Eigengewächs der Veilchen zahlt bei seinem Debüt noch Lehrgeld

Der FC Erzgebirge Aue ist am Sonnabend gegen den FSV Mainz aus dem DFB-Pokal-Wettbewerb im Fußball ausgeschieden. Für Sascha Härtel war es sein erstes Pflichtspiel als Profi.

Aue.

FCE-Co-Trainer Robin Lenk wäre es am liebsten gewesen, Sascha Härtel hätte am Sonnabend nach der 1:3-Pleite der Auer Zweitliga-Kicker im DFB-Pokalspiel gegen den Erst- ligisten aus Mainz gar keine Interviews gegeben. Doch als einstiger Profi weiß Lenk natürlich, dass auch der Gang zu den Medien dazugehört, will sich einer wie Härtel im Fußballgeschäft durchbeißen. Immerhin hatte das 19-jährige Eigengewächs eben seinen ersten Pflichtspieleinsatz für die Veilchenprofis absolviert - noch dazu von Anfang an und über volle 90 Minuten.

In Anbetracht des Spielverlaufs steckte der junge Mann von der linken Außenbahn zwischen Baum und Borke. Er war glücklich, das Vertrauen der Verantwortlichen erhalten zu haben, hätte sich aber natürlich ein anderes Resultat gewünscht. Zudem wusste er um seinen Anteil am ersten Gegentor. Dabei sah zunächst alles so gut aus. "Es hatte sich im Training ein bisschen angedeutet. Aber da habe ich mir noch keine Platte darüber gemacht. Dann gab der Trainer in der Besprechung die Aufstellung bekannt, und ich war mit drin", berichtete der gebürtige Schlemaer, der bei seinen Eltern in Burkhardtsgrün wohnt. Er habe ja im Testspiel gegen Schalke schon mal reinschnuppern können, aber diesmal sei es etwas ganz anderes gewesen. "Ein Mega-Gefühl."

Und die Partie gegen Mainz begann optimal für den jungen Kicker, der über den Hundshübler SV und Concordia Schneeberg früh den Weg zum FCE fand, wo er sich durch die Nachwuchsteams arbeitete. Härtel war ordentlich ins Spiel eingebunden, kochte in der 6. Minute gleich mal an der Außenlinie den starken Pablo De Blasis eiskalt ab. In der 17. Minute hatte Härtel zudem die erste echte Torchance der Auer, als er aus guter Position ans Außennetz schoss. Später jedoch zahlte der 19-Jährige einige Male Lehrgeld, vor allem in Sachen Schnelligkeit beim Erfassen der Situation. "Ja, leider. Die Absprache war da auch nicht so gut. Dann kommt so ein dummes Ding raus. Dass es gerade mir passiert, ist umso bitterer", blickte Härtel auf die Szene in der 31. Minute zurück, als er an der Grundlinie die Möglichkeit zum Klären verpasste, De Blasis dazwischenging und in der Folge Alexandru Maxim das 1:0 gelang.

Trotz des Fehlers habe ihn die Mannschaft voll unterstützt. "Emotionen gehören dazu, und wenn mal einem was rausrutscht, dann schüttele ich das ab, und weiter geht's." Nach dem frühen Platzverweis gegen Mainz dachte er eigentlich, die Auer können mitspielen. "Mit ein wenig Glück gehen wir in Führung, dann läuft es anders. Aber nach dem 0:1 war es ziemlich bitter." Die fehlende Durchschlagskraft vorm gegnerischen Tor sieht auch der talentierte Erzgebirger als wichtigste Baustelle. Durch das 1:3 von Pascal Testroet habe es zumindest ein Auf- flackern von Hoffnung gegeben. "Wenn die Fans auf einmal wieder mit dabei sind, ist das natürlich ein ganz anderes Gefühl. Rutscht da einer zum 2:3 rein, zittert Mainz vielleicht noch mal."

Bei allem Ärger über das Ausscheiden des Teams will Härtel das Positive aus seinem Pflichtspiel- debüt mitnehmen. "Der Trainer hat mich von Anfang an gebracht, das muss ein Lob sein. Also muss ich an die guten Trainingsleistungen und die guten Aktionen im Spiel anknüpfen und weiter angreifen."

Laut Daniel Meyer hat Härtel gezeigt, dass er auf diesem Niveau mithalten kann. "Irgendwann muss man ihn reinwerfen. Er ist ein hochtalentierter Spieler, und er hat es über weite Strecken richtig, richtig gut gemacht", sagte der FCE-Coach. In der Szene vorm 0:1 habe er in der Abstimmung mit Nicolai Rapp zwar unglücklich ausgesehen, aber Härtel sei viel unterwegs gewesen, habe gute Szenen gehabt. "Von daher war das ein sehr guter Auftritt."

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