Auffallend abgeklärt

Die Handballerinnen aus der Kreisstadt haben dem Spitzenreiter in dessen Halle die Grenzen klar aufgezeigt. Selbst zwei Rote Karten konnten ihre Wucht nicht eindämmen.

Annaberg-Buchholz.

Wer im Spitzenspiel der Handball-Bezirksklasse einen Auswärtssieg mit neun Toren Unterschied getippt hätte, wäre von den Buchmachern sicherlich mit einem ordentlich ausgefüllten Scheck heimmarschiert. Vermutlich hat aber niemand auf ein 29:20 (15:8) für den HC Annaberg-Buchholz beim Tabellenführer Nickelhütte Aue gewettet. Und doch ist es so passiert, maßgeblich waren zwei überragende Phasen für die Kreisstädterinnen, die dadurch Rang 3 im Klassement festigen konnten.

"Dank vieler unserer zündenden Ideen im Angriff und einer intensiven und zugleich offensiv ausgerichteten 5:1-Abwehr konnten wir Spitzenreiter Aue unerwartet deutlich in die Schranken weisen", resümiert Annabergs Trainerduo Anja und Jan Strasdat. Es konnte mit nahezu voller Kapelle beim Tabellenführer auflaufen, hatte deshalb einige Variationsmöglichkeiten und nutzte diese dann entsprechend. "Unser vorgezogener Abwehrverbund hat die Gastgeber zusehends verunsichert", nannte Jan Strasdat einen der wesentlichen Aspekte für den Erfolg. Hinzu kam eine enorme Laufbereitschaft seiner Frauen im Angriff und ein prächtiges Positionsspiel, das immer wieder zu erfolgreichen Torabschlüssen führte. Entscheidend aber waren wohl die Passagen kurz vor und direkt nach der Halbzeitpause. "Erst sind wir von 7:6 auf 12:6 weggezogen, dann noch einmal von 15:8 auf 21:8. Das hat den Gastgeberinnen sicherlich den Nerv gezogen", so Strasdat. Er sprach vom besten Saisonspiel seiner Damen: "Ihnen gelang fast alles. Und in manchen Situationen hatten wir auch das Quäntchen Glück, das der Tüchtigen."

Allerdings fielen zwei Wermutstropfen in den Kelch der freudetrunkenen Siegerinnen. Sie erhielten zweimal Rot. "Ob berechtigt oder nicht - darüber lässt sich streiten. Die guten Schiedsrichter haben es halt sogesehen. Meines Erachtens nach war es ein hartes, aber keineswegs unfaires Spiel", kommentierte Strasdat die Feldverweise gegen Kristin Schönherr (17.) und Lucie Parthova (55.). Laut Protokoll gab es diese für Fußstellen beziehungsweise Rempler von der Seite. "Insgesamt aber war es eine überzeugende Leistung unserer Mannschaft vom Anfang bis zum Ende", so die Strasdats. Sie schielen natürlich noch auf die Torschützenliste, die Lucie Parthova mit 168 Treffern anführt. Am Sonntag traf sie bis zu ihrer Hinausstellung, die selbst Aues Trainerin Daniela Diener als "etwas übertrieben" bezeichnete, zwölfmal. (mit jas)

 

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