Einer darf noch hoffen

Der SV Lengefeld war mit drei Denksportlern bei den Bezirksmeisterschaften im Schach vertreten. In Hormersdorf war die Beteiligung aus dem Erzgebirge eher mau.

Hormersdorf.

Die Jugendherberge Hormersdorf liegt, man kann es nicht anders sagen, ziemlich abgelegen. Am Ufer des Greifenbachstau-weihers, umgeben von Wald. Im Winter ist da nicht viel los. Genau der richtige Ort also, um die grauen Zellen in Bewegung zu bringen. Seit Jahren ist das Gebäude Austragungsort der Bezirksmeisterschaften im Schach. Stets in den Winterferien: Dann rauchen vier Tage lang, von Samstag bis Dienstag, die Köpfe.

111 Denksportler von der Altersklasse U 10 bis zur U 20 waren diesmal am Start. "Mit der Teilnehmerzahl sind wir zufrieden", sagt Organisator Volker Berndt, der das gleiche Phänomen wie in den Vorjahren beobachtete: Mit zunehmendem Alter nimmt die Beteiligung ab. So konkurrierten in den jeweils höchsten Altersklassen bei Jungen und Mädchen nur noch zwei beziehungsweise fünf Personen miteinander - bei den Jüngeren waren es bis zu 20. Etwa ein Drittel aller Teilnehmer war weiblichen Geschlechts. "Auch das bewegt sich im Rahmen", so Berndt.

Wenig zu feiern hatten die drei Teilnehmer des SV Lengefeld, die einzigen aus den Altkreisen Zschopau und Marienberg. Lediglich Sebastian Eccarius (U 14) hat als Fünfter seiner Konkurrenz noch Chancen auf die Landesmeisterschaft, die Mitte April in Sebnitz stattfindet - er muss Mitte März in Chemnitz nachsitzen. Lennie Hübler (U 12) und Tom Grüner (U 18) schieden dagegen aus. "Aber alle haben sich in ihrer Wertzahl verbessert und stark gegengehalten", sagte Trainer Franko Haugk. Tom Grüner seher er durchaus künftig in der Männermannschaft. "Wenn er weiter so trainiert, wie es von ihm verlangt wird", so Haugk. Der beste Lengefelder war allerdings in Hormersdorf gar nicht dabei. John Heinrich (U 14) ist aufgrund seiner Teilnahme an den Deutschen Meisterschaften automatisch für die Landesmeisterschaften qualifiziert. "Jede Mannschaft aus dem Erzgebirge sollte einen John Heinrich haben", findet Haugk. "Das wäre ein Segen."

Erzgebirgsübergreifend präsentierten sich in Hormersdorf die Starter des SC 1865 Annaberg-Buchholz am besten. Mit neuen Schachspielern war der Verein vertreten, von denen vier die Qualifikation für die Landesmeisterschaften schafften. Problemlos gelang das den Schubert-Schwestern. Arlene, mit 17 Jahren die Ältere, reichten bei ihrer zehnten Teilnahme zwei Siege und ein Remis für Platz 2 in ihrer Altersklasse - da war die abschließende Niederlage gegen Nicole Hartl von der USG Chemnitz nicht entscheidend. Die kennt sie im Übrigen auch aus dem Verein. Denn seit dieser Saison tanzt die Annabergerin auf zwei Hochzeiten, spielt neben ihrem Heimatverein auch noch in Chemnitz mit - und dort 2. Bundesliga. Bis ans dritte Brett habe sie es dort schon geschafft. "Aber das ist schon ein anderes Leistungsniveau. Die Erfolge sind noch ausbaufähig", sagte sie. Matthea Schubert unterdessen gewann die Konkurrenz in der Altersklasse U 14 nahezu spielend. In sieben Partien leistete sie sich lediglich ein Remis und gewann ansonsten alles. Christiane Berndt wurde hinter Arlene Schubert Dritte in der U 18. Angela Jin kam mit fünf Punkten aus sieben Partien in der Altersklasse U 12 auf Platz 2.

Aus dem Raum Stollberg hielt einzig Helene Sindler vom TSV Elektronik Gornsdorf die Fahne hoch - aus den Schachvereinen in Stollberg und Neukirchen war niemand am Start. Die 14-Jährige präsentierte sich nur in durchschnittlicher Form. Ihre zwei Siege aus fünf Partien reichten aber dennoch für Platz 3 in ihrer Fünfergruppe und damit fürs Weiterkommen. Sie sei "relativ zufrieden", sagte die Schülerin des Gymnasiums in Einsiedel, die im vergangenen Jahr auf Landesebene Sechste in ihrer Altersklasse wurde. Aus den Altkreisen Aue und Schwazenberg brachte der ESV Nickelhütte Aue drei, die SG Schwarzenberg zwei und der SV Saxonia Bernsbach einen Spieler an die Bretter - die Landesmeisterschaften erreichte allerdings keiner von ihnen.


Einen Monat für
nur 1€ testen.
Verlässliche Informationen sind jetzt besonders wichtig. Sichern Sie sich hier den vollen Zugriff auf freiepresse.de und alle FP+ Artikel.

JETZT 1€-TESTMONAT STARTEN 
0Kommentare

Die Diskussion wurde geschlossen.