Debüt lässt noch Wünsche offen

Nach ihrem ersten Spiel als Trainerin derMarienberger Handballerinnen war Lucie Hribova nicht wirklich zufrieden. Allerdings bleibt ihr noch Zeit, die Mannschaft nach ihren Ideen zu formen.

Marienberg.

Fast schien es, als stünden bereits Meisterschaftspunkte auf dem Spiel. Neben sehenswerten Kombinationen prägten auch harte Zweikämpfe sowie Zeitstrafen die Partie zwischen den Handballerinnen des HSV 1956 Marienberg und den A-Juniorinnen des DHK Banik Most. Tatsächlich handelte es sich dabei aber nur um einen Test, der in der ersten Halbzeit vom Nachwuchs aus der ersten Liga Tschechiens dominiert wurde. Vor allem dank ihrer schnellen Gegenstöße lagen die Gäste zur Pause mit 21:16 vorn.

Auch das aggressive Abwehrverhalten von Most führte dazu, dass sich die HSV-Damen viele Ballverluste leisteten. Zwischenzeitlich betrug der Marienberger Rückstand beim 10:17 und 12:19 sogar sieben Treffer. Die mit vier Torhüterinnen und 13 Feldspielerinnen angetretenen und ständig wechselnden Gastgeberinnen kämpften sich kurz vor Schluss aber auf ein Tor heran. In der letzten Minute bot sich beim Stand von 31:32 sogar die Chance zum Ausgleich, doch Mosts glänzend aufgelegte Keeperin sicherte ihrer Mannschaft den Sieg.

Auch wenn das Ergebnis zweitrangig war, so ärgerten sich die Marienbergerinnen über das verpasste Remis. Selbst Emma Bielawny und Lisa Drechsel, die gerade aus dem Nachwuchs aufgerückt sind, sowie die vom HV Chemnitz zurückgekehrte Anne-Katrin Weingardt hatten sich etwas mehr erhofft - ebenso wie Lucie Hribova. "Ich war nur mit der zweiten Halbzeit zufrieden. Da haben wir Kampfgeist, Einsatz und Laufbereitschaft gezeigt, was vorher nicht so gut war", sagte die neue HSV-Trainerin nach ihrem Debüt. Zugleich zeigte sie aber Verständnis für etwas Müdigkeit, da die Spielerinnen zwei Tage mit intensiven Einheiten hinter sich hatten.

Das Spiel, das Teil eines Marienberger Trainingslagers war, hat nach Ansicht von Lucie Hribova beiden Teams etwas gebracht. "Wir werden die freundschaftlichen Kontakte mit Most weiter ausbauen und noch mehrmals gegen die A-Jugend Testspiele bestreiten", kündigte die Trainerin an. Auch in den weiteren Partien dürfte dabei wohl Marcela Splechtova als Co-Trainerin an ihrer Seite sitzen. Eigentlich sollte die Tschechin nach ihrer Rückkehr vom HV Chemnitz wieder als Spielerin für den HSV auflaufen, doch aufgrund einer Knie-Operation fällt sie noch für längere Zeit aus.

Fast zwangsläufig muss Lucie Hribova nun auf die Jugend setzen - so wie auch bei der zweiten Herausforderung des Trainingslagers. Dafür war die Mannschaft zum VfB 1999 Bischofswerda gereist, der ein hochkarätig besetztes Turnier ausrichtete. Gegen den Meister der Mitteldeutschen Oberliga, SV Koweg Görlitz, setzte es eine 16:25-Niederlage. Auch dem Verbandsliga-Meister Bischofswerda war der HSV 16:17 unterlegen. Erst gegen Thüringens Vizemeister HBV Jena gelang ein 23:20-Sieg. "Alle haben wieder ihre Spielzeit bekommen. Es war zu sehen, dass das Trainingslager Spuren hinterlassen hat", sagt Hribova, die ihre Schützlinge nach dem Spiel gegen Most noch eineinhalb Stunden schwimmen ließ. Trotz guter Ansätze sieht sie noch viel Luft nach oben: "Wir müssen uns vor allem im Abwehr-Mittelblock, bei den Laufwegen und beim Timing verbessern", resümierte die neue Trainerin, die dennoch mit dem gezeigten Engagement zufrieden war.


Zur Person: Lucie Hribova

Als Nationalspielerin hat Lucie Hribova viele Erfahrungen auf internationaler Ebene gesammelt. Ihren größten Erfolg feierte sie 1994, als sie mit Tschechien bei der U-18-Europameistschaft Silber gewann.

Auch auf Vereinsebene können sich ihre Erfolge sehen lassen. 2000 wurde sie mit Slavia Prag tschechischer Meister. Im Jahr darauf triumphierte sie in Österreich mit dem Hypo-Verein und erreichte die Champions League.

Seit 2006 war die Rückraumspielerin in Deutschland aktiv. Zunächst beim HC Sachsen Neustadt-Sebnitz und später beim SC Riesa, für den sie in der Regionalliga und der 2. Bundesliga auf Torejagd ging.

Sechs Spielzeiten verbrachte sie ab 2010 beim HSV Marienberg, wo sie Meister der Mitteldeutschen Oberliga wurde und in die Dritte Liga aufstieg. 2017/18 half die heute 42-Jährige, die in Dresden wohnt, nochmals aus.

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