Dem großen Traum ein Stück näher

Ob es für die Profikarriere reicht, wird sich erst noch zeigen. Ausgelassen feiern durften einige Nachwuchs- Kicker der Region aber schon jetzt, weil ihnen mit den B-Junioren des Chemnitzer FC eine faustdicke Überraschung gelang.

Marienberg.

Irgendwann als Profi- Fußballer aufzulaufen, das ist der große Traum von Roman Eppendorfer. "Mein Ziel ist die zweite oder dritte Liga", sagt der 16-jährige Amtsberger, der dabei an seinen aktuellen Verein denkt. Seit fast neun Jahren kickt er nun schon für den Chemnitzer FC. Es dort in die erste Männer-Mannschaft zu schaffen, das wäre doch was. An prominente Gegner wie RB Leipzig denkt der Defensivspezialist dabei nicht, und doch konnte er gegen eben jenen Verein seinen bisher größten Erfolg feiern. Im Landespokalfinale schlugen die B-Junioren der Himmelblauen die Kontrahenten aus der Messestadt überraschend mit 2:1.

Dass die Partie in Marienberg ausgetragen wurde, machte das Erlebnis noch schöner. Zu den fast 400 Zuschauern gehörten viele Freunde und Familienangehörige von Roman Eppendorfer sowie den drei anderen Erzgebirgern, die mit dem CFC den großen Favoriten in die Knie zwangen. Nach der Liga-Saison waren die Rollen klar verteilt. Hatten die Roten Bullen hinter dem VfL Wolfsburg und Hertha BSC den Bronzerang in der Bundesliga Nord/ Nordost belegt, so mussten die jungen Chemnitzer bis zuletzt um den Klassenerhalt zittern. Letztlich konnten sie aber doch Holstein Kiel und Dynamo Dresden hinter sich lassen - und so Mut tanken fürs Finale. Trotz der frühen Führung für RB (6.) entwickelte sich ein Duell auf Augenhöhe. "Natürlich hat Leipzig mehr individuelle Klasse", sagt Roman Eppendorfer. Schließlich liefen auf der Gegenseite Spieler wie der englische Junioren-Nationalspieler Matthew Joshua Bondswell auf, der vor einem Jahr für einen kolportierten Millionenbetrag von Nottingham Forest gekommen war. "Wir haben das mit Biss und Leidenschaft wettgemacht", erklärt der Amtsberger, der als linker Innenverteidiger nichts anbrennen ließ.

Noch vor der Pause gelang der Ausgleich, in der 65. Minute sogar das 2:1. Gegen Ende wurde das Finale für den CFC zu einer Abwehrschlacht, in der auch Roman Eppendorfer überzeugte. "Die Tore haben uns Selbstvertrauen gegeben. Außerdem war uns auch klar, dass selbst eine Mannschaft wie RB Fehler macht", sagt der 16-Jährige, der seinem großen Traum mit diesem Erfolg wieder ein Stück nähergekommen ist. Genau wie der Ex-Thalheimer Tom Müller oder Max Roscher aus Königswalde, der als Joker beinahe das 3:1 erzielt hätte. Nur die Zuschauerrolle blieb für Tim Kaiser. "Als Spieler des jüngeren Jahrgangs war absehbar, dass ich in dieser Saison nicht so zum Zug komme", erklärt der 15-jährige Zschopauer. Sein Frust hält sich aber in Grenzen, denn Trainer Torsten Wappler hat ihm versichert, in der neuen Serie auf ihn zu bauen. "Und im Pokal durfte ich schon dieses Jahr ran", sagt Kaiser, der mit mehreren Torvorlagen seinen Beitrag zum Erfolg leistete und ebenfalls seinen Traum lebt.

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