Das Ringen um das Ringen ist noch längst nicht beendet

Vereine planen ins Blaue, die Oberen grollen. Nun gibt's eine neue Runde im Clinch zwischen Bund, Verbänden und Vereinen.

Gelenau.

Nachdem der Deutsche Ringer-Bund (DRB) der Regionalliga Mitteldeutschland (RLMD) quasi die Daseinsberechtigung aberkannt hat, erklären sich die Präsidenten der Landesverbände damit nicht einverstanden. Gleich gar nicht damit, dass der DRB die aus 13 namhaften Vereinen bestehende Regionalliga als "Wilde Liga" einstufen und sich damit offenbar die Möglichkeit weiterer Sanktionen erhalten will. Das Ringen um das Ringen ist also längst nicht beendet.

Hintergrund des Dramas, das weder Ringer noch andere Sportler verstehen können ist, dass dem DRB die Bundesligisten in Scharen davongelaufen sind. Dieser versuchte, sich mit dem Verschmelzen von 1. und 2. zu einer gemeinsamen Bundesliga aus der Affäre zu ziehen. Vergeblich. Gerade 21 Mannschaften sind bereit, in dieser DRB-Bundesliga anzutreten. 2006 waren es in mehreren Staffeln noch 54, seitdem ist die Anzahl immer weiter bis auf den jetzigen Tiefpunkt geschrumpft.

Derzeit ist guter Rat teuer. Denn obwohl die Vertreter der Landesverbände Sachsen, Sachsen-Anhalt, Thüringen und Brandenburg von Ligareferent Henning Tröger bereits die abgeschlossene Terminplanung erhalten hatten, hängt alles in der Luft. Vor allem macht den Vereinen die Unsicherheit zu schaffen. Wem sollen sie glauben, für welche Tage sollen sie die Hallen bestellen? Was sollen sie ihren Sponsoren sagen? Wer ist im Recht? Der DRB oder die Zweckgemeinschaft Mitteldeutschland (ZGMD)? Für Joachim Kühn, den Präsidenten des Ringer-Verbandes Sachsen, ist die Lage eindeutig. "Weder in der Satzung des DRB noch in anderen Ordnungen ist für länderübergreifende Ligen eine Zustimmungspflicht geregelt. Aber in der Wettkampfordnung ist klar formuliert, dass für die Struktur unterhalb der DRB-Bundesliga die Zweckgemeinschaften und die Landesorganisationen allein verantwortlich sind", betont er. "Im Übrigen ist die jetzige Struktur nahezu identisch mit der von 2014. Einwände seitens des DRB gab es damals nicht."

Trotz der Differenzen hatte die ZGMD allen Vereinen nach dem DRB-Entscheid die Möglichkeit eingeräumt, aus der Regionalliga auszusteigen. Getan hat es niemand. Egal, ob Vertreter aus Thalheim, Lugau, Gelenau, Jena, Markneukirchen, Berlin, Potsdam oder Leipzig - sie blieben bei ihrer bisherigen Auffassung und damit auch bei der, die vom DRB geforderte Aufstiegspflicht abzulehnen.

"Wir schreiben keine Aufstiegspflicht fest", hat Kühn dem DRB deshalb geschrieben. Es dürfte die verhärteten Fronten kaum aufweichen, zumal einige Vereine noch zusätzlich mit dem DRB im Clinch liegen. Der brummte nämlich Ex-Zweitligisten ein 4000-Euro-Ordnungsgeld auf, weil diese nicht für die Bundesliga gemeldet hatten. Der DRB wertete dies als Rückzug, die Vereine als Reaktion auf eine geänderte Situation durch die gestrichene 2. Bundesliga. "Seitdem haben wir nichts gehört in Bezug auf unsere Beschwerde gegen das Ordnungsgeld", so Thalheims RV-Chef Holger Hähnel.

Fakt ist, dass die Vereine in Unsicherheit planen müssen. "Wir gehen davon aus, dass der ausgehändigte Terminplan gilt. Etwas anderes kennen wir nicht", sagt Gelenaus RSK-Vorsitzender Jens Fischer. Dies würde bedeuten, dass der RSK Gelenau am 19. August gegen Pausa/Plauen in die Regionalliga startet, der RV Lugau am gleichen Tag gegen Markneukirchen. "Davon gehen wir aus. So haben wir die Halle bestellt", sagt Eichenkranz-Vorstand Jan Peprny.

Nun soll am 19. Mai jedoch erneut über die Regionalliga beraten werden. "Es geht nicht darum, Inhalte zu ändern. Sondern wir wollen als Zweckgemeinschaft nur unser gemeinsames Handeln vertiefen", versichert Kühn. Grund sei, dass es in anderen Landesorganisationen personelle Wechsel in den Leitungsstrukturen gab. "Das bedeutet aber nicht, dass wir nun alles wieder auf den Kopf stellen", so Kühn.

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