Dauerregen trübt Freude nur teilweise

Die Red-Bull-Romaniacs gehen nach Meinung der Starter als schwierigste in die Geschichte ein. Zwei Erzgebirger durften sich dennoch in Sibiu über eine Finisher-Medaille freuen, zwei andere schieden aus.

Sibiu.

Felix Bräuer und Marcel Teucher haben ihr kompliziertestes Romaniacs-Extrem-Enduro erfolgreich beendet. Der Annaberger und der Wiesaer sind deshalb zufrieden aus Rumänien nach Deutschland zurückgekehrt, nachdem sie am vergangenen Sonnabend das Ziel in Sibiu erreicht hatten. "Nach diesmal noch extremeren und längeren vier Fahrtagen als sonst können sich die Jungs über eine weitere Finisher- Medaille freuen", berichtet Betreuer Denis Günther.

Bevor es jedoch so weit war, hatten die beiden Erzgebirger die Jubiläumsausgabe zu absolvieren. "Und die 15. Auflage hatte es in sich. Sie darf getrost als schwierigste in der Historie der Romaniacs bezeichnet werden. Selbst Weltstars wie Graham Jarvis und Taddy Blazusiak mussten der Strecke Tribut zollen und sind am dritten Fahrtag vorzeitig ausgeschieden", begründen die Piloten ihre Meinung. "Der Boden in den Karpaten war von einem wochenlangen Dauerregen vollgesogen wie ein Schwamm, Grip galt als Mangelware und der Härtegrad der Piste war nicht zu überbieten", steht selbst im offiziellen Pressetext. Auch für zwei Fahrer aus der Region lief es deshalb nicht wie gewünscht.

Sowohl Tino Bauer als auch Thomas Arnold stiegen vorzeitig aus dem Extremenduro aus. Immer wieder einsetzender Regen und Gewittergüsse verschärften die Bedingungen in den Karpaten weiter. Aber dies war längst nicht alles, was die Strecken diesmal so gnadenlos machte. Nachdem es im Prolog mit Platz 25 von 136 Silberfahrern ganz gut lief, wurden die Piloten dann am ersten Tag ins sprichwörtlich kalte Wasser geworfen. "Auf dem Weg ins Außenbiwak Straja mussten mehr als 200 Kilometer zurückgelegt werden. Der Regen hatte die Strecke so extrem aufgeweicht, dass es nicht möglich war, das veranschlagte Tempo einzuhalten", schildert Marcel Teucher. "An Checkpoint 6 wurde ich nach über acht Stunden Strapazen mit viele anderen Fahrern wegen Zeitüberschreitung aus dem Rennen genommen", fügt der Wiesaer hinzu. Glück im Unglück: Später wurde die beschriebene Etappe nur bis Checkpoint 4 gewertet, sodass die Disqualifikation annulliert wurde und demzufolge nicht zählte. "Es war dennoch schade. Für das hohe Startgeld von knapp 2000 Euro wollen schließlich alle das tägliche Ziel erreichen. Dies ließe sich schon dadurch lösen, indem die Streckenlängen etwas gekürzt würden. Um die 100 Kilometer Extremenduro mit knapp 8000 Höhenmetern wären völlig ausreichend", meint der 30-Jährige.

Der zweite Tag wurde nicht besser. Teucher und Bräuer entschieden, am Servicepunkt abzubrechen. "Es war besser, uns einige Stunden zu schonen. Dafür konnten wir in den verbleibenden Tagen wieder angreifen", begründete Felix Bräuer die taktische Entscheidung. Sie zahlte sich aus. Teucher beendete den dritten Tag auf Rang 23, nachdem er von Platz 77 aus ins Rennen gegangen war. "Auch der vierte und letzte Tag lief ganz gut für mich. Bis zum Servicepunkt waren zwar viele schwierige Passagen eingebaut, die nochmals an den Kräften zehrten. Überglücklich sah ich dann aber das Ende", beschreibt der Wiesaer sein Gefühl. Am Gusterita-Zielhang kam er im ersten Versuch bis ganz nach oben. "Wahnsinn, dies vor tausenden jubelnden Offroad-Fans zu schaffen. Platz 45 ist zwar nicht das Ergebnis, das ich mir erhofft hatte. Doch ins Ziel dieser superschweren Ausgabe der Romaniacs zu kommen, ist viel mehr wert", fügt er an.

Felix Bräuer erreichte als 62. ebenfalls das Ziel und darf sich über seine dritte Finisher-Medaille in Rumänien freuen. Der gebürtige Annaberger hat nach Abitur und Maschinenbaustudium seine Zelte in Radebeul aufgeschlagen. Doch kommt der 30-Jährige mehrmals in der Woche nach Annaberg, um zu trainieren und um in der Firma seines Vaters zu helfen. (mit enis)

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