Bei Weltjugendspielen viel gelernt

Nachwuchstrialer Ben Roder vom MSC Thalheim hat in Italien einen Mittelfeldplatz belegt, die Qualifikation für die Endrunde aber knapp verpasst. Am Anfang gab es einige Irritationen.

Auf seinem Parcours musste Ben Roder unter anderem auch dieses Holzhindernis überwinden.

Von Matthias Heinke

Eine gewisse Nervosität war ihm durchaus anzumerken. Kein Wunder: Als Deutscher Meister, der er in diesem Jahr wurde, wusste Fahrradtrialer Ben Roder vom MSC Thalheim zwar, was es bedeutet, gegen die Besten seiner Sportart aus der ganzen Republik zu fahren. Doch die Weltspitze - das ist noch etwas anderes.

So wurden die Erwartungen an den Neunjährigen im Vorfeld der Weltjugendspiele nur vage formuliert. Durchkommen und Spaß haben - das war in etwa der Tenor. Doch der talentierte Brünloser demonstrierte im italienischen Lazzate im Norden des Landes, dass er durchaus mithalten konnte. In seiner Altersklasse (U 11) wurde er 15. von 36 Startern, erreichte also einen ordentlichen Mittelfeldplatz. Zudem schaffte er mit der deutschen Nationalmannschaft Platz 5 im Teamwettbewerb.

Dabei war der Auftakt in Italien alles andere als optimal. Denn vor dem Beginn der Einzelentscheidung hatte sich Roder plötzlich in der Starterliste der U-15 wiedergefunden. "Er wurde vier Jahre älter gemacht. Wie es dazu kam, wissen wir nicht", sagte sein Vater und Trainer Mirko Roder, der den Fehler gerade noch aufklären konnte. In der Folge musste sein Filius aber als Letzter auf die Strecke, bei Temperaturen von 40 Grad. Daran, dass er mit insgesamt 25 Strafpunkten das Finale der besten Zwölf knapp verpasste, sei die Witterung aber nicht schuld gewesen. "Letztlich hatten alle mit der extremen Hitze zu kämpfen." Von den Leistungen der absoluten Spitzenfahrer zeigte sich Mirko Roder indes äußerst beeindruckt. "Es ist schon echt der Wahnsinn, was vor allem die Japaner und die Spanier drauf haben." Die Südeuropäer hätten in ihrem Land sogar eine richtige Trialschule mit Internat, die ähnlich aufgebaut sei wie die frühreren DDR-Sportschulen. "Da sind die Voraussetzungen eben ganz andere", so Roder.

Er und sein Vater hoffen hierzulande stattdessen weiter auf finanzielle Unterstützung. Abgesehen von den Nationaltrikots müsse die Familie so gut wie alles selbst zahlen - was aber nicht an den sportlichen Ambitionen rüttle. Denn dass er auch 2019 wieder an den Weltjugendspielen teilnehmen möchte - dann in der nächsthöheren Altersklasse - daran lässt Ben Roder keinen Zweifel. Termin sowie Austragungsort sind noch offen.

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