"Der Nachwuchs leidet am meisten"

Bei den Radballern ist die Entscheidung über eine Fortsetzung der Saison noch nicht gefallen. Verlierer gibt es aber schon.

Niederlauterstein.

Es ist noch nicht allzu lange her, da hat sich Marco Buschbeck über die Ansetzungen in der 2. Radball-Bundesliga Nord gewundert. Nach einem dicht gedrängten Terminplan in der kalten Jahreszeit sollte der letzte der sechs Spieltage erst am 20. Juni stattfinden. Über die lange Pause vor dem Saisonfinale braucht sich der Spieler der SG Niederlauterstein nun nicht mehr zu ärgern, denn eine Fortsetzung der Serie scheint angesichts der Corona-Pandemie unwahrscheinlich.

Sollte der Ende Februar ausgetragene dritte Spieltag tatsächlich der letzte gewesen sein, könnte dies trotz aller Enttäuschung über den Abbruch einen positiven Aspekt für die Radballer haben. "Alle Mannschaften haben einmal gegeneinander gespielt", sagt der Niederlautersteiner Sektionsleiter Christian Langer. Er sieht damit eine halbwegs gerechte Grundlage für eine mögliche Wertung der Saison gegeben - und damit für seine beiden Zweitligateams auch. Anders als zum Beispiel im Tischtennis, wo die Mannschaften zum Zeitpunkt des Saisonendes unterschiedlich viele Spiele absolviert hatten. "Im Radball ist aber noch keine Entscheidung gefallen. Der Landesfachwirt hat signalisiert, dass es bis Mitte Mai eine Konferenz dazu gibt", so der Sektionsleiter. Das Warten fällt ihm leicht, denn sein Verein habe nichts zu befürchten. Egal, ob die Saison komplett annulliert oder die Hinrundentabelle gewertet wird: Seine Teams, die auf den Plätzen 5 und 8 weder auf Ab- noch auf Aufstiegsrängen liegen, werden auch in der kommenden Serie in der 2. Bundesliga spielen.

Verlierer der Corona-Krise sieht Christian Langer aber durchaus. "Wer mir leid tut, sind die Kinder", erklärt er. Während in den Ligen der Erwachsenen auf Bundes-, Landes- und Bezirksebene schon zahlreiche Runden absolviert wurden, konnten die Jüngsten ihr Können noch nicht beweisen. "Erst im März wäre es losgegangen. Unser Verein wollte drei Schüler-Mannschaften ins Wettkampfgeschehen einführen", erklärt der Sektionsleiter. Doch die Akteure der U 11 und U 13 werden nun in diesem Spieljahr wohl gar nicht zum Zug kommen. Schlimmer noch findet Langer, dass die Mädchen und Jungen nicht unter Vereinsbetreuung trainieren dürfen. "Die Gefahr besteht, dass sie nicht wiederkommen." Denn genauso schnell wie bei Kindern Begeisterung geweckt wird, könne diese wieder verfliegen.

Den Trainern seien die Hände gebunden. Und die ganz Jungen, die nach der Krise wiederkommen, müssen nach Langers Einschätzung wieder bei Null anfangen. Der Radball sei nun mal technisch anspruchsvoll. Aber immerhin hat Niederlautersteins Sektionsleiter die Hoffnung, dass die Gesellschaft den Corona-Virus bis zur neuen Saison im Griff hat. Schließlich beginnt diese erst Ende Oktober.

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