißig für Johanngeorgenstadt ab", sagt Ralf Bauer. Er ist Präsident des SV Albernau, der in der Begegnung des 7. und wegen Corona vorerst letzten Spieltags beim FSV zu Gast war. Damit empfing der Dritte den punktgleichen Tabellenzweiten, der bereits in der 5. Minute dank Maik Scholz in Front zog und erst durch besagten Treffer den Ausgleich kassierte. Das Remis sei längst verschmerzt, so Bauer. Richtig klasse findet er das Nachspiel. Denn damit hat der SVA Erfahrung - ist er doch stolzer Besitzer von gleich zwei Klobrillen. Diese gibt es für die Sieger bei der Wahl des Kacktors. Im September 2017 war Daniel Hackbarts Treffer nominiert. "Auch so ein irres Ding - ein Mix aus abgefälscht, Bogenlampe, Latte, Abpraller und Tor", erinnert sich Bauer. Die Internetgemeinde entschied: Das ist das Kacktor des Monats September. Doch dabei blieb es nicht. Mit 33,6 Prozent der Stimmen triumphierte Albernau sogar im Jahresfinale und stach neun andere Monatssieger aus. Der Lohn? Die goldene Klobrille. Auf diesen Sitz sind jetzt die Johanngeorgenstädter heiß.

"Bei dem Tor half der Wind kräftig mit", erinnert sich FSV-Trainer Christian Weigel. Im Video scheint es, als ob sich der Gästekeeper den Ball selbst ins Netz bugsiert. "Doch zugeschrieben wurde der Treffer unserem Mann", so Weigel, der sich über die Albernauer Schützenhilfe beim Stimmenfang freut. "Klar wollen wir gewinnen. Wann wird man schon mal für so etwas nominiert?"

In Konkurrenz steht das Tor unter anderem mit ähnlich kuriosen Treffern von Magdeburg, Leverkusen und Saarbrücken. Weigel: "Wir voten eifrig für uns und hoffen, andere Vereine der Region schließen sich an." Zu finden sind Video und Link zur Abstimmung bei Youtube.

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