Bestandsaufnahme fällt mau aus

Im Kegeln dünnt das Feld der Mannschaften immer mehr aus. Und auch die Zugehörigkeit zu höheren Ligen lässt nach - teils sogar ganz freiwillig.

Cranzahl.

Letztmals vor zehn Jahren - damals waren es die Frauen des KV Blau-Weiß 1896 Lumpen Cranzahl - hat nur eine Mannschaft aus dem Altkreis Annaberg auf Landesebene gekegelt. Die Damen stiegen seinerzeit in die 2. Bundesliga Ost auf, sodass es danach bis zur Saison 2014/15 auf Landesebene gar keinen hiesigen Vertreter gab. Aktuell sieht es auch eher dürftig aus.

2014/15 schafften sowohl die Männer aus Cranzahl als auch die Senioren des SV Bärenstein jeweils als Bezirksmeister den Aufstieg in die 2.Verbandsliga, ein Jahr später folgten die Senioren der TSG Sehma als Bezirksmeister. Den Männern aus Cranzahl gelang seinerzeit sogar der Durchmarsch in die 1. Verbandsliga. Sie blieben dort bis zu Saison 2018/19. Auch Sehma schaffte den Durchmarsch, stieg gleich wieder ab, um in der Vorsaison den direkten Wiederaufstieg perfekt zu machen. Die Bärensteiner spielten konstant, mussten aber auf Grund vieler personeller Probleme in der Vorsaison den Abstieg hinnehmen. Doch sie meldeten nicht im Bezirk, sondern nach dem Zusammenschluss mit dem KSV Saxonia Annaberg - dieser trat dem SV Bärenstein bei - im Kreis. Doch nicht nur die Bärensteiner, sondern auch die Cranzahler Männer zogen ihre Mannschaft von der Landes- auf die Kreisebene zurück. Die Abgänge von Tim Rösch (Stollberg), Thomas Jacobi (Sehma), Udo Rösel (Königswalde) und Enrico Thumeyer (derzeit nicht aktiv) waren zuviel Aderlass für die Lumpen, um auf Landesebene konkurrenzfähig zu bleiben. Somit verbleibt nur die TSG Sehma mit ihrer Seniorenmannschaft im Land. Auf Bezirksebene ist bei den Männern nur der TSV Geyer in der 1.Bezirksklasse vertreten.

Bei den Frauen spielen mit dem TSV Geyer, dem KSV Thum (beide Bezirksliga) und dem BSV Ehrenfriedersdorf (Bezirksklasse) drei Mannschaften im Bezirksmaßstab. Was auf den ersten Blick gut aussieht, wird auf den zweiten erschreckend. Denn der Fachausschuss Annaberg konnte nur deshalb eine Kreisliga bilden, weil zwei Mannschaften des mittleren Erzgebirges wechselten. Das Quartett bilden nun der ESV Buchholz, der SV Scharfenstein sowie die beiden Spielgemeinschaften Tannenberg/Königswalde und Marienberg/Niederschmiedeberg. Grund ist, dass seit Jahren der Nachwuchs zurück geht und kaum Spielerinnen nachkommen. Schaut man sich deren Durchschnittsalter an, kann einem für die Zukunft bange werden. Auch im Männerbereich wird es immer schwieriger, da viele Mannschaften überaltert sind. Seit 2004 sank zudem die Anzahl der Vereine insgesamt, zum einen durch Fusionen, zum anderen aber eben, weil zu es zu wenige Mitglieder gibt und damit die Bahnen teilweise finanziell nicht mehr haltbar sind. Diese Entwicklung ist aber nicht nur im Altkreis Annaberg zu verzeichnen, sondern bis auf wenige Ausnahmen wie etwa den SKV 9Pins Stollberg im Erzgebirgskreis insgesamt. Immerhin hat sich die Erzgebirgsliga im Nachwuchs konstant entwickelt, sodass noch ein Funken Hoffnung besteht, dass das Kegeln als eine der ältesten Sportarten der Welt weiterhin Bestand haben wird. Die Zentren für die Nachwuchsarbeit liegen in Bernsbach und Neukirchen.

Im Falle der Stollberger besteht der Verein derzeit aus Mitgliedern, die zuvor beispielsweise in Lugau, Mittelbach, Neukirchen, Zwönitz und anderen Orten aktiv waren. Auch jene, welche einstmals aus dem Nachwuchskader des KSC Stollberg 1920 stammten und zwischenzeitlich für den Chemnitzer SV Siegmar 48 spielten, sind wieder zurückgekehrt. Die Damenmannschaft wiederum besteht zum Großteil aus jener des einstigen Bundesligisten KV Cranzahl, die durch Spielerinnen aus Oelsnitz und sogar Dresden verstärkt wurde. Eine Nachwuchsmannschaft hat aber auch dieser Verein nicht im Spielbetrieb.

Bewertung des Artikels: Noch keine Bewertungen abgegeben
0Kommentare

Die Diskussion wurde geschlossen.



    Bitte schalten Sie ihren AdBlocker aus. An alle Adblocker

    Bitte schalten Sie ihren AdBlocker aus.
    Mehr erfahren Sie hier...