Erstplatzierter läuft wie ein Uhrwerk

Trotz einiger Teilnehmer weniger hat der Neudorfer Fichtelberglauf nichts von seinem Charme verloren. Sportliche Höchstleistungen vollbrachte dabei nicht nur Sieger Lukáš Bauer, der zum dritten Mal in Serie gewann.

Neudorf.

Ein neuer Wanderpokal für den schnellsten Herren beim Neudorfer Fichtelberglauf, der am Samstag 220 Laufsportler auf das Dach Sachsen gelockt hat, wird fällig. Weltcup-Skilangläufer Lukáš Bauer aus dem tschechischen Bozi Dar hat mit seinem dritten Sieg in Serie und dem fünften seit 2004 die von der Spindelfabrik gestiftete Trophäe endgültig erobert. Der 39-Jährige ist damit nach den beiden Leipzigern Dietmar Knies (1987 bis 1989) und Jörg Hustig (1992 bis 1994) sowie dem Zittauer Holm Kunze (2000 bis 2002) der vierte Herr, dem dieses Kunststück gelang. Bei den Damen schafften die Zwönitzerin Heike Kraus (1987 bis 1989) und Skilanglauf-Olympiasiegerin Viola Bauer (2001 bis 2003) drei Folgesiege.

Schon die Anwesenheit von Lukáš Bauer ließ die Konkurrenz "erschaudern". Denn der Silber- und zweifache Bronze-Medaillengewinner bei Olympischen Spielen und Weltcup-Gesamtsieger von 2007/08 lief vornweg wie ein Uhrwerk. Gerade einmal zwei Sekunden langsamer als im Vorjahr war der Skilanglauf-Profi, der diesmal 36:47 Minuten benötigte. Mit fast schon respektablem zweiminütigen Abstand dahinter: Jan Kubicek aus dem tschechischen Chodov (38:53), der schon in den vergangenen Jahren regelmäßig vorn zu finden war, und der Zwickauer Ralf Kummer (38:57). Vorjahreszweiter Matthias Flade musste sich diesmal mit Platz 4 begnügen. Auf den Rängen 6 und 7 folgten Marek Gähler (42:42) und Toni Escher (42:54) vom SC Norweger Annaberg als beste Erzgebirgskreis-Starter. Um eine halbe Minute verpasste Hans Hennig vom gastgebenden SV Neudorf als einer der Jüngsten (Jg. 2001) die Top Ten als Elfter nur knapp.

Auch bei den Damen gab es eine "Wiederholungstäterin". Nachdem Vorjahressiegerin Petra Nováková auf Grund von Kniebeschwerden auf einen Start verzichtet hatte, war der Weg frei für Lisa Schubert. Die Sehmaerin, die jetzt in Einsiedel wohnt, startet für die SG Adelsberg. Die Siegerin von 2008 überquerte nach 45:11 Minuten als Gesamt-21. den Zielstrich. Die Gymnasiallehrerin hatte ein mehr als dreiminütiges Polster auf Romana Lubinová vom SC Start Karlovy Vary (48:30) und Teamkollegin Anne Gründler (49:20) herausgelaufen. "Es lief gut, zumal ich auf Grund einer Schulter-Operation vor zwei Monaten keine allzu großen Erwartungen an mich hatte", so die 27-jährige ehemalige Leichtathletin, die nun den Sport als Ausgleich betreibt.

Auch wenn der im Vorjahr erzielte Teilnehmerrekord von 300 Startern nicht erreicht wurde, zeigte sich Andreas Roscher als Organisationsleiter zufrieden mit der Veranstaltung. "Das Wetter hat gepasst, die Leute waren zufrieden. Allerdings hat Lukáš Bauer mich gefragt, ob wir im kommenden Jahr tauschen können und er mein Voraus-Fahrrad bekommt", so Roscher, der den 7. Oktober 2017 als Termin für die 31. Auflage des Laufes angab. Roscher: "Die nächste Helfer-Generation steht schon in den Startlöchern." Gut 50 Freiwillige vom SV Neudorf und darüber hinaus sicherten den Wettkampf ab.


Der Läufer

Werner Fankhänel läuft seit 1987 beim Fichtelberglauf mit. Der 75-jährige Treuener gehört gemeinsam mit Heinz Wöhlert aus Aschersleben zu denen, die alle 30 Läufe bestritten haben. "Ich war von Anfang an begeistert von der wunderschönen Atmosphäre. Die Truppe vor Ort ist einfach gut", sagt er. "Dieser Lauf ist mir richtig ans Herz gewachsen. So lange es möglich ist, bin ich dabei." Fankhänel startet jährlich bei zirka 80 Wettkämpfen. "Ich will so lange laufen wie es geht", so der ehemalige Landwirt. "Außerdem muss man in meinem Alter etwas für die Gesundheit tun", betont er. (chbn)


Die Sportärztin

Margarete Sipeer steht als

Sportärztin seit 30 Jahren auf dem Fichtelberg am Ziel und kontrolliert, wie die Läufer die körperliche Herausforderung verkraften. "Als Sportmedizinerin begeistert mich, wie die Leute um Andreas Roscher das Event jährlich immer wieder ermöglichen", sagt die ehemalige Staffelläuferin. Im Lauf der Jahre hat die Ärztin aus Oberwiesenthal ganz unterschiedliches Wetter erlebt, Schneetreiben und sommerliche Temperaturen inklusive. "Es ist gut, das hier auch Freizeitsportler eine gute Möglichkeit haben, ihre Leistungen mit anderen zu vergleichen." (chbn)


Der Mitorganisator

Andreas Burkhardt ist Mitorganisator des Fichtelberglaufes seit 30 Jahren. Seine Mitarbeit begann in der Abteilung Freizeitsport beim SV Neudorf. Dort akquirierte Leiter Andreas Roscher 1987 einen Großteil der Helfer für den Berglauf. Burkhardt zu seiner langjährigen Motivation: "Für mich ist das Projekt überschaubar. Ich organisiere die Leute für den Zieleinlauf. Inzwischen weiß im Prinzip jeder, was er zu tun hat." Andreas Burkhardt freut sich auch, dass mit den Kindern der Mitarbeiter inzwischen eine qualifizierte zweite Reihe steht. "Das entspannt im Blick auf die zukünftigen Jahre." (chbn)

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