Die Leidenschaft an den Sohn vererbt

Trotz Spitzenwetter ziehen die Verantwortlichen des Großseglertreffens am Kalten Muff ein negatives Fazit. Die Stammgäste zeigten sich zufrieden.

Ehrenfriedersdorf.

Was den Einen freut, ist dem Anderen schon zu viel. Die Freibäder konnten sich am Wochenende kaum des Ansturms erwehren, der Fliegerklub Annaberg hätte auf seinem Großseglertreffen gern noch mehr Besucher gehabt.

"Die Zeiten, in denen wir am Wochenende 2000 Besucher hatten, sind auch vorbei", schätzte Stephan Seidel ein. "Wir hatten 400 Besucher. Diese geringe Zahl hängt eindeutig mit der Hitze zusammen", zog der Vorsitzende des Fliegerklubs Annaberg ein eher negatives Fazit. Eine Kollision habe es beim Landeanflug zweier Segler gegeben, so Seidel, es sei aber glimpflich abgelaufen. Insgesamt 40 Modellsportenthusiasten brachten ihr Segelflugzeugmodelle mit nach Ehrenfriedersdorf zum Modellflugplatz "Am Kalten Muff".

Das Großseglertreffen ging gestern mit dem "Besuch" der Fallschirmspringer zu Ende. Diese waren auf dem Flugplatz Großrückerswalde gestartet und sprangen über dem Modellflugplatz ab. "Das haben wir uns noch angesehen, dann haben wir die Heimreise angetreten", erzählt Marek Stenzel, der mit Sohn Dario nach Ehrenfriedersdorf gereist war. Der andere Teil der Familie, Ehefrau und drei Töchter, war zu Hause in Berlin geblieben, denn dieses Wochenende gehörte den Stenzel-Männern und ihrer Leidenschaft. "Und die heißt nun einmal Flugmodellsport", sagte Marek Stenzel, der seinem Sohnemann die Leidenschaft zu den Segelflugmodellen in die Wiege gelegt hatte. "Ich bin mit zwölf Jahren zu diesem Sport gekommen. So nach und nach wurden die Modelle größer geworden, bekamen Fernsteuerung. Es wurden Segelflugzeugmodelle daraus, dann auch Motorflieger, heute ist es zum Beispiel ein Jet vom Typ L39", erzählte der 49-Jährige. Das Düsenflugzeug darf Dario noch nicht fliegen, "vielleicht in fünf Jahren", sagt der Junior. Jenen Jet hatten die Stenzels nicht dabei, dafür mehrere Modellsegler. Darunter war einer der auffälligsten des ganzen Treffens, ein Segler im Ferraridesign. "Aber nicht mit Zwölfzylinder, dafür ist er schön windschnittig", schwärmte Marek Stenzel von seinem Ferrari. Eine Spannweite von sechs Metern hat der schlanke Segler bei einem Gewicht von 18 Kilogramm. Ein Freund habe das gute Stück für ihn gebaut, so der Familienvater. Und da kommen auch die Mädels der Familie Stenzel nicht heran.

"Sie dürften schon, haben aber dafür kein Interesse", erzählt Dario. Und irgendwann ist er auch groß genug, dass er den Jet steuern darf, aber vorerst bleibt es bei den Modellseglern. Die lassen die beiden südlich von Berlin oder eben zum Großseglertreffen am Kalten Muff fliegen. "Das ist ein schönes Treffen, zu dem wir immer sehr gern kommen", sind sich Junior und Senior einig.

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