Ein bisschen wie Weihnachten

Handball-Zweitligist EHV hat im vorletzten Spiel der Saison weitere Zähler geholt. Beim HC Rhein Vikings, der als Absteiger längst feststeht, gelang ein Kantersieg. Und danach wurde gefeiert.

Düsseldorf/Aue.

Von einem perfekten Wochenende spricht Stephan Swat, Trainer des Handball-Zweitligisten EHV Aue. Die Erzgebirger haben sich am Sonnabend in Düsseldorf im letzten Auswärtsspiel der Saison beim abgeschlagenen Schlusslicht, dem HC Rhein Vikings, klar mit 33:20 (16:11) durchgesetzt.

"Meine Jungs sind absolut konzentriert ins Spiel gegangen und waren hochprofessionell", so Swat. Mit acht Toren zeichnete sich Aues Benas Petreikis als bester Werfer der Gäste aus. Zwar stehen die Gastgeber schon lange als Absteiger fest. "Aber gegen diese Mannschaft, die auf eine unangenehme Sieben-gegen-Sechs-Spielweise setzt, muss man erst mal Lösungen finden", sagte Swat. Ziel war es, viele einfache Tore zu werfen und die Gegner zu zwingen, den Keeper im Tor zu lassen. "Das haben wir in der ersten Halbzeit geschafft."

So brachte der EHV die Rhein Vikings von ihrer offensiven 3:2:1-Abwehr weg. Zudem bewiesen die Gäste Bewegungsfreude, Pass-Qualitäten und eine effektive Torausbeute. Bis zum 7:6 (16.) hatten beide Seiten Möglichkeiten. Doch dann setzte sich der EHV bis auf fünf Tore ab - 11:6 (20.). Beim Stand von 16:11 ging es in die Pause. "Das war eine gute Basis", so Swat.

Er verlangte auch in Hälfte zwei volle Konzentration von seinem Team, das seine Vorgaben wiederum bestens umsetzte. Bereits anderthalb Minuten nach Wiederanwurf hatten die Auer zwei Tore draufgepackt. In der 43. Minute waren es bereits neun Treffer Vorsprung und am Ende sogar 13 Tore. "Wenn man das schafft, hat man viel richtig gemacht", so Swat. "Wir haben die Auswärtszähler Nummer 13 und 14 geholt - und sind damit einen Punkt besser als noch vorige Saison." Auch das sei für alle ein wichtiges Ziel gewesen.

In der Spielstätte, dem Castello in Düsseldorf, finden eigentlich mehr als 3000 Zuschauer Platz. Am Sonnabend indes haben laut Swat gerade einmal 280 Handball-Fans den Weg in die Halle gefunden. Daheim in Aue fiel die Begeisterung für das vorletzte Saisonduell merklich euphorischer aus. Denn im Nu waren die 100 Tickets für ein Live-Erlebnis der Extraklasse verkauft: So verfolgten 100 EHV-Fans die Partie gegen die Rhein Vikings auf großer Leinwand im Nickel-Odeon-Filmtheater in der Auer Neustadt. Organisiert hatte die Live-Übertragung Jörg Meinhardt als EHV-Fanbeauftragter. Die Idee indes stammte von der Mannschaft, die ein Überraschungsvideo gedreht hatte, das am Sonnabend im Kinosaal ebenfalls abgespielt wurde. "Es kam bei allen, die dabei waren, wirklich sehr gut an", so Jörg Meinhardt, der beim Handball-Talk im Kino neben einem Saisonrückblick auch eine Vorschau auf Aktionen für die kommende Spielzeit gab: "Hamburg und Eisenach haben wir als Reiseziele natürlich wieder auf der Agenda. Und auch eine Motorradausfahrt zum Auswärtsspiel in Dresden ist eine Option."

Der Sieg über die Rhein Vikings ist für den EHV ein bisschen wie Weihnachten gewesen - und das buchstäblich. Denn weil Manager Rüdiger Jurke krankheitsbedingt die traditionelle Weihnachtsfeier im Dezember vorigen Jahres nicht organisieren konnte, holten Mannschaft, Trainer- und Betreuerstab sowie der Manager die Feier in Düsseldorf kurzerhand nach. "Es war sensationell. Alle hatten Spaß, es gab sogar Geschenke", berichtete Swat. Die Stimmung insgesamt spiegele die tolle Saison wider. Dank eines Sponsors konnten alle nach dem vorletzten Spiel und der nachgeholten Weihnachtsfeier vor Ort übernachten und am Sonntag entspannt die Heimreise antreten.

Diese Woche wolle man unbedingt noch die Kirsche auf die Torte setzen, wie es Swat formuliert. Denn am Sonnabend, 18 Uhr ist Anwurf für die letzte Begegnung. Zu Gast ist die TuS N-Lübbecke, die Rang 6 der Tabelle belegt. Die Auer wollen nichts mehr als einen Sieg. Sehr emotional wird es ohnehin in der Lößnitzer Erzgebirgshalle - denn Eigengewächs, Routinier und Kapitän Eric Meinhardt soll würdig verabschiedet werden.

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