Ein guter und ein schlechter Schock für Annaberger Jungs

Fast hätten die D-Junioren des VfB Annaberg dem FC Erzgebirge Aue ein Schnippchen geschlagen. Doch im letzten Spiel mussten sie die Veilchen-Fußballer vorbei lassen. Eine andere Trophäe aber blieb den Kreisstädtern.

Annaberg-Buchholz.

Die Enttäuschung war riesengroß, Fangesänge hallten nur in Wismut-Manier über den Platz in der Kreisstadt. Kurz zuvor hatte Schiedsrichter Markus Drechsel die letzte Partie abgepfiffen: 1:2 aus Sicht des VfB Annaberg gegen den FC Erzgebirge Aue II und damit verpatzter Staffelsieg. "Es war dennoch von den Jungs eine bärenstarke Saison. Heute haben wir aber einen entscheidenden Bock geschossen", analysierte Trainer Christian Einenkel das Geschehen. Ein Abstimmungsfehler hatte das 0:1 und damit die Niederlage eingeleitet. Dem folgte das 0:2. Ein Schock, aber gewissermaßen im doppelten Sinne. Der Anschluss durch Robbie Bastian (50.) kam zu spät. Vorbei.

Jener Robbie Bastian hat sich während der eben abgelaufenen Saison - mit 22 Spielen über 60 Minuten auf dem Kleinfeld - 27-mal in die Trefferliste eintragen können. Die Torjägerkrone erhielt er dafür allerdings nicht. Denn mit Nico Künzel, der 33-mal das Leder ins gegnerische Netz bugsierte, war einer aus seiner eigenen Mannschaft noch besser. Ein Schock, denn damit waren fünf Dutzend Tore voll, also 60. Diese Zahl hieß früher ein Schock. Die Plätze 1 und 2 in der Torschützenliste der Landesklasse West gingen an die VfB-Spieler. Gemeinsam erzielten sie also 60 der 107 Annaberger Tore und trugen logischerweise überproportional zum guten Abschneiden der VfB-Junioren bei. Überhaupt konnte nur ein Landesklassespieler noch häufiger die Torhüter der Gegner überwinden als das VfB-Duo: Nils Hartmann vom VfL Pirna-Copitz war in der Staffel Ost gleich 46-mal erfolgreich.

Dass die Jungs des VfB die Auer an den Rand einer Niederlage brachten, ist einerseits den Betreuern um die Trainer Christian Einenkel und Anke Fuchs zuzuschreiben. Andererseits aber auch einem Mann, der ebenso bei jedem Spiel an der Seitenlinie stand - und zwar mit seinen Kameras: Benno Bastian, Vater des zweitbesten VfB-Torschützen und Sohn des Kreissportbund-Vizepräsidenten Dietmar Bastian. Eine sportbegeisterte Familie eben. "Und für mich absolut wertvoll. Benno ist ja ein Profi auf seinem Gebiet", lobte Einenkel die Aufzeichnungen. Die hatten es in sich, denn er erhielt das Material nicht einfach als Schleife, sondern aufbereitet. "Zur Filmerei der Spiele kommen für mich noch rund anderthalb Stunden Nachbereitung hinzu. Die wichtigsten Szenen schneide ich für die Auswertung zusammen, sodass die Trainer eine ordentliche Basis für die Analyse mit den Jungs haben", erklärt Benno Bastian seine ehrenamtliche Arbeit. Auf solche Grundlagen, die ja bereits denen des Profifußballs ähneln, können sicherlich nur wenige D-Junioren-Mannschaften zurückgreifen. Umso besser für den VfB, der auch dadurch gezielter üben kann. "Das erste Spiel gegen Aue habe ich mir x-mal angeguckt", sagte Einenkel vor dem Finale. Zum Sieg reichte aber auch das nicht, obwohl das Videomaterial spitze war.

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