"Das Beste ist, nicht müssen zu müssen"

Noch verbleiben zwei Wochen bis zum scharfen Punktspielstart. Verstärkt hat sich der VfB Annaberg nicht, aber er nimmt es oft mit starken Gegnern auf. So auch am Wochenende.

VfB Annaberg: Vorstand Robert Metschberger, Leon Reichelt, Sebastian Halm, Tommy Meyer, Danny Nixdorf, Thomas Haase, Chris Weichert, Patrick Nestler, Jiri Sifalda, André Thiel, Co-Trainer Frank Nicklaus und Mannschaftsleiter Bruno Niepel (hintere Reihe von links); Christian Wagner, Franz Klemm, Richie Schulze, Rico Offenderlein, Tim Groschopp, Franz Sander, Kilian Gerlach, Franz Rossa und Christoph Meyer (vordere Reihe von links). Auf dem Bild fehlen Trainer Ingo Klöpping, Richard Freund, Justin Klitzke, Bruno Schubert und Josef Unger.
Ingo Klöpping - Trainer desVfB Annaberg

Für Sie berichtet: Thomas Schmidt

Wenn der VfB Annaberg am 25. August in die Saison der Landesklasse startet, hat er gleich ein Erzgebirgsderby vor der Brust. Beim SV Tanne Thalheim gibt es die Premiere um Punkte für den Aufsteiger, der mit nahezu unverändertem Kader die höhere Leistungsklasse in Angriff nimmt.

Ingo Klöpping ist es deshalb aber nicht bange. Zwar sind die Gefühle des VfB-Trainers etwas zwiegespalten, da "uns ein, zwei Zugänge ganz gut getan hätten." Andererseits setzt er auf sein junges Team, das künftig sogar auf die erfahrenen André Lang und Johan Hablawetz verzichten muss. "Für die beiden Abgänge ziehen wir fünf Jungs aus den eigenen Reihen nach oben", betont der Trainer. Gemeinsam mit seinem Co. Frank Nicklaus und Mannschaftsleiter Bruno Niepel will er die Jugend schrittweise in die Mannschaft einbauen. Dass es keine Neuen aus anderen Reihen gibt, hat aber auch gute Seiten: "Unsere Truppe bleibt zusammen, hat Potenzial. Und sie ist in ihrer Entwicklung noch lange nicht am Ende", betont der Trainer, der nun "nur das Optimale aus den Kerlen herauskitzeln muss". Um die Ü-30-Leute Nestler, Schubert und Thiel schart sich also eine Truppe, die im Vergleich zur vorigen Serie nochmals verjüngt wird. Zurzeit hat der VfB-Kader ein Durchschnittsalter von 23,5 Jahren.

Positiv bewertet Klöpping die Einstellung seiner Spieler. Zwar würden dienstags einige wegen ihrer Studiums- oder anderer Verpflichtungen fehlen, doch freitags stehe bis auf Ausnahmen stets der komplette Kader zum Trainieren auf dem Kunstrasen der Kurt-Löser-Anlage. Zwar fehlt dem VfB ein eigener Rasenplatz, weshalb Klöpping eine Kooperation mit Buchholz als angenehm empfinden würde. Doch derzeit muss er mit den Bedingungen leben, die der VfB bietet. "Und bis auf Kleinigkeiten passt da ja so ziemlich alles - von einer starken Nachwuchsabteilung bis zu einer jungen, dynamischen Vereinsleitung", betont der 54-Jährige.

Taktisch sieht er die höhere Liga als "eher einfacher" an. "Zwar ist unsere Truppe in dieser Klasse unerfahren, wird sich an das höhere Tempo und die größere Körperlichkeit erst gewöhnen müssen. Dafür kommt uns entgegen, dass wir im Gegensatz zur Erzgebirgsliga nicht immer das Spiel zu machen haben", begründet Klöpping seine Meinung. Er hat Erfahrung und kennt die Konkurrenz, da er schon den BSV Gelenau mehrere Serien in der Landesklasse betreute. "Um unsere Defensive ist es ohnehin gut bestellt, nur die Offensiven brauchen mehr Unterstützung", fügt Klöpping in Bezug auf seinen VfB an.

Dass der jetzt in einer 16er-Staffel aufläuft und damit vier Punktspielbegegnungen mehr als in der vergangenen Serie zu bestreiten hat, sieht er in Anbetracht seiner 22 Leute nicht als Problem. Deshalb lautet das Ziel zunächst auch, nichts mit dem Abstieg zu tun zu bekommen. Möglicherweise müsse die Truppe auch lernen, eine Negativserie zu überstehen. Prinzipiell aber erwartet Ingo Klöpping, dass sich die Kontrahenten nicht hinten rein stellen: "Das Beste ist, nicht müssen zu müssen", sagt er mit Blick zurück auf den Favoritenstatus und die vielen "Mauer-Mannschaften" in der Erzgebirgsliga. Dem Auftakt in Thalheim folgt am 2. September der erste Heimauftritt gegen den Meeraner SV, am 30.September gibt es dann in der fünften Runde beim BSV Gelenau das erste Derby gegen Klöppings Ex-Klub.

Zunächst aber gibt es den Test am Sonntag beim FC Lößnitz. Ab 12 Uhr laufen dort beide VfB-Vertretungen parallel auf, da es wenig später wegen des Zweitliga-Ostderbys Aue gegen Magdeburg "chaotisch" werden dürfte. "Außer Sebastian Halm und Jiri Sifalda, die Blessuren auskurieren, ist meine Elf komplett", so Klöpping. Er erwartet im Duell mit dem Sachsenligisten "ein ähnliches Kaliber wie zuletzt Rapid Chemnitz". Allerdings erhofft sich der Trainer, dass seine Männer simple Fehler vermeiden und konzentrierter agieren als zuletzt.

VfB Annaberg 09

Tor: Rico Offenderlein (geb. 1990), Franz Sander (1999)

Abwehr: Leon Reichelt (1996), Franz Klemm (1995), Christoph Meyer (1992), Danny Nixdorf (1998), Patrick Nestler (1985), Chris Weichert (1997), Thomas Haase (1997)

Mittelfeld: Sebastian Halm (1997), Justin Klitzke (1996), Bruno Schubert (1985), Jiri Safalda (1993); Richie Schulze (1993), Christian Wagner (1997)

Angriff: Richard Freund (1985), Tim Groschopp (1998), Tommy Meyer (1992), André Thiel (1984), Josef Unger (1996), Franz Rossa (1999), Kilian Gerlach (1999)

Zugänge: Sander, Nestler, Gerlach, Rossa (alle eigene U 19), Reichelt (eig. 2. Mannschaft)

Abgänge: Johan Hablawetz, André Lang (beide Laufbahnende)

Trainer: Ingo Klöpping

Co-Trainer: Frank Nicklaus

Mannschaftsleiter: Bruno Niepel

Abteilungsleiter: Willy Beckert

Vorsitzender: Robert Metschberger

Spielstätte: Kurt-Löser-Sportplatz Annaberg

Spielkleidung: gelb/blau oder weiß/rot

Trikot: IDT Dichtungstechnik Annaberg

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