Duell der Aufsteiger könnte zum Zünglein an der Waage werden

Im Lößnitztal treffen am Sonntag die Veilchen und die Würzburger Kickers aufeinander. Beide sind punktgleich und wollen nur eines: in der zweiten Liga bleiben.

Aue.

Im Verlauf einer Saison ist oft von Schlüsselspielen die Rede. Die Partie zwischen dem FC Erzgebir- ge Aue und dem FC Würzburger Kickers am Sonntag ab 13.30 Uhr im Lößnitztal trägt diese Bezeichnung zu Recht. Wer in diesem Duell als Verlierer den Platz verlässt, ist zwar noch nicht aus der 2. Fußball-Bundesliga abgestiegen, dessen Karten allerdings verschlechtern sich dramatisch. Vor allem der psycholo- gische Effekt einer solchen Nieder- lage dürfte verheerend sein.

Umgekehrt ist aufgrund der knappen Abstände im unteren Tabellenbereich ein Sieg in diesem Aufeinandertreffen zweier punktgleicher Teams unschätzbar wertvoll. Gerade für die Auer, die bei all ihren Bemühungen immer noch ihr schlechtes Torverhältnis einkalkulieren müssen. Das zwingt sie dazu, im Falle eine Falles einen Zähler mehr zu haben als die Konkurrenz.

Alles andere als ein Erfolg der Veilchen über die Würzbürger wäre aus Sicht der Gastgeber aber auch eine herbe Enttäuschung. Spricht doch fast alles für den FCE. Die Auer genießen Heimvorteil und laufen mit dem Aufwind der vergangenen Wochen samt dem jüngsten 2:2 gegen Hannover als eines der Topteams im Rücken auf. Der Mitaufsteiger aus Unterfranken beendete die Hinrunde mit einem 3:0-Sieg im eigenen Stadion über den VfB Stuttgart. Das Team von Bernd Hol- lerbach überwinterte daher mit 27 Punkten auf Platz 6. Fünf Zähler trennten Würzburg damals von Aufstiegsplatz 2, 14 von Abstiegsrang 17 - auf dem stand der FCE. Zumindest Hollerbach warnte trotz des Höhenflugs, dass es nur um den Klassen- erhalt gehe. Aber vermutlich hätte auch er nie gedacht, dass es in der Rückrunde so schlimm kommen würde. Ganze sechs Punkte holte sein Team seither, allesamt durch Unentschieden. Denn ein Sieg gelang seit dem Erfolg über Stuttgart nicht. Zudem erzielten die Kickers in 13 Partien nur sieben Tore.

So rutschten sie mitten rein in den Schlamassel und versuchen nun irgendwie, auf Abstiegskampf umzuschalten. Zuletzt im Frankenderby gegen Nürnberg gelang den Würzburgern das ganz gut. Sie kassierten allerdings zehn Minuten vor Schluss das 1:1. Torschütze war übrigens Cedric Teuchert, der eine Woche vorher für die Nürnberger gegen Aue den 2:1-Siegtreffer erzielt hatte. Ein Kickers-Akteur wird sich am Sonntag im Erzgebirge auf einen unfreundlichen Empfang durch die Veilchen-Fans einstellen müssen: Rico Benatelli. Der Mittelfeldspie- ler lief von 2013 bis 2015 für die Veilchen auf. Als er nach dem Zweitliga-Abstieg zu Drittliga-Aufsteiger Würzburg wechselte, waren viele FCE-Anhänger der Ansicht, er habe den Auer Verein einfach für mehr Geld im Stich gelassen. Dass Benatelli nun nach dieser Saison von Würzburg gen Dresden weiterzieht, wird ihm im lila-weißen Lager auch keine neuen Sympathien eingebracht haben.

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