Bergpreis heimst erneut viel Lob ein

Das Gleichmäßigkeitsrennen in Bockau hat sich auch in seiner 13. Auflage als voller Erfolg erwiesen. Historische Mobile auf zwei und vier Rädern zogen die Blicke auf sich.

Wolfgang Meier aus Saalburg-Ebersdorf nahm mit seinem Trabant P60 Kombi von 1961 am 13. Bockauer Bergpreis teil.
Karl-Heinz Buschmann aus Sehma absolvierte die Strecke auf seinem Berliner Roller IWL von 1961.

Von Anna Neef (Text und Fotos)

Perfekte Streckenwahl, tolle Landschaft, tadellose Organisation: Wolfgang Prautzsch ist am späten Sonnabendnachmittag regelrecht ins Schwärmen geraten. Mit seinem Mercedes 280 SL des Baujahrs 1977 gehörte er zu den rund 125 Startern des Bockauer Bergpreises. Mit Rundkurs und Demonstrationsfahrten durch die Region fand dieses Gleichmäßigkeitsrennen zum 13. Mal statt.

"Weil wir ein super Team sind", so Organisationsleiter Gerd Zeeh von der gastgebenden Interessengemeinschaft, die 2012 das Oldtimerspektakel nach längerer Pause wieder ins Leben rief. 66 Starter waren es anfangs. Inzwischen schätzen regelmäßig mehr als 100 Besitzer historischer Zwei- und Vierräder den Wettbewerb. "Ich bekomme fast Gänsehaut, wenn ich an den heutigen Tag denke", so Prautzsch. "Es wird jedes Jahr besser", so der Mann aus Oelsnitz im Erzgebirge. Die Platzierung sei für ihn Nebensache. "Bei mir zählt der Spaßfaktor."

Die Pokale machten andere unter sich aus. Zugelassen sind Autos und Motorräder bis Baujahr 1987, gewertet in verschiedenen Klassen. Auf dem Programm steht jeweils eine 2,5 Kilometer lange Strecke die Jägerhausstraße hinauf. Zweimal war sie zu absolvieren - so gleichmäßig wie möglich. Hinzu kam in Bad Schlema ein 130 Meter langer Rundkurs. Am besten meisterte all das André Wappler aus Lauter-Bernsbach auf seiner MZ TS 250/1. Er wurde Gesamtsieger. Zu Show-Zwecken, aber nicht weniger motiviert reiste Fritz Herpich an. Er war Teil des 25-köpfigen Felds, das auf historischen Rennmaschinen die Pause zwischen den Gleichmäßigkeitsfahrten füllte. "Natürlich muss sich jeder selbst einschätzen können", sagte der Pilot einer 350er Honda CB. "Aber die Strecke verlockt. Wenn man einmal draufsitzt, gibt man auch Gas", sagte er schmunzelnd. Unfälle blieben aus, nur ein gerissener Keilriemen war zu beklagen. "Wir sind rundum zufrieden", so Gerd Zeeh.

Das war auch Karl-Heinz Busch-mann vom Oldtimerclub Annaberg. Er nahm auf einem Berliner Roller von 1959 mit Originalhänger Enkelsohn Kurt mit. "Wir sind das zweite Mal da, freuen uns auf die Fahrt." Der anfangs drohende Regen machte ihnen nichts aus. "Ist egal." Sichtlich stolz schob Sarah Wollny ihre orange-schwarz gespritzte Simson an den Start. "Als Schrott gekauft, habe ich sie mit meinem Vater wieder hergerichtet", so die 20-Jährige, die ab und zu mit dem DDR-Moped zur Arbeit fährt. Die angehende Erzieherin und leidenschaftliche Fußballerin wurde vom Papa mit dem Oldtimer-Fieber angesteckt. "Er hatte eine ETS und eine ETZ. Das fand ich spannend."

Nichts dem Zufall überließen Ruth und Eberhard Schürer. Per Handy-Stoppuhr kontrollierten die stolzen Besitzer eines VW Käfer von 1977 ihre Zeit. "Wir sind routiniert, weil wir mehrere Veranstaltungen dieser Art absolvieren", sagte das Paar aus Morgenröthe-Rautenkranz. In Bockau fühlen sie sich stets wohl. "Es passt einfach alles."

Die Sieger: Jörg Fichtner, Lauter-Bernsbach (Klasse Motorräder 1 auf Awo), Hans Bochmann, Gablenz (M 2 auf Jawa), André Wappler, Lauter-Bernsbach (M 3 auf MZ), Karl Richter, Gablenz (Klasse Wartburg), Gerfried Voigt, Affalter (Autos 1 mit Trabant), Thomas Koch, Zwickau (A 2 mit BMW), Stefan Reidel, Zschorlau und Jens Güra, Lichtenau (Rennmaschinen auf Yamaha bzw. DKW-IFA).

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