Debütant dringt in die internationale Spitze vor

Maik Schubert hat als einziger Erzgebirger die komplette Saison im neu geschaffenen Enduro-Open-Weltcup bestritten. Und das mit Erfolg.

Hopfgarten.

Bereits im vergangenen Jahr war Maik Schubert auf internationaler Bühne unterwegs. "Ursprünglich hatte ich für 2019 wieder die Enduro-Europameisterschaft ins Auge gefasst, doch die sehr weiten Anfahrtswege haben mich etwas abgeschreckt", sagt der 26-Jährige mit Blick auf die Veranstaltungen in Portugal, der Slowakei, Lettland und Finnland. "Dafür waren einige WM-Läufe von uns aus recht gut zu erreichen, wodurch die Idee entstand, es dort einmal zu probieren. Allerdings ist die Enduro-Weltmeisterschaft vom Anspruch her ein ganz anderes Kaliber", sagt der Hopfgartener, der zunächst noch hin und her gerissen war. Doch seine Zweifel verflogen, als bekannt wurde, dass im Rahmen der Enduro-GP-Weltmeisterschaft erstmals ein Open-Weltcup ausgetragen werden sollte.

"Das Konzept ist genau auf Fahrer wie mich zugeschnitten, die eben nicht ihre ganze Zeit in den Sport investieren können, da sie einem normalen Job nachgehen", erklärt der Kfz-Mechatroniker. Statt der üblichen drei Runden pro Tag sind in dieser Kategorie nur zwei zu absolvieren. Und um ein gutes Endergebnis einfahren zu können, muss nicht zwingend die komplette Serie mit allen 14 Wertungstagen bestritten werden, da nur die besten acht Tagesresultate in das Gesamtklassement einfließen. Damit steht den Teilnehmern frei, welche Läufe sie bestreiten. "Meine Wahl fiel logischerweise auf den Auftakt in Dahlen, Rovetta in Italien, Uhlirske Janovice in Tschechien und das Finale im französischen Ambert. Wobei der Saisoneinstand nicht wunschgemäß verlief", blickt Schubert nur ungern auf sein Heimspiel in Sachsen zurück. "Der erste Tag war okay. Doch irgendwie hatte ich mir einen Virus eingefangen, sodass ich die Nacht auf Sonntag mehr auf dem stillen Örtchen als im Bett verbracht habe." Selbstredend wurde der zweite Tag zur echten Qual, der dennoch für den Fahrer vom Zschopauer Team Sturm mit einem Platz in den Punkterängen endete.

Der Lauf in Italien ist Schubert hingegen in guter Erinnerung geblieben, wenngleich er dort mit extremen Bedingungen zu kämpfen hatte: "Was sich dort abspielte, hatte ich noch nie erlebt. Gewitter, heftiger Regen, Schlamm, rutschige Steine, aalglatte Felsplatten und Sonderprüfungen, in denen es nur ums Überleben ging. Die Bedingungen waren einfach nur extrem krass." Doch der Hopfgartener biss sich bravourös durch und beendete den Höllenritt, bei dem eine Vielzahl seiner Konkurrenten bereits vorzeitig die Segel strichen, auf Platz 4 in der Klasse "Open 2-Takt". Und auch am Folgetag, der mit enormer Hitze und prallem Sonnenschein das blanke Gegenteil bot, erkämpfte er sich erneut den vierten Rang. "Darauf bin ich schon sehr stolz, es war rückblickend vielleicht mein bester Auftritt im Weltcup."

Doch auch in Tschechien fuhr der Erzgebirger mit den Rängen 6 und 4 ordentlich Punkte ein. "Das war eine super Veranstaltung. Tolles Gelände, erstklassige Prüfungen und viele Fans - auch aus der Heimat, die richtig gut Stimmung machten", huscht ihm noch Wochen danach ein breites Lächeln übers Gesicht. Beim Finale in Frankreich lieferte der KTM-Fahrer erneut eine solide Leistung ab, sodass er seine Debütsaison im Open-Weltcup auf dem respektablen fünften Platz beendete. Damit ist seine internationale Saison aber noch nicht ganz abgeschlossen, denn Schubert startet diese Woche bei den Six Days im portugiesischen Portimao. "Ich möchte eine Goldmedaille holen und wie vor zwei Jahren in Frankreich wieder bester deutscher Klubfahrer werden", umreißt der 26-Jährige seine ambitionierten Ziele.

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