CFC: Ein Drama auch für einige im Erzgebirge

Einer schlingert - viele schlingern mit. So im Fall des Chemnitzer FC, bei dem trotz des Pokalhits am Sonntag gegen den Hamburger SV wenig Himmelblaues zu erkennen ist.

Königswalde/Annaberg.

Die Aufregung bleibt groß, die Kuh ist noch nicht vom Eis. Doch was derzeit beim Chemnitzer FC abläuft, erschreckt. Nicht nur die Bezirksstädter, sondern auch einige junge Fußballer und deren Eltern aus dem Erzgebirge. Im Fokus stehen keinesfalls nur Profi-, sondern ungewollt auch Nachwuchsfußballer.

Etwa Max Roscher. Der Junge aus Königswalde, vor wenigen Wochen mit Roman Eppendorfer aus Amtsberg und Tim Kaiser aus Drebach Landespokalsieger gegen RB Leipzig geworden, will am Samstag mit der U 17 des CFC bei Hertha BSC in Berlin einen guten Auftakt in die Bundesliga hinlegen. Noch vor fünf Tagen stand dies in den Sternen. Denn bei den Himmelblauen, bei denen allen Mitarbeitern des Nachwuchsleistungszentrums (NLZ) gekündigt worden ist, macht sich Unsicherheit breit. Was wird, wenn das NLZ abgewickelt wird? Anderer Club, andere Schule, anderes Internat? Oder komplettes Aus? Und das sofort? Fragen über Fragen. "Offiziell wissen wir als Eltern nicht mehr als das, was in der Zeitung steht", sagte Thomas Roscher, der Vater von Max, Anfang der Woche. Sein 16-jähriger Sohn, den er wegen der idealeren Bedingungen in Chemnitz vor vier Jahren mehr oder weniger Richtung CFC lotste, hatte das Ziel, in der Juniorenbundesliga zu spielen. "Diese Aussicht bestand nur in Chemnitz", lautete die Begründung, weshalb die Roschersche Entscheidung damals gegen den FC Erzgebirge Aue fiel.

Die Nähe von Schule, Internat und Training war sicher auch ein Argument, weshalb Nico Künzel vor wenigen Tagen sein Zimmer in Chemnitz bezogen hat. Er ist vom VfB Annaberg zu den Himmelblauen gewechselt - als 13. Spieler von Trainer Christian Einenkel. Eine Unglückszahl? Das hofft niemand, wenngleich auch in der Familie von Nico Künzel leichte Verunsicherung herrscht. Der zweikampfstarke, ehrgeizige und robuste Junge, der laut Trainer aber seine Antrittsschnelligkeit verbessern muss, erzielte in der jüngsten Landesklasseserie 33 Tore in 22 Spielen. Nun beginnt in wenigen Tagen für ihn die 7. Klasse in neuer Umgebung. "Für uns hieß es zunächst, es bleibt alles wie abgesprochen", so Vater Andreas Heinz. Die CFC-Trainer - für Nico wird es Tim Strahte sein - hätten zudem versichert, dass sie sich weiter engagieren. "Respekt, denn aktuell wissen sie nicht mal, ob sie bezahlt werden", sagte Heinz am Montag. Nico jedenfalls hätten die ersten Tage gefallen. Hauptsache, es bleibt so - und das Drama beim CFC endet bald.

Mittlerweile lautet die Nachricht wenigstens, dass das NLZ bis Ende August abgesichert ist. Was dann kommt, lässt sich kaum einschätzen, selbst wenn Normaldenkende der Meinung sind: Im Sinne der Jungs muss es weitergehen.

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