"Die Leistung in der Defensive kann uns nur Auftrieb geben"

Jan Hochscheidt von Fußball-Zweitligist FC Erzgebirge Aue zeigt sich nach der Auftaktniederlage zuversichtlich. Der Auftritt des Rückkehrers steht stellvertretend für den der gesamten Mannschaft.

Jan Hochscheidt (rechts) überzeugte als Zweikämpfer, hier im Duell mit Berlins Akaki Gogia.

Für Sie berichtet: Sebastian Siebertz

Jan Hochscheidt vom FC Erzgebirge Aue hat offensichtlich nicht lange gebraucht, um die Niederlage gegen Union Berlin zu verdauen. Der Neuzugang scherzte nach dem 0:1 (0:0) am Sonntag zum Saisonauftakt in der 2. Fußball-Bundesliga mit Ken Reichel, Verteidiger der Eisernen, und dessen kleinem Sohn in den Katakomben des Stadions An der Alten Försterei. Fünf Jahre hatten Hochscheidt und Reichel gemeinsam bei Eintracht Braunschweig gespielt. Nach dem Abstieg der Niedersachsen vorige Saison trafen sich die beiden nun gleich am ersten Spieltag wieder.

Das Wiedersehen mit dem früheren Mitspieler ist aber nicht der Grund gewesen, aus dem Hochscheidt trotz der Niederlage durch ein spätes Gegentor gut gelaunt war. "Wir kriegen vor dem 0:1 nur einen Ball aufs Tor - ein Schuss aus 30 Metern nach einem Ballverlust. Neben dem Distanzschuss und dem Treffer bekamen die Berliner keine Offensivaktionen zustande. Die Leistung in der Defensive kann uns nur Auftrieb geben", sagte der 30-Jährige.

Hochscheidts erster Auftritt nach der Rückkehr - er hatte bereits von 2008 bis 2013 die Fußballschuhe für die Veilchen geschnürt - stand stellvertretend für die Leistung der gesamten Mannschaft. In der Defensive überzeugte er im zentralen Mittelfeld. Hochscheidt lief die Räume zu, gewann Zweikämpfe und beging kaum Fehler. Den direkt verwandelten Freistoß zum 1:0 von Berlins Felix Kroos sah Hochscheidt von der Bank aus. FCE-Trainer Daniel Meyer nahm den Routinier in der 78. Minute aus der Partie und brachte Tom Baumgart. "Jan war müde", begründete Meyer den Wechsel.

So stark wie Hochscheidt in der Defensive agierte, so wenig konnte er offensiv Akzente setzen - wie das gesamte Auer Team. Nur in der Viertelstunde vor dem Pausenpfiff machten die Gäste Druck auf das Gehäuse der Berliner. Verteidiger Fa- bian Kalig und Stürmer Dimitrij Nazarov vergaben wenige Meter vor dem Tor gute Chancen. "Die Situa-tionen waren im Fünf-Meter-Raum. Eine davon müssen wir nutzen", sagte Hochscheidt. "In diesem Punkt müssen wir uns verbessern."

Im zweiten Durchgang war Unions Torhüter Rafal Gikiewicz komplett beschäftigungslos. "Wir haben uns im Spielaufbau oft gut aus schwierigen Situationen herausgelöst. Doch der letzte beziehungsweise vorletzte Pass in die Spitze hat gefehlt, oder Union hat unsere Konter mit einem taktischen Foul unterbunden", analysierte Hochscheidt die Flaute in der Offensive, verwies aber auf die Stärke des Gegners: "Union will in die Bundesliga, ist selbst ernannter Aufstiegsfavorit und hat eine super Mannschaft."

Am Sonntag empfängt der FCE im Erzgebirgsstadion mit dem 1. FC Magdeburg einen Gegner, bei dem diese Erklärung nicht herangezogen werden kann. Der Aufsteiger, der zum Auftakt sein Heimspiel mit 1:2 gegen St. Pauli verlor, dürfte ein direkter Konkurrent der Veilchen im Kampf um den Klassenerhalt sein.

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