"Der Berg wird immer steiler"

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Corona verschärft die Bedingungen noch, doch auch ohne die Pandemie ist der Weg an eine Sportschule nicht einfach. Wie es läuft, hat jetzt ein virtueller Elternabend am Beispiel Oberwiesenthal aufgezeigt.

Oberwiesenthal.

Sportliche, schulische und medizinische Eignung müssen Mädchen und Jungen nachweisen, bevor es für sie einen Platz in einer Sportschule geben kann. Was sonst bei Elterngesprächen oder während des Tages der offenen Tür von Angesicht zu Angesicht aufgezeigt und besprochen wird, ist 2021 anders. Da musste eine Home-Beratung per Computer organisiert werden, um das Wichtigste zu erläutern. Rund anderthalb Stunden dauerte das Ganze - und die wenigen Fragen lassen vermuten, dass die Aufbereitung des komplexen Themas wenig zu wünschen übrig ließ.

"Der Berg wird immer steiler", schickte Bundesstützpunktleiter Jakob Winkler bei seiner Präsentation voraus. Denn, um an der Spitze anzukommen, sei es mit dem Start nicht getan. "Es folgen das Ausprobieren, Spezialisieren und Investieren, um stufenweise von lokalen über regionale und nationale bis zu internationalen Spitzenleistungen zu gelangen", so Winkler. Um einen Teil dieses Weges abzusichern, gebe es allein in Sachsen drei Sportschulen auf engem Raum - die in Altenberg, die in Klingenthal und eben die in Oberwiesenthal. "Starten sollen die Kinder aber weiterhin für ihren Heimatverein, sogar dann, wenn sie nicht aus unserem Freistaat kommen", betont Winkler. Denn die Identifikation mit den Vereinen, die die Basisarbeit geleistet haben, sei überaus wichtig. "Und sie sind stolz, wenn dann überall der SSV Geyer in den Medien genannt wird", erklärte er am Beispiel von Eric Frenzel.

Der Nordische Kombinierer mit den unzähligen Erfolgen hat über den SSV Geyer und die Sportschule jenen Weg in die absolute Weltspitze geschafft, von dem die Kinder, die ab dem nächsten Schuljahr nach Oberwiesenthal wechseln wollen, derzeit noch träumen. 15 Elternpaare - fast zu gleichen Teilen als Interessenten aus der Nordischen Kombination, dem Skispringen, dem Biathlon, dem Skilanglauf und dem Rodeln - hatten sich eingeklinkt, um mehr zu erfahren über die Möglichkeiten an Sportgymnasium oder Sportoberschule. Normalerweise ist die 7. Klasse die Aufnahmeklasse, aber die Mädels und Jungs möchten manchmal schon in der 6. oder erst in der 9. Klasse ins Sportschulleben einsteigen. Möglich ist das, für alle aber gilt: Sie müssen gute Ergebnisse in Wettkämpfen nachweisen, einen sportlichen Eignungstest bestehen und eine Empfehlung ihres Verbandes erhalten. Sollte es Corona zulassen, gibt es die Aufnahmetests im letzten Märzdrittel. Dazu ist - wie bei "normalen" Schülern auch - die Bildungsempfehlung für Gymnasium oder Oberschule nötig.

Sind diese Sachen erledigt, ist noch ein medizinisches Gutachten verpflichtend. Dazu erhalten diejenigen, die den Eignungstest bestanden haben, Untersuchungshefte. Diese wiederum dürfen nur zertifizierte Sportärzte ausfüllen. "Wir müssen ja sicherstellen, dass das Mädchen oder der Junge körperlich gesund ist, um die sportlich anspruchsvollen Anforderungen erfüllen zu können", macht Winkler klar. Sind diese Sachen geklärt, gibt es voraussichtlich Ende Mai die Entscheidung, welche Bewerber an Sportgymnasium oder -oberschule aufgenommen werden. "Wer dazugehört, darf dann auf das Engagement der 60 Trainer, Lehrkräfte und Internatsbetreuer vertrauen", macht Ute Ebell als Leiterin der Eliteschule klar.

Bleiben die Modalitäten in Sachen Unterkunft und Verpflegung. Über 95 Plätze verfügt die Einrichtung. "Bei uns sind dann Hausaufgabenbetreuung und Freizeitgestaltung angesiedelt", so Internatsleiterin Heidi Kowarik. Ganz umsonst gibt es das Ganze aber nicht. Rund 2500 Euro pro Jahr an Miete müssten die Eltern aufbringen. "Allerdings bleiben an ihnen wegen der Förderung nur 605 Euro pro Jahr plus 11,10 Euro pro Tag für die Vollverpflegung hängen", fügt sie hinzu.

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