Brüder sollen Aufstieg bringen

Mit den Neuzugängen Martin und Stefan Kapp an den Spitzenbrettern wollen die Stollberger Schachspieler in die 1. Landesklasse aufsteigen. Doch es gibt auch eine traurige Nachricht.

Stollberg.

Jürgen Steinhardt hält den Ball flach, wie es in der Fußballersprache heißt. "Andere Mannschaften können auch Schach spielen", sagt der Vorsitzende des Schachvereins Stollberg. So richtig aus der Deckung mag er sich noch nicht wagen. Dabei ist jetzt schon klar, dass die Erzgebirger mit großen Ambitionen in die neue Saison gehen, die im September beginnt. Nach Rang 4 in der abgelaufenen Spielzeit soll diesmal Platz 1 her. Das würde den Aufstieg in die 1. Landesklasse bedeuten.

Anlass zur Hoffnung, dass es damit tatsächlich klappen könnte, geben die beiden Neuzugänge. Vor wenigen Tagen vermeldete der Verein das Engagement von Martin Kapp. Der 34-Jährige kommt von Lok RAW Cottbus. Mit den Lausitzern wurde er zuletzt Brandenburger Mannschaftsmeister und schaffte den Aufstieg in die Oberliga Nord-Ost. Wie in Cottbus soll er auch in Stollberg das Spitzenbrett bekleiden. "Martin war schon 2014/15 bei uns und ist dann wegen seines Studiums nach Brandenburg gezogen. Nun zieht es ihn zurück in die Heimat", sagt Steinhardt. Zuvor hatten sich die Stollberger bereits Martin Kapps Bruder Stefan geangelt, der in der vergangenen Saison beim TSV Ifa die Nummer 1 war, den Abstieg der Chemnitzer aus der 2. Landesklasse in die Bezirksliga allerdings nicht verhindern konnte. In Stollberg wird Stefan Kapp künftig an Brett 2 sitzen. Die Reihenfolge harmoniert dabei mit der Deutschen Wertungszahl (DWZ), die die Spielstärke von Schachspielern angibt. Martin Kapp besitzt derzeit eine DWZ von 2174, sein Bruder liegt bei 1931. Der bisherige Inhaber des Spitzenbretts, Dirk Fischer, folgt mit 1918. Er wird in der nächsten Saison an Brett 3 sitzen.

Doch der Stollberger Schachverein muss auch mit einem schmerzlichen Verlust zurechtkommen. Mit Holger Rauch verstarb vor einigen Tagen der Spieler von Brett 5 - mit gerade einmal 57 Jahren. "Das kam völlig überraschend, wir waren alle schockiert", so Steinhardt. Zudem wird sich der Verein in der kommenden Saison mit einem unerwarteten Gegner auseinandersetzen müssen. Denn die dritte Mannschaft des ESV Nickelhütte Aue, die 2017/2018 Staffelsieger geworden war, hat ihr Aufstiegsrecht nicht wahrgenommen. Ob die Auer, die zuletzt sechs tschechische Gastspieler eingesetzt hatten, ab Herbst eine vergleichbar starke Mannschaft an den Start bringen, ist bislang aber noch nicht klar. In der vergangenen Saison endete das Duell beider Teams 4:4. (mit jüw)

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