Duo aus der Region schafft's von der Küste bis an den Himmel

Während der Fokus der Endurosportler heute auf "Rund um Zschopau" liegt, haben zwei ihren Kraftakt hinter sich. In der Türkei sind sie auf einen Gipfel des Taurusgebirges gefahren.

Wiesa/Annaberg-Buchholz/Kemer.

Vier Anläufe hat Felix Bräuer benötigt, um endlich das umkämpfte Goldfinish beim Extremenduro in der Türkei zu erreichen. Diesmal hat es der Cunersdorfer geschafft. Dabei standen die Vorzeichen gar nicht so günstig. Doch der 28-Jährige biss sich wie der Wiesaer Marcel Teucher beim Rennen "Sea to Sky" durch.

"Sea to Sky" bedeutet, dass es die Sportler mit ihren Motorrädern von der Küste des türkischen Urlaubsorts Kemer bis auf den 2365 Meter hohen Gipfel des Berges Tahtali, also bis "nahe an den Himmel" schaffen müssen. Für die 80 Kilometer mitten durchs Taurusgebirge stehen ihnen sieben Stunden zur Verfügung.

Um das Feld der 297 gemeldeten Piloten einzuschichten, werden anfangs ein Strand- und ein Waldrennen ausgetragen. Aus deren Platzierungen ergibt sich die zugeordnete Startreihe für den Hauptlauf. Zunächst sah es für die beiden Erzgebirger nicht rosig aus. Bräuer machte ein Magenvirus zu schaffen, außerdem stürzte der Diplomingenieur im Beach Race. "Also habe ich alles aufs Hauptrennen gesetzt. Nach technischen Problemen im vergangenen Jahr wollte ich endlich den Gipfel erreichen, habe dafür meine Kräfte bestmöglich eingeteilt", sagte der Cunersdorfer, als er nach mehr als sechseinhalb Stunden mit seiner KTM 300 EXC auf dem Gipfel angekommen war. "Dort oben haben mich dann all meine mitgereisten Freunde erwartet. Ich bin so froh, es endlich geschafft zu haben."

Auch der Wiesaer Marcel Teucher wollte eine weitere Medaille vom sogenannten "Goldfinish" mit nach Hause nehmen. Der Bürokaufmann war bei seinen bisherigen drei Starts stets auf dem Berg angekommen. Nun galt es, sich zeitmäßig zu verbessern. "Doch auch das vierte ,Sea to Sky' war kein Selbstläufer. Das fahrerische Niveau steigt jährlich, Sportler aus 35 Nationen standen am Start. Zudem wurde die Strecke nochmals etwas verschärft und verlängert", urteilte der 28-Jährige. Im Beach Race, das ihm nicht liegt, geriet er bei 35 Grad Hitze an seine Grenzen, im "Forest Race" schaffte er es mit Platz 28 in die dritte Startreihe für das "Mountain Race".

Das Hauptrennen begann komisch. "Kurz nach dem Start bin ich gestürzt. Die Vermutung eines gebrochenen Schlüsselbeins bestätigte sich nicht. Davor bewahrte mich wohl der spezielle Brust- und Nackenschutz", schilderte Teucher die kritische Phase auf den ersten Kilometern. Die folgende Quälerei bei der Aufholjagd sollte sich aber lohnen. Er verbesserte seine Zeit von 2014 um mehr als 60 Minuten, kam nach 4:36 Stunden als 26. ins Ziel. Gewonnen hat der Brite Graham Jarvis. Der Ausnahmeprofi war schon nach 3:08 Stunden oben. (mit enis)

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