Aufstieg ist nur noch Formsache

Nach einem Sieg und einem Remis am vorletzten Spieltag stehen die Badmintonspieler des BC Stollberg-Niederdorf mit einem Bein in der Sachsenliga. Der Lokalrivale spekuliert indes noch mit der Relegation.

Stollberg.

Einige Sektflaschen wurden auch gesichtet. Auf dem Tisch an der Eingangstür, direkt neben dem selbst gebackenen Kuchen, den die Spieler zu Heimspielen gemeinhin mitzubringen pflegen. Viele tranken immerhin einen Schluck. Dosiert feiern, nennt sich das wohl. Die große Sause blieb jedenfalls aus.

Noch. Denn dass die Badmintonspieler des BC Stollberg-Niederdorf den Aufstieg von der Sachsenklasse in die Sachsenliga Ende März perfekt machen, ist seit Samstag wahrscheinlicher denn je. In der Sporthalle des Stollberger Carl-von-Bach-Gymnasiums bezwangen sie am Vormittag zunächst die SG Einheit Meißen klar mit 6:2, bevor einige Stunden später ein 4:4 gegen den Radebeuler SV folgte. Drei Punkte gegen schwierige Gegner, die in der Tabellen auf den Plätzen 2 und 4 stehen - die Gastgeber zementierten damit ihre Tabellenführung. Am letzten Spieltag gegen das schon als Absteiger feststehende Schlusslicht Niedersedlitz und den Drittletzten Röhrsdorf reicht den Stollbergern ein Sieg und Remis, um den Aufstieg auch rechnerisch festzuzurren. Erneut auf dem heimischen Parkett sollte da nichts mehr schiefgehen, oder? "Zumindest Röhrsdorf wird noch einmal alles mobilisieren, denn die stecken selbst noch mitten im Abstiegskampf", hält Vereins-Vize Marcus Gundermann den Ball, flach, der im Badminton aus Naturfedern statt aus Plastik besteht.

Gegen den Tabellenvierten aus Meißen legten die Gastgeber los wie die Feuerwehr, gewannen das Damen- und das erste Herrendoppel glatt in zwei Sätzen. Doch die Gäste schlugen zurück. Nach dem Sieg im zweiten Herrendoppel hatte die Meißnerin Jessica Störr, im Dameneinzel die Chance, auszugleichen. Doch Karolin Schäfer, die im verlorenen ersten Durchgang mit sich und der Welt haderte, drehte das Match mit einer Energieleistung noch. "Das ist bei mir ganz oft so. Meistens verliere ich aber nicht den ersten, sondern den zweiten Satz", sagte sie. Die Partie war der neuralgische Punkt, denn danach lief es plötzlich. Alle drei Herren gewannen ihre Einzel, auch wenn sich Robert Helbig, die Stollberger Nummer 1, mit seinem Gegenüber Marcus Herzog etwas schwer tat. "Ich musste ihn erst einmal studieren und seine Schwächen herausfinden, die in der Rückwärtsbewegung lagen. Dann konnte ich ihn mit relativ einfachen Bällen knacken", sagte er.

In der zweiten Partie gegen das junge Team aus Radebeul waren es dann aber gerade die Männer, die in ihren Einzeln Nerven zeigten und diese jeweils verloren. Insbesondere Maik Hänig sah gegen den überragenden Nils Vietze kein Land. "Der ist mit seinen zwei Metern ein echter Schrank und vorn am Netz kaum zu überwinden", sagte Gundermann, der im Herrendoppel gegen den Radebeuler ran musste - und gemeinsam mit Christian Kupfer ebenfalls chancenlos war. Dank sehr guter Auftritte der Frauen verdienten sich die Stollberger den Punkt dennoch.

Für die Spieler des TSV Niederwürschnitz ist nach zwei Unentschieden gegen dieselben Gegner der direkte Aufstiegszug abgefahren. Auf Platz 2 und damit den Umweg über die Relegation spekulieren die Niederwürschnitzer allerdings schon. Drei Zähler muss der Tabellendritte auf Radebeul am letzten Doppelspieltag aufholen, die Gegner heißen dann ebenfalls Niedersedlitz und Röhrsdorf. "Wir wollen unbedingt hoch", sagt Holger Wandelt, Spieler beim TSV, der aber um die Leistungsunterschiede zwischen Sachsenliga und -klasse weiß. Mit der aktuellen Mannschaft sei der Klassenerhalt im Falle eines Aufstiegs pure Illusion. "Da müssten wir uns auf jeden Fall verstärken", so Wandelt.

Gegner und Spielort in der Relegation stünden im Übrigen auch schon fest. Die Niederwürschnitzer müssten nach Markkleeberg reisen und träfen dort auf Meerane. In der vergangenen Saison verloren die Stollberger die Relegation gegen diesen Gegner hauchdünn.

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