EHV knöpft dem Favoriten einen Punkt ab

Handball-Zweitligist Aue ist am Samstag knapp an einer großen Sensation vorbeigeschrammt. Doch eine kleine ist ihm mit dem 23:23 bei Erstliga-Absteiger Hüttenberg gelungen.

Gießen.

Ein 23:23 (9:12) hat die Anzeigetafel in der Sporthalle Gießen Ost nach Abpfiff am Samstagabend verkündet. Der EHV Aue spielte zum Saisonauftakt in der 2. Handball-Bundesliga bei Erstligaabsteiger TV Hüttenberg unentschieden. Ein Remis, das vor dem Anpfiff wohl jeder Auer gern mitgenommen hätte. Nach der Partie aber war der eine oder andere EHV-Fan vielleicht sogar ein bisschen enttäuscht. Hatten die Schützlinge von Cheftrainer Stephan Swat doch eine unglaubliche erste Halbzeit aufs Parkett gelegt, führten völlig verdient mit 12:9.

Die Gäste legten sofort los, ließen sich die Führung vor der Pause nur einmal aus der Hand nehmen, als die Gastgeber in der 18. Minute zum 6:6 ausglichen. Aues Torhüter Radek Musil, der überhaupt einen sehr guten Tag erwischt hatte, bremste den TV in dieser Phase mit einer Glanzparade wiederum aus. "Wir hatten uns sehr gut auf den Kontrahenten eingestellt. Vielleicht hat er uns unterschätzt - da kommt so ein Start zustande", so EHV-Cheftrainer Stephan Swat, der vor allem auch den Torwart lobte: "Radek hat hinter einer starken Abwehr sehr gut gehalten." Allerdings sei schon vor der Pause immer wieder die individuelle Klasse der Hüttenberger aufgeblitzt.

Der Start in die zweite Halbzeit gelang den Einheimischen deutlich besser. "Uns war klar, dass sie mit Frust aus der Kabine kommen", so der Coach. Durch ein Tor von Markus Stegefelt und einen von Björn Zintel verwandelten Siebenmeter verkürzten die Gastgeber den Rückstand auf ein Tor. Außerdem spielten ihnen drei Zeitstrafen für die Gäste in den ersten sechseinhalb Minuten nach der Pause in die Karten.

In der 50. Minute - nach einem munteren Hin und Her - glich Hüttenberg zum zweiten Mal in der Begegnung aus - zum 19:19. In der Schlussphase hätte es für die Auer richtig bitter werden können, denn in der 59. Minute ging der TV zum ersten Mal in Führung: 23:22. Den ersten Ausgleichsversuch der Erzgebirger verhinderte Torwart Fabian Schomburg. Dann aber bewies EHV- Kapitän Eric Meinhardt Nervenstärke und verwandelte in den letzten Sekunden einen Siebenmeter zum 23:23-Endstand. Die Stimmung in der Halle sei extrem angespannt gewesen, sagt Swat: "Wir hatten kurzen Blickkontakt, Eric strahlte sehr viel Zuversicht aus. Gut, dass der Ausgleich gelang, eine Niederlage wäre wirklich nicht verdient gewesen." Der Kapitän war mit acht Toren, davon vier Siebenmeter, diesmal auch der beste Torschütze des Spiels. "Wir haben eine super Abwehrarbeit geliefert, und das hat uns Selbstvertrauen gegeben", erklärte Meinhardt. Die Hüttenberger hätten eine offensive Abwehr praktiziert. "Genau darauf haben wir uns eingestellt, und das lag auch unseren Spielertypen", schätzte der Kapitän ein.

Den gelungenen Start wollte Trainer Swat aber auch nicht überbewerten: "Wir sind sehr glücklich über den aus meiner Sicht verdienten Punkt. Die Saison ist aber lang. Wir müssen unbedingt gegen Dormagen an unsere Leistung anknüpfen." Einen Tag zur Regeneration schenkte Swat seinen Schützlingen gestern. Der Tag war aber nicht Belohnung für die Glanzleistung am Samstag, sondern für die Jungs nach 14 Tagen intensiver Arbeit sehr wichtig. Heute beginnt die Vorbereitung aufs erste Heimspiel am 2. September, 17 Uhr gegen den schon erwähnten TSV Bayer Dormagen.

Bewertung des Artikels: Noch keine Bewertungen abgegeben
0Kommentare
Um zu kommentieren, müssen Sie angemeldet und Inhaber eines Abonnements sein.

    Lesen Sie auch
    Bitte schalten Sie ihren AdBlocker aus. An alle Adblocker

    Bitte schalten Sie ihren AdBlocker aus.
    Mehr erfahren Sie hier...