Der Verrückte wird belohnt

Drei Derbys haben das Kreisliga-Geschehen im Fußball bestimmt. Für die Auswärtsteams gab es dabei wenig zu holen.

Wiesa/Neudorf/Mildenau.

Mildenau bleibt ein Medaillenkandidat, Königswalde Schlusslicht. In Neudorf geht es mal so, mal so - doch die lauteste Musik war am Sonntag aus Wiesa zu hören. Sie kam von der Kreisligapartie des BSV Zschopautal gegen die SpVgg Neundorf/Wiesenbad, die mit einem 4:1 (2:1) endete. Ähnlich dem Sachsenderby in Aue hatten nur die wenigsten mit solch einem klaren Ausgang gerechnet. "Aber meine Jungs waren heiß", lobte Patrick Salzer.

Zschopautals Trainer war wegen des 4:0-Tipps für "verrückt" erklärt und belächelt worden. "Aber Thomas Rösch hatte mir versprochen, drei Tore zu machen. Er hat geliefert", sprudelte es aus dem überglücklichen BSV-Trainer heraus. "Das war ein Derby in zweierlei Hinsicht. Wir haben einerseits gegen unseren alten Trainer gespielt und gezeigt, dass wir das können. Andererseits war es das Duell der Nachbarorte", so Salzer. Seine Elf ging früh durch Rösch in Führung, hatte nur nach Philipp Beines 1:1 einen Hänger. Doch Rösch und Ali Sanded, der zum zweiten Mal auf dem Rasen stand, machten ihren Coach und viele der 178 Zuschauer glücklich. "Eine tolle Leistung meiner Mannschaft", schwärmte der Zschopautaler, dessen Mannschaft auf Platz 9 der Ost-Staffel geklettert ist. Einen Rang dahinter finden sich die Neundorfer wieder, deren Trainer Mirko Schneider wenig Gutes entdecken konnte: "Eine klare Niederlage, auch in der Höhe verdient. Die Zschopautaler waren giftiger, siegeswilliger, spritziger, unser Zweikampfverhalten dagegen miserabel", urteilte der 43-Jährige. "Bei uns passte nichts. Wir konnten Zschopautal einfach nichts entgegensetzen." Den letzten Sieg für die Neundorfer gab es gegen Zschopautal am 30.April 2006 - ein 1:0. Am 26. April 2019 gib t es für sie die nächste Chance, dies zu ändern.

Weit kürzer ist die Serie des TSV Mildenau gegen den FV Königswalde. 3:2 (2:1) hieß es diesmal für die Gastgeber, die sich anfangs starken Gästen ausgesetzt sahen. "Wir haben gut angefangen, konnten allerdings Mildenaus Verunsicherung nicht noch besser nutzen", so Königswaldes Trainer Nico Barthold. Zwei Standardtore brachten seine Jungs total aus dem Konzept. "Wir hätten auf jeden Fall etwas mitnehmen müssen, haben es aber selber vergeigt." Etwas anders sah es Mildenaus Teamchef Martin Hunger: "Ein verdienter Sieg für unsere Elf, der unnötigerweise knapp ausfiel."

Auch auf dem Platz des SV Neudorf hielten die Gäste eine Hälfte lang mit, dann war es mit der Kraft des VfB Annaberg II beim 3:1 (1:1) vorbei. "Wir hatten uns vorgenommen, gut in die englische Woche zu starten. Das ist uns gelungen", so Trainer Christian Steingräber. Zur Halbzeit brauchte es aber deutliche Worte, um seine Männer in die Spur zu bekommen. Er fand sie, wie auch Annabergs Willy Beckert betonte: "Verdient verloren. Die erste Halbzeit lief fast gleichwertig, in der zweiten haben wir das Fußballspielen aufgegeben. Neudorf war bissiger." Und hat sich an Annaberg II vorbeigeschoben, ist 6. der West-Staffel. Geyer rutschte nach dem 1:4 in Lauter auf Platz 9 ab. (mit urba)

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