Drei auf einen Streich am Fichtelberg

Sommer-Grand-Prix, Vier-Hübel-Tour und City-Bike-Sprint: An und auf Sachsens höchstem Berg ist ab Freitag richtig was los. Und das mit einem Überraschungsgast.

Oberwiesenthal.

Als die Nachricht kam, dass die Termine für den Fis-Sommer-Grand-Prix in der Nordischen Kombination und die Vier-Hübel-Tour der Mountainbiker auf ein Wochenende fallen, war die Aufregung groß. Wohin mit den ganzen Leuten, noch dazu wo sich eine Baustelle an die andere schmiegt? Wie sollen wir die Strecke für die Roller- und das Hübeltourrennen legen, wie die Leute zur Schanze kommen, wo legen wir das Veranstaltungszentrum hin, wo platzieren wir die Container für die Sportler aus aller Welt, wie verknüpfen wir am sinnvollsten die Startzeiten, wo binden wir auch noch den City-Bike-Sprint ein? Fragen über Fragen türmten sich vor den Veranstaltern des WSC und des SV Oberwiesenthal auf. "Jetzt glauben wir, dass wir fast alles unter Dach und Fach haben", betonen Christian Freitag namens des WSC und Erik Schulze für den OSV.

Die Besprechungen, Ideen und vor allen die gegenseitige Hilfe scheinen zu fruchten. Ob tatsächlich alles hinhaut, was auf dem "Reißbrett" entworfen wurde, zeigt sich ab Freitag. Den Ausrichtern aber darf geglaubt werden, dass sie das Machbare unternommen haben, um den Sportlern auf Skiern und Mountainbikes ein wettkampfgerechtes und komfortables Umfeld zu bieten. Freuen dürfen sich darüber die sicherlich zahlreichen Fans des Wintersports, denn die Lokalmatadoren des SSV Geyer, Eric Frenzel und Terence Weber, gehen mit guten Gefühlen an den Start. Der Olympiasieger, weil er vermutlich eine weitere Prüfung an der Hochschule Mittweida geschafft hat - die in Wirtschaftsstatistik. "Die Zensur kenne ich noch nicht, aber mit ziemlich hoher Wahrscheinlichkeit habe ich bestanden", sagte der 30-Jährige, der am Dienstag direkt nach der Prüfung zur Pressekonferenz ins Panoramahotel gekommen war. Bei Terence Weber "zwickt's zwar ab und an noch". "Aber ansonsten kann ich die Hand weitgehend belasten", so der viermalige Juniorenvizeweltmeister. Er hatte sich im Mai die rechte Hand beim Radfahren gebrochen, musste operiert werden. "Vom Rennrad auf der Straße bin ich bei ziemlich hoher Geschwindigkeit abgesegelt", erzählt der 22-Jährige. Wie sein Vereinskamerad trifft er auf mehr als 90 Kombinierer und Kombiniererinnen aus Österreich, Tschechien, Frankreich, Italien, Japan, Russland, Slowenien, den USA, Norwegen, Deutschland - und erstmals am Fichtelberg auf welche aus China. Deren Namen sind weitgehend unbekannt, die von Rehrl, Gruber, Klopfer, Portyk, Faisst, Rießle, Pittin, Watabe oder Krog jedoch nicht. "Der Sommer-Grand-Prix ist schon eine Standortbestimmung vor der Wintersaison", so Trainer Frank Erlbeck.

Wer lieber den Radsportlern zusieht, ist am Fichtelberg ebenfalls richtig. "Für die Hübeltour liegen uns 527 Meldungen vor", sagt Organisator Erik Schulze stolz. Er betont, dass in den seit Dezember anhaltenden Gesprächen immer wieder eins deutlich wurde: "Wir können in Oberwiesenthal solche Großveranstaltungen stemmen. Das ist im Blick auf die Juniorenweltmeisterschaft 2020 ein wichtiges Signal in die Welt", betont der 40-Jährige. Während der Sommer-Grand-Prix mit der 10. Auflage ein Jubiläum feiert, geht es schon zum 23. Mal über die vier Hübel - 90 Kilometer mit 2300 Höhenmetern kommen über den Bärenstein, Pöhlberg und Scheibenberg hinauf zum Fichtelberg zusammen. Aus den Erlösen der Tour wird zudem das Jugendförderprojekt "Kids auf's Bike" unterstützt, Deshalb freut sich Schulze auf einen Gast besonders: "Erik Lesser, der zweimalige Weltmeister in Biathlon, hat sich einfach so angemeldet."

Der Spitzensportler aus Frankenhain tritt auch bei der Premiere des EnviaM-City-Bike-Sprints in die Pedale. "Eine abgesperrte Rollerstrecke inmitten der Stadt und tausende Zuschauer sind ideale Voraussetzungen dieses Bike-Format zu etablieren", ist sich Schulze sicher.

 

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