Ausland bietet Alternativen

Nach der Absage von "Rund um Zschopau" üben sich einige Endurosportler in Geduld. Andere zeigen ihr Können zum Beispiel in den Alpen.

Zschopau.

So groß die Enttäuschung über die Absage der Geländefahrt "Rund um Zschopau" auch ist: Wirklich überraschend kommt die Entscheidung des Gastgebervereins nicht. Für den Mitte Oktober geplanten Enduro-Weltmeisterschaftslauf fehlte dem MSC "Rund um Zschopau" die Planungssicherheit - und damit ein schlüssiges Konzept. Statt verbindlicher Zusagen von Behörden gab es unkalkulierbare Risiken. "Wir als Verein haben daher schweren Herzens diese Entscheidung getroffen", sagt Fahrtleiter André Rudolph, der zumindest bei nationalen Fahrern und Verantwortlichen auf Verständnis stößt. Während die anderen WM-Läufe in Frankreich, Italien, Spanien und Portugal laut Weltverband stattfinden werden, sind in Deutschland die Vorbehalte (noch) zu groß.

"Es war absehbar. Die Hygieneregeln sind einfach nicht einzuhalten", sagt der mehrfache deutsche Meister Andreas Beier, für den die Veranstaltung ein Heimspiel dargestellt hätte. Gern wäre der Krumhermersdorfer wieder gegen die internationale Elite angetreten, um sein Können zu beweisen. Die Chancen waren aber in seinen Augen kaum noch vorhanden. "Das dürfte jedem klar gewesen sein." Zu hoch sind nach Beiers Einschätzung die Anforderungen, die Veranstaltern wie dem MSC keine andere Wahl lassen.

Statt sich mit der Weltspitze zu messen, konzentriert sich der 33-Jährige somit aufs Training. "Ich richte den Fokus auf die Fitness", sagt Beier, der jeden Tag auf seinem Fahrrad unterwegs ist. Die Zeit im Motorradsattel hält sich dagegen in Grenzen - soll aber zunehmen, je näher der September rückt. Denn zumindest die Deutsche Meisterschaft hat er noch nicht abgeschrieben. "Da halten sich die Zuschauerzahlen ja meist in Grenzen", lautet seine Begründung. Und für die Sportler könnte sich bis dahin ein Hygienekonzept finden lassen.

Auf Wettbewerbe nicht verzichten will dagegen Marcel Teucher. Der 33-Jährige aus Thermalbad Wiesenbad nahm schon vor drei Wochen an einem Lauf der tschechischen Meisterschaft teil. Noch mehr Freude bereitete ihm aber zuletzt in den Alpen der Auftakt des Österreichischen Enduro-Cups. Über 20 Kilometer lang war die Runde über drei Gipfel im niederösterreichischen Schneebergland. "Da waren viele geile und lange Auffahrten dabei, die wir in Deutschland gar nicht gewohnt sind. Kein Wunder, dass die Österreicher international besser abschneiden", sagt der Wiesaer, der wie alle anderen für vier Runden fünf Stunden Zeit hatte.

Mit Platz 17 konnte er am Ende sehr gut leben. Der nächste Lauf steht Anfang August in Pramlehen an. "Da bin ich auf jeden Fall wieder dabei", so der Erzgebirger, der zudem auf die Rennen der Hard-Enduro-Serie hofft. Dass "Rund um Zschopau" abgesagt wurde, findet Teucher besonders bitter, da dies der "einzige richtig anspruchsvolle Wettkampf in Deutschland ist". Von anderen Ländern sei man mehr gewohnt. Nicht nur vom Gelände her, sondern auch hinsichtlich der Einstellung, die nicht nur Fahrer, sondern auch Offizielle betrifft. So würden selbst in Italien - einem Land, das von der Corona-Krise wesentlich härter getroffen wurde - schon wieder Meisterschaftsläufe ausgetragen.

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