Ein Hauch fehlt zu Silber

Die Regionalliga-Ringer des RV Thalheim haben mit Platz drei ihr gesetztes Saisonziel erreicht. Dabei gab es aber ein paar Niederlagen, die die Drei-Tannen-Städter besonders wurmten.

THALHEIM.

Schlussendlich haben die Thalheimer ihr Ziel geschafft: Trainer Steffen Richter und seine Athleten konnten sich über die angepeilte Medaille freuen. Dabei schrammten die Zwönitztaler nur denkbar knapp an Silber vorbei. Erst im allerletzten Kampftag kurz vor Weihnachten unterlag man zu Hause unglücklich dem direkten Konkurrenten aus Pausa/Plauen.

Vorangegangen war eine lange Saison aus 18 Kampftagen mit vielen Höhen, aber auch einigen Tiefen. Prägend für die Drei-Tannen-Städter war vor allem die Verletztenmisere, die bereits Monate vor dem Saisonstart begann und bis zum Ende der Wettkampfrunde nicht abriss. So fielen die Punktegaranten Peter Haase (61kg) und Pawel Dorniak (75 kg) für die komplette Runde aus. Dazu quälten sich die dauerlädierten Tobias Löffler (75 kg) und Benjamin Opitz (80/86 kg), die oft in ihren Kämpfen nicht das vollständige Leistungspotenzial abrufen konnten. Zwischendurch fehlten zudem für einige Kampftage Mario Koch (66 kg), Lucas Kahnt (75 kg) und Niklas Ohff (71/75 kg), sodass die Thalheimer zu keinem Zeitpunkt in Bestbesetzung antreten konnten.

Trotz dieser schwierigen Voraussetzungen setzten die Zwönitztaler während der Saison einige Glanzlichter. Lautstark bejubelt wurde das knappe 13:9 in Luckenwalde, bei dem ein großer Fanbus aus dem Erzgebirger anreiste und die Anhänger die dortige Halle zu ihrem Revier machten. Auch die Siege gegen weitere Medaillen-Konkurrenten wie den KFC Leipzig und die KG Frankfurt/Eisenhüttenstadt waren angesichts der Verletztensituation nicht selbstverständlich. Unter den insgesamt 19 eingesetzten Sportlern ragt Eigengewächs Chris Schneider heraus. Der 23-Jährige, der im Mittel- und Schwergewicht auf die Matte ging, blieb in allen seinen 13 Kämpfen siegreich und wurde folgerichtig von den Fans zum "Ringer des Jahres" gewählt. Zudem verdienten sich mit Benjamin Opitz und Fabien Martin zwei Athleten den Status "Dauerbrenner", denn beide kamen in allen 18 Vergleichen zum Einsatz.

Allerdings blieben den Thalheimern schmerzliche Erfahrungen nicht erspart. Gegen die Lokalrivalen vom RSK Gelenau mussten sie seit langem wieder zwei Niederlagen einstecken, das hohe 8:17 in Gelenau sorgte sogar für etwas Unmut unter den Fans. "An diesem Wochenende lief wirklich alles schief. Darunter litt dann auch die Moral, obwohl ein Derby ja eigentlich alle Kräfte mobilisieren sollte", erinnert sich Steffen Richter nur ungern. Während Germania Markneukirchen über die ganze Zeit fast schon in einer anderen Liga rang und ungeschlagen Meister wurde, lief es für den RVT am Schluss auf ein echtes Finale um Silber hinaus. Die Zuschauerreihen im traditionsreichen Sportlerheim in Thalheim waren am 21. Dezember noch einmal richtig voll, doch am Ende jubelten die Gäste von der WKG Pausa/Plauen.

Im September beginnt die neue Mannschaftsrunde in der Regionalliga Mitteldeutschland. Möglicherweise wird diese zu einer Art Übergangssaison, denn der Deutsche Ringer-Bund (DRB) möchte ab 2021 die zweiten Bundesligen wieder einführen. Was die Aussicht auf diese angeht, zeigt man sich beim RVT noch etwas zurückhaltend. "Sportlich wäre das sicher die richtige Herausforderung für uns. Aber es bleibt abzuwarten, welche Mannschaften dann wirklich jeweils für die erste und zweite Bundesliga in Frage kommen", so Steffen Richter. Für dieses Jahr dürfte erneut eine Medaillenplatzierung als RVT-Zielstellung im Raum stehen. "Wir setzen weiter auf junge Athleten und einen guten Teamgeist, sodass das Ringen vor allem Spaß macht und sich dann die Erfolge auch viel leichter einstellen", erläutert Richter sein Credo.

Mit Tim Hamann vom RV Lugau wurde bereits die erste personelle Verstärkung für die kommende Runde bekannt. Der 19-Jährige soll das 71-kg-Limit im freien Stil besetzen. Außerdem hoffen die Thalheimer, dass Eigengewächs Peter Haase nach der langen Verletzungspause wieder ins Geschehen eingreift. Konkrete Vereinbarungen für die neue Saison werden die Vereine am 22. Februar bei der Ligatagung in Berlin treffen.


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