Dem Unwetter folgt der Jubel

Besser hat sich der LV 90 Erzgebirge bei einer Deutschen Jugend-Meisterschaft noch nie präsentiert: Von den achtLeichtathleten des Vereins haben alle das Finale ihrer Disziplin erreicht. Für zwei Starter reichte es sogar zum ganz großen Wurf.

Ulm/Gelenau.

Der Ferienverkehr brachte den Kleinbus des LV 90 Erzgebirge am Sonntag bei der Heimfahrt aus Ulm immer wieder zum Stehen. Doch so lang der Stau auch war: Die Laune konnte er den Leichtathleten und Verantwortlichen des Vereins nicht verderben. "Alle unsere acht Sportler haben den Sprung ins Finale und damit unter die besten Acht geschafft, das hat es zuvor noch nie gegeben", freute sich Trainer Sven Lang über das starke Abschneiden bei der Deutschen Jugend-Meisterschaft in Baden-Württemberg. Zusammen mit dem Dresdner SC bildete der LV 90 dort dank zwei Titelgewinnen und einer Bronzemedaille die sächsische Spitze, was dem Verein 50 Punkte für die Vereinsrangfolge und damit wichtige Fördermittel einbrachte.

"Der eine Sieg kam nicht wirklich überraschend", gesteht Lang. Damit meint er den ersten Platz von Favorit Korbinian Häßler, der der Konkurrenz im U-20-Diskuswerfen mit 59,98 Metern keine Chance ließ. Dennoch verdiente die Weite ein Extra-Lob, denn die Bedingungen waren dem Trainer zufolge alles andere als einfach: "Wegen sintflutartigen Regenfällen war der Wettkampf am Samstag zwei Stunden unterbrochen worden." Danach wurde vom Veranstalter mit Laubbläsern und Handtüchern alles versucht, um den Ring trocken zu bekommen. "Aber glatt war er immer noch", so Lang. Trotzdem kratzte Häßler, der außerdem Siebenter im Kugelstoßen geworden war (16,49 m), wieder einmal an der 60-Meter-Marke.

Das Unwetter stellte auch für Steven Richter am Samstag eine große Herausforderung dar. Denn gerade als er zur Kugel greifen wollte, setzten die heftigen Schauer ein. Für den 16-jährigen Gelenauer, den jüngsten Werfer im U-18-Feld, war diese Situation nicht einfach, hatte er doch abends zuvor mit dem Diskus enttäuscht. "Beim Einwerfen hätte es womöglich zum Titel gereicht, aber dann hatte Steven seine Nerven nicht richtig im Griff", berichtet Lang. So musste sich Richter mit 52,12 Metern und Rang 8 begnügen. Hatte die verpasste Qualifikation für das Europäische Olympische Jugendfestival in Baku etwa doch an seinem Selbstvertrauen genagt? Die Antwort lautet: Nein. Schließlich stellte der Gelenauer nach längerer Wartezeit im Kugelstoßen seine ganze Klasse unter Beweis. Mit der Siegesweite von 19,98 Metern erreichte er eine europäische Jahresbestleistung, die sogar in Baku zum Sieg gereicht hätte. "Steven hat gezeigt, dass er solche Dinge abhaken kann", hob Lang die mentale Stärke des LV-90-Athleten hervor.

Der enttäuschende Auftritt von Richter im Diskuswerfen war übrigens auch deshalb zu verschmerzen, weil ein Vereinskollege mit persönlicher Bestleistung in die Bresche sprang. Mehr als drei Meter weiter als je zuvor warf Florian Schmidt (56,77 m), was ihm DM-Bronze einbrachte - ein toller Erfolg neben seinem achten Platz im Kugelstoßen. An Edelmetall schnupperte zudem Franz Lorenz, der im U-20-Hammerwerfen lange an dritter Stelle lag. Ein Konkurrent übertraf aber noch seine 64,18 Meter, sodass am Ende Rang 4 heraussprang. Als Fünfte waren auch Larissa Stiehler (Diskus/ 40,95 m) und Marc-Aurel Loibl (Kugel/17,31 m) nah dran am Podest. Jeweils mit Rang 7 rundeten Nela Herzog (Dreisprung/11,71 m) und Rick Schlömilch (Diskus/49,89 m) die gute Bilanz des LV 90 Erzgebirge ab.

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