Beeindruckende Aufholjagd bleibt durch "zu zeitiges Ende" erfolglos

Der EHV Aue hat mit nur zwei Toren Differenz beim Primus der Liga verloren. Favorit gerät in zweiter Halbzeit ins Wanken.

Aue.

Das gibt es wirklich selten: Der EHV Aue verliert 22:24 (16:10), doch irgendwie scheint kaum einer unzufrieden zu sein. Mag sein, dass es an der Tatsache lag, dass die Erzgebirger zum Auftakt des Punktspieljahres ausgerechnet beim Tabellenführer HSC Coburg gefragt waren. Bei der Mannschaft also, die momentan das Maß der Dinge in der 2. Handball-Bundesliga ist und die zuhause jedes Spiel in dieser Saison gewonnen hat. Etwas anders sieht es auswärts aus. Da musste der HSC vier Niederlagen einstecken. Eine davon setzte es beim EHV Aue. Am 1. September verloren die Coburger mit 25:33 in der Erzgebirgshalle.

In der Begegnung am Samstagabend spielte das keine Rolle mehr. Hier blieb festzuhalten, dass die Coburger durch eine starke Torhüterleistung in der ersten Halbzeit dem EHV Aue das Leben schwer machten. 2814 Zuschauer erlebten, wie Jan Kulhanek, der in der ersten Viertelstunde 75 Prozent aller Bälle hielt, die Angriffe des EHV zunichtemachte. "Wir sind immer wieder am gut aufgelegten Torhüter gescheitert", so Co-Trainer Kirsten Weber. Danach änderte sich das ein wenig, sodass der 38-Jährige zur Pause auf eine Quote von 52 Prozent verweisen konnte. Für den Angriff der Gäste hieß das: fast 15 Fehlwürfe und ständige Konterchancen für den HSC. So erklärt sich auch der Halbzeitstand von 16:10. "Die ersten Minuten waren noch gut", gab Linksaußen Kevin Roch zu Protokoll und meinte damit die ersten beiden Tore und die damit verbundene 2:0-Führung bis zur 7. Minute. "Da hat viel gepasst - Emotionen und Einstellung stimmten", so Roch. Er bedauert, was nach der Führung passierte: "Leider haben wir dann sehr schnell den Faden verloren." Auch er sieht die Glanzleistung von Kulhanek als Zünglein an der Waage. Was daraus folgte, analysiert Roch kritisch: "Die Coburger haben uns mit Kontern regelrecht überrannt." Aues Torhüter, Vilius Rasimas und Radek Musil, hatten es dadurch echt schwer. "Coburg kam ja immer wieder frei zum Wurf", bemängelte Roch.

Nach der Pause starteten die Gäste eine beeindruckende Aufholjagd, Pascal Bochmann im Tor hatte daran entscheidenden Anteil. "Er hat uns ein Stück weit ins Spiel zurückgebracht", so Roch über den 17-Jährigen. Auch Weber lobt: "Er hat eine ganz engagierte Leistung gezeigt." In der 51. Minute (20:19) waren die Schützlinge von Stephan Swat sogar bis auf ein Tor an die Coburger herangezogen. "Wir haben in dieser Phase solide verteidigt", so Weber. Stellvertretend nennt er Petr Slachta und Kevin Roch, die besonders überzeugten. Dass sein Team in den zweiten 30 Minuten nur acht Gegentore zuließ, freut Weber. Kevin Roch sieht es ähnlich, war aber dennoch etwas enttäuscht: "Coburg hat halt von der ersten Halbzeit gezehrt. Wenn das Spiel etwas länger gedauert hätte, wer weiß ..."


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