Auftakt in ein Abenteuer

Zum ersten Mal in der Vereinsgeschichte treten die Tischtennisspieler des TTC Lugau in der Oberliga an. Ein multikulturelles Team soll den Klassenerhalt schaffen.

Lugau.

Jahre-, um nicht zu sagen jahrzehntelang war die Hierarchie im Tischtennis im Altkreis Stollberg zementiert. Der TSV Elektronik Gornsdorf als mehrfacher DDR-Meister und später Oberligist ganz vorn, gefolgt von der anderen Vereinen der Region.

Wenn am Sonntag die Oberliga Mitte in ihre neue Saison startet, ist das Bild erstmals ein anderes. Den Platz der in die Sachsenliga abgestiegenen Elektroniker hat der TTC Lugau eingenommen. Den Aufstieg hat sich der Verein redlich verdient. Bis die vergangenen Saison wegen des Coronavirus im März abgebrochen wurde, hatten die Lugauer nur ein Remis zugelassen, ansonsten alles gewonnen. Mit einem Punktekonto von 29:1 hätte das Team bei drei noch ausstehenden Spielen auch so nicht mehr von Platz 1 verdrängt werden können.

Grund genug für die Erzgebirger, das Abenteuer Oberliga mit breiter Brust anzugehen. Vereinschef André Carlowitz warnt jedoch. "Das Ziel ist der Klassenerhalt." Um dieses zu erreichen, habe man die Mannschaft in der Sommerpause verstärken müssen. So stößt aus Budapest Krisztian Katus zum Team, der in der Vergangenheit auch schon 2. Bundesliga beim TTC Grenzau gespielt hat. Auf ihn, die neue Nummer 1, stieß der Verein auf einer Spielerbörse im Internet. Zum Punktspielauftakt am Sonntag, 15 Uhr zuhause gegen Hettstedt, wird er zum ersten Mal überhaupt in Lugau auftauchen. Ein weiterer Akteur mit klangvollem Namen, Hernán Benjamin Soto Torres, war dagegen schon einmal in Lugau zu Gast - mit den Leutzscher Füchsen. Von den Leipzigern eisten die Lugauer den Chilenen los. "Er hat zugesagt, weil er unbedingt noch einmal Oberliga spielen wollte", so Carlowitz. Seine Qualitäten ließ er schon aufblitzen: Vor wenigen Tagen triumphierte er bei der Vereinsmeisterschaft des TTC Lugau.

Mit dem schon oberligaerfahrenen Spitzenspieler Petr Wasik, der künftig an Position 2 spielt, stehen nun Spieler dreier verschiedener Nationalitäten für die Lugauer an der Tischtennisplatte. Das habe es beim TTC noch nie gegeben", sagt Carlowitz. Von der "Aufstiegsmannschaft" gehören weiterhin René Wolf, Christian Franz und Leon Schubert zum Oberliga-Team.

In der Oberliga Mitte treffen die Erzgebirger nun auf Mannschaften aus drei verschiedenen Bundesländern. Aus Sachsen-Anhalt (Magdeburg, Hettstedt, Schwerz und Blankenburg) sowie Sachsen (Dresden-Mitte, Holzhausen, Schwarzenberg, Lugau) tritt je ein Quartett an, Thüringen vertritt mit Schott Jena II, Zeulenroda und Nordhausen ein Trio. Titelfavoriten sind für Carlowitz jene Vereine, die aus der Regionalliga abgestiegen sind: Holzhausen und Blankenburg. Aber auch Hettstedt, der Auftaktgegner der Lugauer, in der vergangenen Saison Dritter, sei zu beachten. "Eine der spielstärksten Mannschaften", so der TTC-Vereinschef. Gewöhnen müssen sich die Lugauer an die Aussetzung der Doppelspiele in der kommenden Saison wegen der Abstandsregelungen im Zusammenhang mit dem Coronavirus. Stattdessen werden alle Einzel ausgespielt, jeder Spieler muss damit genau zweimal an die Platte.

Unterhalb der Oberliga gilt diese Regelung nicht, die anderen Mannschaften des TTC sind deshalb davon nicht betroffen. Die Zweite des Vereins spielt wie im Vorjahr in der Landesliga. Nach dem Aufstieg und dem gelungenen Klassenerhalt soll das Team diesmal vorn mitspielen. Lugau IV stieg in die Bezirksklasse auf und spielt damit auf derselben Ebene wie die dritte Mannschaft. Beide wurden allerdings in unterschiedliche Staffeln einsortiert, treffen somit nicht aufeinander. In der Kreisliga, der untersten Spielklasse, stellen die Lugauer diesmal zudem zwei Teams. (mit ac)

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